Notebooks werden immer beliebter, aber Ubuntu bietet "out-of-the-box" leider nicht die gleichen Möglichkeiten zum Strom sparen, wie die Notebookhersteller es unter Windows vorkonfiguriert haben. Eine Übersicht zu den Energiesparmodi, die mit ACPI unter Linux genutzt werden können, findet man im Artikel Energiesparmodi mit ACPI.
Dieser Wiki-Artikel basiert auf Erfahrungen mit einem Samsung X20 und soll verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, mit denen die Akkulaufzeit verlängert werden kann - auch wenn damit nicht zwangsläufig die gleiche Laufzeit wie unter Windows erreicht wird.
Am Ende findet man eine Hinweisbox mit erfolgreich getesteter Hardware, die gerne erweitert werden kann.
Um eine vergleichbare Aussage über den Stromverbrauch treffen zu können, sollte man die Leistung in Watt (Spannung in Volt mal Strom in Ampere) herausfinden. Bei einem durchschnittlichen Laptop im Leerlauf müsste sich hierbei ein Leistungsbedarf von ca. 15 Watt ergeben. Unter Vollast kann sich dies leicht verdoppeln.
Beim Akkubetrieb wird im GNOME-Panel ein Symbol mit dem Ladezustand angezeigt. Nach einem Rechtsklick darauf kann man "Informationen" bzw. "Energieverbrauch" auswählen, wodurch ein Tool zum Anzeigen der Energie-Informationen gestartet wird. Dort gibt es unter anderem Verlaufsanzeigen für den Energieverbrauch. Dies eignet sich hervorragend, um den Erfolg verschiedener Sparmaßnahmen sichtbar zu machen.
Unter "System -> Einstellungen -> Energieverwaltung" können außerdem einige nützliche Einstellungen getroffen werden. Will man die Energieverwaltungsoptionen noch genauer einstellen, so startet man den Konfigurationseditor (gconf-editor) über Anwendungen -> Systemwerkzeuge -> Konfigurationseditor und navigiert zu "/apps/gnome-power-manager". Dort kann man weit mehr Einstellungen als in der "Energieverwaltung" vornehmen.
Um die momentane Temperatur der CPU(s) und den Stromverbrauch der Batterie(n) herauszufinden, kann man mit folgendem Befehl in einem Terminal [1] eine sekündlich aktualisierte Überwachung betrachten:
watch --i=1 cat /proc/acpi/{battery/*/state,thermal_zone/*/temperature} Falls die Systemdateien an anderer Stelle liegen, kann alternativ der allgemeine ACPI-Status abgefragt werden:
watch -n 1 acpi -V
So banal es klingen mag, aber man kann schon Strom sparen, indem man überflüssige Funktionen seines Notebooks deaktiviert. Wie groß die Einsparungen sind, sei einmal dahingestellt, aber wenn das eingebaute WLAN oder das CD-ROM Laufwerk gerade nicht benötigt wird, warum sollen sie dann im laufenden Betrieb Strom verbrauchen?
Gerade das Deaktivieren vom WLAN kann bis zu 2 Watt Leistung einsparen. Beim Samsung X20 z.B. lässt sich das WLAN mit dem Knopf links neben dem Ein- und Ausschalter deaktivieren. Eine ähnliche Möglichkeit zum Abschalten ist bei den meisten Laptops vorhanden.
Alternativ kann man das WLAN auch mit dem folgenden Befehl deaktivieren (ethX bitte anpassen):
sudo iwconfig ethX txpower off
bzw. in den Stromspar-Modus versetzen (nur bei Intel ipw2200 und ipw3945-Treibern):
sudo iwpriv ethX set_power 5
Auch die Abschaltung von Bluetooth könnte helfen, entweder mit entsprechender Taste oder bei den meisten Sony-Laptops mit:
spicctrl -l0
Bei IBM/Lenovo Thinkpads kann Bluetooth auf folgende Weise ausgeschaltet werden:
echo -n “disable” | sudo tee ‘/proc/acpi/ibm/bluetooth’
Wenn man Bluetooth auf einem Thinkpad eher selten nutzt, kann es sinnvoll sein, es gleich beim Booten automatisch abschalten
lassen.
Den sehr großen Einfluss der Bildschirmhelligkeit auf die Akkulaufzeit kennen die meisten. Es sollte also ein guter Kompromiss zwischen Stromverbrauch und Lesbarkeit gefunden werden. Zwischen der niedrigsten und hellsten Stufe liegen typischerweise 4 Watt Unterschied.
Unbedingt ausschalten sollte man jegliche Bildschirmschoner und Desktop Effekte, da diese den Prozessor und die Grafikkarte unnötig belasten. Statt dessen sollte man das Display automatisch abschalten ("schwärzen") lassen.
Über die DPMS-Optionen in /etc/X11/xorg.conf kann man bestimmen, nach welcher Zeit (in Minuten) das Display in einen der Modi STANDBY, SUSPEND bzw. OFF geschaltet wird. Bei neueren Ubuntuversionen können diese Einstellungen auch grafisch über "System -> Einstellungen -> Energieverwaltung" vorgenommen werden.
Section "Monitor" Option "DPMS" "true" [...] Section "ServerLayout" Option "StandbyTime" "10" Option "SuspendTime" "20" Option "OffTime" "30" [...]
Obwohl es eigentlich eine Binsenweisheit ist, dass ein per se schwarzer Bildschirm Energie benötigt, um ein weißes Pixel zu erzeugen: dunkle Hintergrundbilder und entsprechende Themen tragen ebenfalls zum Energiesparen bei, sind aber andererseits auch Geschmacksfrage.
PowerTOP
ist ein von Intel entwickeltes Tool, das den Prozessor-Status im Leerlauf analysiert. Es kann unter anderem den aktuellen und gemittelten Verbrauch des Systems (in Watt) anzeigen und vor allem jene im Hintergrund laufende Prozesse ermitteln, die den Prozessor am häufigsten aus den stromsparenden Betriebsmodi aufwecken. Darüber hinaus schlägt es Einstellungen vor, die den Energieverbrauch weiter reduzieren können. Diese Tipps sind meist Abschaltungen unnötiger Prozesse.
Normalerweise wird die Frequenz der CPU automatisch angepasst. Die aktuelle Taktrate kann man einem Rechtsklick auf das GNOME Panel und dann "Zum Panel hinzufügen -> Überwachen der Prozessortaktstufen" anzeigen. Dort sollte dann im Leerlauf immer die niedrigst mögliche Frequenz angezeigt werden.
Weitere Informationen zum Prozessortakt gibt es hier: Prozessortaktung
Mit einem speziellen Kernel-Patch ist es wie beim verbreiteten NHC (Notebook Hardware Control) unter Windows möglich, die Prozessorspannung individuell einzustellen. Der Prozessor wird also mit weniger Spannung betrieben als das eigentlich vom Hersteller vorgesehen ist. Das Einsparpotential dadurch ist vor allem unter Last mit bis zu 3 Watt sehr groß. Dies macht sich dadurch insbesondere bei rechenintensiven Prozessen (kompilieren, spielen, ...) durch weniger Lüftergeräusche und eine niedrigere Temperatur positiv bemerkbar.
Dieser Abschnitt gilt nur für ATI-Grafikkarten, die Powerplay unterstützen (z.B. Radeon 9600/9700 sowie neuere X-Serie). Für Notebooks mit einer Intel- oder Nvidia-Grafikkarte müssen in der Regel keine speziellen Stromsparmaßnahmen unternommen werden.
Um den Energiesparmodus der ATI Grafikkarten zu aktivieren (max. 3 Watt Einsparung) benötigt man den ATI fglrx-Treiber. Die radeon-Treiber des Xorg-Projektes haben zwar eine Funktion zum dynamischen Takten der GPU, diese funktioniert allerdings nicht mit aktuelleren Karten (X-Serie).
Den ATI-Treiber kann man auf zwei Arten installieren. Die beiden Möglichkeiten werden unter Grafikkarten/ATI/fglrx genauer beschrieben. Empfehlenswert ist der Weg über die Ubuntu-Paketquellen, da diese Treiber meist am zuverlässigsten (auch im Hinblick auf die Schlafmodi) funktionieren.
Nach erfolgreicher Treiber-Installation kann man mit folgendem Befehl [1] seine Taktfrequenzen anzeigen lassen:
aticonfig --lsp
core/mem [flags] --------------- 1: 105/122 MHz [low voltage] 2: 209/182 MHz [low voltage] 3: 392/250 MHz [overdrive, default state]
In die einzelnen Modi kann man leicht mit folgendem Befehl [1] wechseln:
aticonfig --set-powerstate=1
Using /etc/X11/xorg.conf Warning: Option 'PowerState' won't affect future sessions. aticonfig: Writing to '/etc/X11/xorg.conf' failed. Permission denied.
Wenn diese Fehlermeldung erscheint, kann bzw. muss man sie getrost ignorieren. Selbst wenn man mit dem Befehl sudo arbeitet und die Zeile Option "PowerState" "1" geschrieben wird (siehe obigen Ausdruck der xorg.conf), ignoriert sie der XServer.
Aus obigem Grund muss man die Powerstates immer per Hand einstellen oder den Befehl bei jedem Systemstart ausführen lassen. Da aticonfig jedoch nur innerhalb des X-Servers gestartet werden kann, ist der gewohnte Autostart über rc.local nicht möglich. Es gibt aber genügend andere Möglichkeiten dafür:
Den Befehl in den Autostart des Nutzers eintragen.
Die Datei /etc/gdm/Init/Default (GNOME) bzw. /etc/kde3/kdm/Xsetup (KDE) am Ende vor exit 0 um eine Zeile mit dem Befehl ergänzen.
Der Stromspar-Modus des fglrx-Treibers funktioniert nur im Singlehead-Betrieb. Dieser Modus wird in der Datei /etc/X11/xorg.conf festgelegt, wo jeweils nur eine Device Section, Screen Section und Monitor Section existieren darf. Ein Dual-Head Setup kann auch ungewollt entstanden sein, wenn man den fglrx-Treiber mit der automatischen Konfiguration mittels sudo aticonfig --initial installiert hat.
Um trotz Stromspar-Modus einen zweiten Monitor benutzen zu können, sollte man diesen in der Device-Section definieren. Ein Beispiel dazu findet sich hier: ATI Big-Desktop HOWTO bei ubuntuforums.org 
Mit welcher Hardware funktioniert diese Anleitung?
Acer Aspire 1691(WLMi)
Acer Aspire 5652(WLMi)
Acer Travelmate 4002 LMI
Acer Travelmate 2451 WLMi
Asus A7vc (allerdings: BAT0 anstatt BAT1 verwenden)
Fujitsu Siemens Amilo Pa 2510
Fujitsu Siemens Esprimo Mobile v5505
HP Compaq nx6325
HP Compaq nx8220
HP Compaq nx9420
HP Pavilion 8318ea
IBM ThinkPad T40/41/42/43
IBM ThinkPad X41
Samsung X20 1600 II/III
Samsung X20 1730 II
Samsung X20 1860 Student-Book Edition
Toshiba Satellite A100 - 773
Dell Inspiron 6400
Dell XPS-M1530
Die Liste ggf. ergänzen!
Ich habe alle Hinweise befolgt, meine Akkulaufzeit ist aber trotzdem zu niedrig.
Vermutlich funktioniert einer der Stromsparmechanismen nicht. Es sollte deshalb bei jedem Schritt genau überprüft werden, ob die erwarteten Verbrauchs-Einsparungen (laut Wiki-Richtwerten) erzielt wurden. So kann der "Übeltäter" meist leichter gefunden werden.
Ich kann zwar den ATI-Powerstate ändern, aber der Stromverbrauch sinkt trotzdem nur minimal
Dieses Problem wurde leider schon recht häufig berichtet. Aktuellere ATI-Treiber nach der alternativen Treiber-Installation haben da nur selten Abhilfe geschafft.
Funktioniert mit dem ATI-Treiber der Standbymodus?
Ja, seit Version 8.19.10 wurde der Treiber hinsichtlich der Suspend-to-RAM-Kompatibilität stark verbessert. Dennoch kommt es auf einigen Notebooks evtl. noch zu Problemen mit dieser Funktion. Der von Ubuntu 8.04 Hardy Heron mitgelieferte Treiber funktioniert problemlos.
LessWatts.org
- von Intel gestartetes Projekt, dass sich mit Stromsparen unter Linux beschäftigt, u.a. durch PowerTOP
ReducedPowerUsage
Spezifikation der Entwickler zum Thema
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