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Scanner

Hinweis:

Sollten von Scanprogrammen fälschlicherweise eine eingebaute TV-Karte oder Webcams erkannt werden, so kann man in der Datei /etc/sane.d/dll.conf den Eintrag "v4l" mit einem Editor [1] auskommentieren und so das Erkennen dieser Geräte verhindern.

Wiki/Icons/scanner.png Scanner werden unter Linux üblicherweise über die Software SANE angesprochen. Als Oberfläche dienen z.B. XSane unter GNOME oder Skanlite/Kipiplugins unter KDE. Diese Programme bieten Zugriff auf alle von Sane unterstützen Funktionen. Leider sind Scannerprogramme unter Linux nicht vergleichbar zu den Programmen die man unter Windows kennt, es fehlen durchweg wichtige - professionelle - Funktionen (z.B. entrastern, Staub/Fleckenentfernung). Die Installation von Treibern oder Kernel-Modulen ist im Regelfall nicht nötig, kann aber im Einzelfall notwendig sein.

Artikel zu bestimmten Scanner-Typen:

Eine Liste der von Sane unterstützten Geräte findet man auf der Sane Webseite, Supported Devices {en} .

Sonstiger Link:

Hardware

Um vollen Zugriff auf Hardware (u. a. auch Scanner) zu haben, ist normalerweise eine Root-Berechtigung nötig. Es ist jedoch unter Ubuntu nicht nötig, Programme, die auf den Scanner zugreifen sollen, mit Root-Rechten zu starten. Diesen Zugriff kann man auch über die Gruppenzugehörigkeit zur Gruppe "scanner" regeln. Man muss lediglich sicher stellen, dass lokale Benutzer in die Gruppe "scanner" eintragen [4] sind.

USB

Normalerweise sollten USB-Scanner automatisch erkannt werden. Ist das nicht der Fall, lohnt sich (möglichst schon vor dem Kauf) ein Blick auf die Liste der von SANE unterstützten Scanner.

Manche Scanner brauchen einen anderen Treiber als der auf dem Gerät aufgedruckte Name vermuten ließe. Im Zweifelsfall hilft die USB-ID weiter, die sich mit dem Kommando

lsusb 

ermitteln lässt. Eine gute Referenz (mit Benutzererfahrungen) zu allen unter Linux unterstützen USB-Geräten findet sich auch unter http://www.linux-usb.org/ {en} (Device Support -> Working Device List).

Rechte-Probleme

Falls sich in Ubuntu 9.10 Karmic USB-Scanner nicht verwenden lassen muss die Datei /lib/udev/rules.d/40-libsane.rules editiert werden. Passend zum Scanner folgenden Beitrag hinzufügen:

# Herstellername oder Bezeichnung
ATTRS{idVendor}=="xxx", ATTRS{idProduct}=="xxx", ENV{libsane_matched}="yes"

Hierzu sind Root-Rechte erforderlich. Zum Ermitteln der Hersteller-(=Vendor)id und der Geräte-(=Product)id bitte im Terminal "sudo lsusb" ausführen. Beispielausgabe:

Bus 002 Device 005: ID 04b8:012d Seiko Epson Corp. Perfection V10/V100 (GT-S600/F650)
Bus 002 Device 004: ID 2040:7070 Hauppauge Nova-T Stick 3
Bus 002 Device 001: ID 1d6b:0002 Linux Foundation 2.0 root hub
Bus 005 Device 002: ID 046d:c518 Logitech, Inc. MX610 Laser Cordless Mouse

04b8 ist die idVendor ( = Epson) und 012d die idProduct ( = V10/V100)

Falls sich in Ubuntu 9.04 Jaunty USB-Scanner nur als "root" verwenden lassen, kann es helfen, in der Datei /lib/udev/rules.d/50-udev-default.rules den Eintrag 0664 auf 0666 im libusb device nodes Abschnitt abzuändern. Hierzu sind Root-Rechte erforderlich.

Bei Ubuntu Versionen bis einschließlich Intrepid Ibex 8.10 wird in der Datei /etc/udev/rules.d/40-basic-permissions.rules in den Zeilen

SUBSYSTEM=="usb", ENV{DEVTYPE}=="usb_device", MODE="0664"
SUBSYSTEM=="usb_device",		MODE="0664"

den Wert für MODE in 0666 verändert, sodass alle Benutzer Zugriff auf die Geräte haben sollten.

Rechte bei Parallelportscannern: Unter Xubuntu 9.04 kann es hilfreich sein, den aktuellen Benutzer zur Gruppe lp hinzuzufügen, die nicht nur in Xubuntu für die Geräte lpX und parportX zuständig ist.

gpasswd -a Benutzername lp

Normalerweise haben auf diese Geräte nur der Eigentümer root und die Gruppe lp Lese- und Schreibzugriff, wie ein kurzes ls -l /dev/lp* bzw. ls -l /dev/parport* zeigt. Ggf. hilft es, wenn nicht nur root Zugriff auf das Gerät (z.B. Scan/Druckkombination Hewlett-Packard PSC 500) erhält. Außerdem installierte Synaptic nicht automatisch die PythonQt4-Bibliotheken für das Frontend hp-toolbox mit.

Achtung: Es gibt Scanner, die nur über den USB-Stecker mit Strom versorgt werden. Das ist in der Regel auch kein Problem, allerdings kann es durch Anschluss mehrerer großer Stromverbraucher zur Überlastung des USB Ports kommen. Dann kann es z.B. passieren, dass ein angeschlossener USB-Scanner das Einhängen einer externen Festplatte unmöglich macht.

Abhilfe schafft in diesem Fall ggf. der Einsatz eines USB-Hubs mit eigener Stromversorgung, an den die großen Verbraucher angeschlossen werden. Teilweise funktionieren die Scanner aber auch nur bei direktem Anschluss an einen USB-Port des Rechners.

Parallelport

Parallelport-Scanner werden nicht automatisch erkannt. Eine ausführliche Beschreibung, wie die entsprechenden Konfigurationsdateien zu bearbeiten sind, existiert für den Scanner Mustek 1200. Sie dient als Beispiel auch für die Einrichtung anderer Parallelport-Scanner. Weiterhin können Parallelport-Scanner meist nur als "root" angesprochen werden. Damit auch normale Benutzer auf den Scanner zugreifen können, ist entweder die Netzwerklösung bzw. sudo zu verwenden.

Scanner im Netzwerk

Die Konfiguration eines Scanservers erfolgt durch die Konfiguration und Aktivierung des Scandaemons saned von SANE. Ein anderer Wiki Artikel beschreibt die Einrichtung eines solchen SANE Scanservers.

Software

Simple_Scan.png

Simple-Scan

Simple Scan {en} wird ab Ubuntu 10.04 LTS XSane als Standard-Scanprogramm im Gnome-Desktop ersetzen. Es befindet sich derzeit noch in Entwicklung. Ebenso wie XSane und viele andere Scanprogramme ist es ein Sane-Frontend. Im Vordergrund steht eine möglichst einfache Bedienung (von daher fehlen auch ausgefeilte Scanneroptionen, Vorschau etc.). Derzeit kann es für Ubuntu 9.10 aus einem PPA installiert werden Simple-Scan {en}, es existieren auch fertige Pakete Pakete {dl}, die ohne das PPA verwendet werden können. Details unter Simple Scan

xsane.png

XSane

XSane {en} ist ein Scanprogramm mit einer GTK+ Oberfläche. Es bietet sich also an XSane unter GNOME oder Xfce zu nutzen. XSane bietet umfangreiche Vorschaufunktionen, alle Scanprogramm-typischen Einstellungen wie Auflösung, Anzahl der Farben usw., ein Histogramm, Optionen zu Verbesserung des Scans und Drehen der Vorschau und des fertigen Scans. Mehr Informationen findet man im Artikel zu XSane.

Gimp

Über "Datei -> Erstellen -> XSANE..." kann man mit XSane direkt in das Grafikprogramm scannen. Eine nützliche Funktion, wenn man die gelesenen Bilder gleich weiterbearbeiten will.

Skanlite

Skanlite ist ein einfaches Scanprogramm für KDE ab Intrepid Ibex und löst Kooka in KDE 4 ab. Es ist dafür gedacht, Bilder zu Scannen und danach abzuspeichern. Es bietet Zugriff auf beinahe alle von Sane unterstützten Optionen für den jeweiligen Scanner. Weitere Details in Skanlite.

kipiplugins.png

Kipiplugins

In den Kipiplugins (ab 0.80) ist mit 'Bilder einlesen' ein einfaches Scanprogramm für KDE. Alle Programme (z.B. digiKam ) welche die kipiplugins benutzen können somit Bilder einlesen. Mit 'Bilder einlesen' funktioniert das Programm als 'stand-alone'. Die Funktionalität entspricht Skanlite, es ist daher nicht nötig, beide Programme zu installieren.

JFotokopie

JFotokopie ist ein einfach zu bedienendes Sane-Frontend, das die grundlegenden Funktionen eines Fotokopierers nachbildet. Es wurde von iskarion als Java-Programm entwickelt und setzt eine SANE-fähigen Scanner voraus.

gscan2pdf.png

gscan2pdf

gscan2pdf {en} ist ein neues Programm, das die Erstellung von PDF-Dokumenten aus gescannten Dokumenten erleichtern soll. Ähnlich wie bei einem Kopierer kann man Seite für Seite einscannen und dann als PDF oder TIFF abspeichern. Weitere Einzelheiten in gscan2pdf.

openofficescan.png

OpenOffice

OpenOffice kann auch scannen. Man erreicht das Menü über "Einfügen -> Bild -> Scannen..." Zunächst wird eine Quelle ausgewählt, d.h. Auflösung, Bildausschnitt, Scanner (falls mehrere vorhanden sind), Farbtiefe etc. angegeben. Im zweiten Schritt wird mit "Anfordern" der Scanvorgang gestartet. Openoffice bietet (auf etwas unkomfortablen Weg) genau wie XSane oder Skanlite Zugriff auf alle von Sane unterstützen Optionen für den Scanner.

imagescan.png

iScan

iScan wird zusammen mit den proprietären Scannertreibern von Epson installiert und besitzt ein Gimp-Plugin. Es ist ein sehr einfaches Scannerfrontend mit wenigen Optionen und funktioniert ausschließlich mit den von Epsonkowa unterstützten Epson Scannern.

ScanGear

ScanGear wird zusammen mit den proprietären Scannertreibern von Canon installiert und funktioniert ausschließlich mit diesen.

flegita041.png

Gnome Scan

Gnome Scan {en} ist eine einfache Scannerumgebung für Gnome. Es befindet sich noch in Entwicklung, ist aber bereits in Ubuntu enthalten. Die aktuelle Version gibt es in Launchpad. Gnome Scan ist sehr einfach zu bedienen und stellt für Gelegenheitsanwender eine einfache Alternative zu XSane da. Das Programm kann über die Paketquellen mit dem Paket

  • gnomescan

installiert [2] werden. Anschließend findet man es im GNOME-Menü unter

  • " Anwendungen -> Grafik -> Scan-Werkzeug"

Wenn nach Start von Gnome Scan die Fehlermeldung "open of device v4l:/dev/video0 failed: Invalid argument" erscheint, so liegt dies oft daran das Gnome Scan eine Webcam als Scanner identifiziert. Um dies zu umgehen, editiert[1] man die /etc/sane.d/v4l.conf-Datei von "sane" mit Root-Rechten[5], und wählt die Video-Geräte darin mit jeweils der Zeile vorangestelltem "#" ab.

kooka.png

Kooka

Kooka {en} ist ein Scanprogramm für die KDE Desktopumgebung (allerdings bei KDE 4 nicht mehr enthalten), mit dem man Bilder und Texte in den Computer einlesen kann. Eingelesene Texte können aus Kooka heraus direkt durch ein Texterkennungsmodul (OCR) mit Rechtschreibprüfung in Textdaten umgewandelt werden. Kooka wird automatisch bei der Installation von KDE mitinstalliert, möchte man es z.B. auch unter GNOME nutzen, so kann man Kooka über das Paket

  • kooka (bis einschließlich Hardy Heron)

nachinstallieren [2]. Unter KDE findet man Kooka im Menü unter

  • "K-Menü -> Graphik -> Kooka Scan- und OCR-Programm"

Vuescan

Für den Fall, dass ein Scanner absolut nicht mit SANE zusammenarbeiten will, kann ein Seitenblick auf Vuescan {en} lohnenswert sein. Vuescan ist eine kommerzielle Software, die viele Scanner {en} unterstützt, vor allem Filmscanner. Die Software läuft unter Linux, Windows und Mac.

Nachbearbeitung

Scan Tailor

Scan Tailor {en} ist Programm, mit dem Scans bearbeitet werden können, um z.B. bessere Ergebnisse bei einer anschließenden Texterkennung zu erzielen, oder sie für die Archivierung zu optimieren. So können u.a. Seiten aufgeteilt, gerade gezogen und unerwünschte Ränder entfernt werden. Die Bearbeitung kann automatisiert erfolgen, es lassen sich aber auch umfangreiche manuelle Einstellungen für verschiedene Aufgaben vornehmen. Näheres unter Scan Tailor

unpaper

unpaper {en} ist ein mächtiges Kommandozeilenprogramm zur Nachbearbeitung von fotokopierten/gescannten Bild- und Textvorlagen. Es wurde für die automatische Stapelverarbeitung von großen Datenmengen konzipiert (z.B. E-Books). Hauptziel der Entwicklung war es, für den Bildschirm besser lesbare PDF-Dokumente erstellen zu können, unpaper kann aber z.B. zur Vorbereitung von Texterkennung, Digitalisieren, Konservieren und Archivieren von gescannten Vorlagen verwendet werden. Siehe unpaper.

Texterkennung (OCR)

Programme zur Texterkennung selbst werden im Übersichtsartikel Texterkennung (OCR) {Übersicht} vorgestellt.

Farbmanagement

Wer in XSane etc. Farbprofile für die Scanner verwenden möchte, muss die ICC/ICM-Dateien mit root-rechten nach /usr/share/color/icc kopieren, damit sie automatisch gefunden werden. In vielen Fällen bieten die Hersteller die Dateien weder als Teil der Linux-Treiber noch separat zum Download an, daher müssen die ICC/ICM-Dateien leider von einer Windows-Installation kopiert werden. Die Farbprofile befinden sich dort üblicherweise im Verzeichnis /WINDOWS/system32/spool/drivers/color.

Zukünftig wird der GNOME Color Manager {en} die Verwaltung und Anwendung von Farbprofilen zentralisieren und vereinfachen (zusammen mit Argyll {en} lassen sich auch Profile erstellen). Wer bereits jetzt damit experimentieren möchte findet fertige Pakete für Ubuntu 9.10 im PPA {en} von Pascal de Bruijn.

Schwierige Fälle

Manche Scanner können derzeit nur über die Original-Hersteller-Software und nur unter Windows angesprochen werden (z.B. Reflecta DigitDia 5000, Canon CanoScan 8400F etc.). Mit einem kleinen Trick ist es aber immerhin möglich, einen solchen Scanner aus einer virtuellen Maschine heraus anzusprechen (z.B. W2K als Gastsystem unter VMWare Server 2.0). Das folgende Vorgehen hat zumindest für den Reflecta DigitDia 5000 funktioniert:

VMWare Server 2.0 aufsetzen, wie in VMware Server 2 beschrieben. Samba installieren, wie in Samba Server GNOME beschrieben, damit die Gast-Systeme in VMWare auch auf die Festplatten des Wirts-Systems zugreifen können. Innerhalb VMWare ein Windows-System installieren, z.B. W2K. (Nicht vergessen, den USB-Controller mit einzurichten.) Die Original-Scanner-Software CyberViewX installieren. Der Installer fordert gegen Ende der Installation dazu auf, den Scanner anzuschließen und einzuschalten. Anschließend beschwert er sich dann, weil er keinen Zugriff auf den Scanner hat. Dies ist normal. Das Gast-System herunterfahren und aus VM-Ware ausloggen. Jetzt kommt der Trick: /etc/fstab editieren und folgende Zeile anfügen:

usbfs        /proc/bus/usb    usbfs    auto,devmode=0666    0    0

Das Attribut "devmode=0666" ist wichtig: jeder muss Lese-/Schreib-Zugriff zu USB-Geräten bekommen. "sudo mount usbfs" und danach "mount" eingeben und prüfen, ob das "usbfs" tatsächlich mit "devmode=0666" gemountet wurde. Scanner einschalten, VMWare/W2K-Gast-System hochfahren. Im W2K-Fenster wird oben ein Devices-Tab angezeigt, darin steht ein Eintrag "Genesys Logic USB device", das ist der Scanner. Im Untermenü "Connect" auswählen, danach erscheint die Message-Box "New Hardware found". Cyberview, und damit auch Vuescan haben jetzt Zugriff auf den Scanner. Geschwindigkeit und Performance sind wie bei einem echten Windows-System.

Scannen ist (leider) ein ziemlich komplizierter Prozess und gerne werden dabei Einstellungen falsch gesetzt (sehr beliebt: mit viel zu großen DPI-Werten scannen, 300 DPI sind in nahezu allen Fällen mehr als ausreichend). Eine umfangreiche Einführung ins Scannen findet sich hier (bedauerlicherweise ausschließlich in englisch):


Diese Revision wurde am 17. April 2010 um 13:19 Uhr von Heinrich Schwietering erstellt.
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