ubuntuusers.de

ubuntuusers.deWikiSonderzeichen

Sonderzeichen

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Eingabe von Sonderzeichen über Tastaturkürzel

Allgemeines

Deadkeys (Akzenttasten)

Zur Eingabe bestimmter Sonderzeichen ist es erforderlich, zwei Tasten(kombinationen) hintereinander zu drücken. Dabei wird das Zeichen erst ausgegeben, nachdem die zweite Taste gedrückt wurde. Beispielsweise erzeugt (bei entsprechender Konfiguration) ein Tastendruck auf ´ zunächst keine Ausgabe, anschließendes Drücken von E ergibt é. Will man das Zeichen ´ ausgeben, so erreicht man dies durch zweimaliges Drücken von ´ .

In diesem Fall wird die Taste ´ als "Tottaste" ("Deadkey"), auch Akzenttasten genannt, bezeichnet. Die Konfiguration der Deadkeys muss getrennt für die virtuellen Konsolen, den X-Server und die Desktopumgebung geschehen.

Belegungsvarianten

Neben der vollständigen Aktivierung bzw. Deaktivierung der Deadkeys existieren noch einige Varianten, wobei nur bestimmte Deadkeys verwendet werden können.

Benötigt man lediglich die Akzente ´ und `, so empfiehlt sich die Variante deadgraveacute. Mit dieser Belegung lässt sich auch die Tilde ~ komfortabel eingeben.

Belegungsvarianten
Variante Tottasten Geeignet zum Tippen von...
Standard ^ ~ ` ´ El Niño, Crème Fraîche, Café
deadgraveacute ` ´ ~/.mozilla/, a^2 + b^2 = c^2, Café Crème
deadacute ´ ~/.mozilla/, a^2 + b^2 = c^2, echo "Es ist `date +%H:%M` Uhr.", Café
nodeadkeys (keine) ~/.mozilla/, a^2 + b^2 = c^2, echo "Es ist `date +%H:%M` Uhr."

Hinweis:

Der Akut ´ wird praktisch nie alleinstehend verwendet. Das Zeichen sollte nicht mit einfachen Anführungszeichen ‘ ( Alt Gr + + V ) oder dem Apostroph ’ ( Alt Gr + + B ) bzw. dem Schreibmaschinen-Ersatzzeichen ' ( + # ) verwechselt werden. Weitere Informationen liefert z.B. der Wikipedia-Artikel "Apostroph"

Einstellung von DEADKEYS

Unter GNOME

Deadkeys lassen sich wie folgt deaktivieren:

  1. "System -> Einstellungen -> Tastatur"

  2. Hier auf Karteireiter "Belegungen"

  3. "Hinzufügen" anklicken

  4. Unter dem Karteireiter "Land" Land "Deutschland" und die Variante "Deutschland Akzenttasten deaktivieren" auswählen (entspricht der Variante nodeadkeys) und bestätigen. Hier sind auch die anderen Varianten deadgraveacute bzw. deadacute zu finden. Bei der standardmäßig eingestellten Variante "Deutschland" sind alle Deadkeys aktiviert.

  5. Belegung dann zur Vorgabe machen, indem man es bei mehreren Tastaturlayouts an die oberste Position schiebt.

Deadkeys können unter GNOME folgendermaßen eingestellt werden:

  1. "System -> Einstellungen -> Tastatur"

  2. Hier auf Karteireiter "Belegungen"

  3. "Hinzufügen" anklicken

  4. Optionlisten "German" aufklappen, dort "Dead acute" auswählen und bestätigen.

  5. Belegung dann zur Vorgabe machen (Häkchen setzen) oder gegebenenfalls die erste einfach entfernen.

Unter KDE

Entsprechend wählt man unter KDE:

  1. "Systemeinstellungen -> Regionaleinstellungen & Sprache -> Tastaturlayout"

  2. "Tastaturlayouts aktivieren" wählen

  3. Optional: In der Liste verfügbare Belegungen die gewünschte Sprachvariante doppelklicken

  4. Bei "Aktive Belegungen" die entsprechende Belegung anklicken und unter "Belegungsvariante:" das gewünschte Deadkey-Verhalten festlegen.

  5. Ungewünschte Belegungen aus der rechten Liste entfernen oder nach unten schieben.

In der XServer-Konfiguration

Um Deadkeys für den XServer zu konfigurieren, muss man die Datei /etc/X11/xorg.conf in einem Editor mit Rootrechten [1] bearbeiten. Dort sucht man nach "XkbVariant" und trägt die gewünschte Variante ein, z.B.:

Section "InputDevice"
        Identifier      "Generic Keyboard"
        Driver          "kbd"
        Option          "CoreKeyboard"
        Option          "XkbRules"      "xorg"
        Option          "XkbModel"      "pc105"
        Option          "XkbLayout"     "de"
        Option          "XkbVariant"    "deadgraveacute"

Will man die Deadkeys komplett abschalten, so ersetzt man "deadgraveacute" durch "nodeadkeys".

Hinweis:

Standardmäßig sind sämtliche Deadkeys deaktiviert.

Eine Aktivierung sämtlicher Deadkeys ergibt sich durch Löschen oder Auskommentieren der letzten Zeile.

Danach muss der XServer neugestartet werden. Nach dem Neustart erscheint unter Umständen ein Hinweisfenster:

Die Einstellungen der X-Systemtastatur weichen von Ihren momentanen GNOME-Tastatureinstellungen ab. Welchen Satz wollen Sie verwenden?

Dabei muss die gewünschte Einstellung gewählt werden.

In den virtuellen Terminals

Die virtuellen Terminals ( Strg + Alt +[ F1 - F6 ]) verwalten die Deadkeys getrennt vom XServer. Hier geschieht die Konfiguration mittels Eingabe von

sudo dpkg-reconfigure console-setup 

in einem Terminal [2].

Übersicht der Sonderzeichen

Nun können folgende Sonderzeichen eingegeben werden; dabei muss zunächst die Taste(nkombination) in der linken Spalte gedrückt werden, um dann nach Eingabe des Grundzeichens (ggf. in Kombination mit der Umschalttaste) das entsprechende Sonderzeichen in der rechten Spalte zu erhalten:

Übersicht
Taste(nkombination) Zeichen
Alt Gr (gedrückt lassen) ¬¹²³¼½¬{[]}\¸@ł€¶ŧ←↓→øþ¨~æßðđŋħjĸł˝^` |«»¢“”nµ─·
+ Alt Gr (gedrückt lassen) ¬¡⅛£¤⅜⅝⅞™±°¿˛ΩŁ€®Ŧ¥↑ıØÞ°¯Æ§ÐªŊĦJ&Ł˝ˇ˘¦<>©` 'Nº×÷˙˙
` ẃéŕźúíóṕǘáśǵḱĺýćńḿ; bzw. mit ẂÉŔŹÚÍÓṔǗÁŚǴḰĹỲĆŃḾ
+ ` ẁèùìòǜàỳǹ; bzw. mit ẀÈÙÌÒǛÀỲǸ
Alt Gr + ` ȩŗţşḑģḩķļçņ; bzw. mit ȨŖŢŞḐĢḨĶĻÇŅ
Alt Gr + + ` ęųįǫą; bzw. mit ĘŲĮǪĄ
Alt Gr + + ẽũĩõãỹṽñ; bzw. mit ẼŨĨÕÃỸṼÑ
^ ŵêẑûîôâŝĝĥĵŷĉ; bzw. mit ŴÊẐÛÎÔÂŜĜĤĴŶĈ
Alt Gr + Ü ẅëẗüïöäḧÿẍ; bzw. mit ẄËÜÏÖÄḦŸẌ
Alt Gr + + Ü ẘůåẙ; bzw. mit ŮÅ
Alt Gr + + + ēūīōāȳ; bzw. mit ĒŪĪŌĀȲ
Alt Gr + Ö űő; bzw. mit ŰŐ
Alt Gr + und Ä ěřťžǔǒšďǧȟǰǩľčň; bzw. mit ĚŘŤŽǓǑŠĎǦȞǨĽČŇ
Alt Gr + + # ĕŭĭŏă; bzw. mit ĔŬĬŎĂ
Alt Gr + J oder Alt Gr + - ẹụịọạḥỵ; bzw. mit ẸỤỊỌẠḤỴ
Alt Gr + + J oder Alt Gr + + - ėṫżiȯṗȧṡḋġḣẏẋċḃṅṁ; bzw. mit ĖṪŻİȮṖȦṠḊĠḢẎẊĊḂṄṀ

Wer einfach nur die Zeichen ´, `, ^ oder ~ eingeben will, muss die jeweilige Taste doppelt betätigen (bzw. beim ~ die Kombination mit Alt Gr ).

Wem jetzt noch Zeichen fehlen, der kann sich das Applet "Zeichenpalette" zum GNOME-Panel hinzufügen und sich mithilfe der GNOME-Zeichentabelle (unter " Anwendungen -> Zubehör") eigene Paletten zusammenstellen, bei denen das entsprechende Zeichen nur zum Kopieren angeklickt und zum Einfügen im entsprechenden Programm die mittlere Maustaste betätigt werden muss.

Eine Zeichentabelle für KDE bietet das Progamm kcharselect.

Zugang zu allen Unicode-Zeichen

Mancher mag vielleicht von Windows daran gewöhnt sein, Zeichen über den ASCII-Code mit Alt Gr einzugeben. In einer GTK+ basierten Anwendung kann man dies, indem man Strg + + U drückt, diese Tastenkombination für Unicode-Zeichen ist unter der ISO Norm ISO-14755 standardisiert. Nach der Eingabe erscheint ein 'u̱' für Unicode. Danach muss man dann den Zeichencode eingeben. Dieses darf aber nicht wie in Windows der Dezimalwert sein, sondern es muss der Hexadezimalwert sein. Für Qt und KDElibs basierte Anwendungen wurde diese Norm noch nicht umgesetzt.

Unter Gnome und XFCE bietet das Programm Zeichentabelle eine gute Möglichkeit, den hexadezimalen Unicode-Wert für alle möglichen Zeichen zu erfahren (z.B. u̱+0130 = İ). Für KDE gibt es dafür entsprechend das Progamm kcharselect.

Kombinationstaste (Compose Key)

Wer eigentlich die Option "nodeadkeys" behalten möchte, weil zur Programmierung Zeichen wie ´`~ und ^ häufig gebraucht werden, der kann akzentuierte Zeichen auch mit Hilfe der sogenannten "Kombinationstaste ( / Compose-Key)" eingeben. Diese liegt bei einer PC-Tastatur auf der rechten Windows -Taste. Nach Drücken dieser Taste kann man dann zwei Tasten hintereinander drücken, die zu einem Zeichen zusammengezogen werden. So wird z.B. aus Comp, ´ und a á, aus Comp, / und o ø und aus Comp, = und L das Pfund-Zeichen £. Auch wenn man an einer fremdsprachigen Tastatur Umlaute eintippen möchte, funktioniert das über diesen Mechanismus: Comp plus " plus a ergibt so ein ä. Die Lage der Taste läßt sich frei einstellen (notwendig z.B. bei amerikanischer Notebooktastatur) unter "System -> Einstellungen -> Tastatur Belegung (USA) -> Optionen -> Position der Compose Taste"

Eine Auflistung, welche Kombinationen möglich sind (und das sind eine ganze Menge), findet man in der Datei /usr/share/X11/locale/en_US.UTF-8/Compose. (Es gibt keine eigene deutsche Konfigurationsdatei dafür, deswegen wird die englische benutzt.)

Gnome

Der Desktop GNOME benutzt standardmäßig eine eigene, hartkodierte Compose-Tabelle {en}, die von der alten ISO-8859-1-Tabelle abgeleitet ist, und auf jedem Gnome-Desktop gleich sein soll. Unglücklicherweise ist diese bei weitem nicht so vollständig, wie die oben erwähnte aus /usr/share/X11/. Wer sich also daran stört, dass die Eingabe einiger Zeichen wie ð, oder so nicht möglich ist, der kann dieses Verhalten auch abstellen, so dass die voreingestellte Tabelle des X-Servers benutzt wird.

Dazu muss entweder in die Datei /etc/environment - falls die Änderung global für alle Benutzer gelten soll - oder in die u.U. neu anzulegende Datei ~/.gnomerc folgende Zeile eingetragen werden:

export GTK_IM_MODULE="xim"

Eigene Tastenkombinationen

Um sich eigene Tastenkombinationen für den Compose-Key zu erstellen, kopiert man erstmal die Datei /usr/share/X11/locale/en_US.UTF-8/Compose nach ~/.XCompose und erweitert diese dann mit einem Texteditor[1]. Jeweils eine Zeile bezeichnet eine neue Tastenkombination. Am Anfang der Zeile stehen die einzelnen Tasten in spitze Klammern eingeschlossen, wobei <Multi_key> nicht weggelassen werden darf. Dann folgt ein Doppelpunkt und der Ersatztext in Anführungszeichen, der u.U. aus der Zeichentabelle kopiert werden muss. Der Rest der Zeile dient als Kommentarfeld. Als (zugegebenermaßen etwas sinnloses) Beispiel wird die Tastenkombination Comp e t als alternative Eingabemethode für das kaufmännische Und-Zeichen eingeführt:

<Multi_key> <e> <t>			: "&"

On-Screen-Keyboard

Möchte man eine Übersicht über alle Sonderzeichen sehen, die sich hinter den Tastenkombinationen mit Comp Shift und den einzelnen Tasten verstecken, kann sich diese mit dem Tool onBoard ansehen

Diese Revision wurde am 28. März 2014 14:05 von Cordess erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: System