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Oneiric Ocelot

Die nächste Ubuntuversion nach Natty Narwhal heißt 11.10 „Oneiric Ocelot“ („Träumerischer Ozelot“) und ist die 15. Ausgabe von Ubuntu. Diese Version wird ab dem Veröffentlichungstermin 18 Monate lang mit Aktualisierungen versorgt. Die aktuelle LTS-Version ist Precise Pangolin 12.04.

Ubuntu 11.10
Basisdaten
Codename: Oneiric Ocelot
Deutsche Übersetzung: Verträumter Ozelot
Status: nicht mehr unterstützt
Veröffentlichungstermin: 13. Oktober 2011
Unterstützt bis: 09. Mai 2013
Zeitleiste: « 11.04 ... 11.10 ... 12.04 LTS »

Allgemein

Entwicklungsziele

Der Entwicklungsschwerpunkt von Ubuntu 11.10 lag auf „oneiric“, welches sehr gut mit „träumerisch“ übersetzt werden kann. Mark Shuttleworth begründet diese Entscheidung damit, dass die Version schlicht und sauber sein soll. Des Weiteren soll sie die Kompetenz von Ubuntu-Entwicklern und dem Ayatana-Projekt {de} deutlich machen: „Oneiric heißt 'träumerisch' – und die Kombination mit Ozelot erinnert mich an die Art, wie Innovationen erscheinen: teils Tagträume, teils Disziplin“, so Mark Shuttleworth.

Es ist geplant, Qt bereits in der Standardinstallation in das System einzupflegen. Dadurch gibt man Entwicklern mehr Optionen und Möglichkeiten, funktionale und optisch gut aussehende Programme unabhängig von der Grafikbibliothek zu entwerfen.

Kernel

Als Kernel wird Version 3.0.0 (nach alter Zählweise 2.6.40) eingesetzt, da sich Linus Torvalds zum 20. Geburtstag von Linux entschieden hat, die Nummer der Hauptversion um eins zu zu erhöhen. Allerdings betont er selbst, dass es sich hier eher um eine kosmetische Änderung als um einen gravierenden Versionssprung handelt.

Beim Einsatz auf Sandy-Bridge-Prozessoren (neuere Core i) ist bei dieser Kernelversion mit einem erhöhten Stromverbrauch {de} zu rechnen. Abhilfe schafft die Verwendung des Boot-Parameters i915.i915_enable_rc6=1 (siehe hier). Auf manchen Systemen führt die Aktivierung von RC6 allerdings zu Problemen. Weitere Kerneloptionen sind bei Phoronix {en} zu finden.

Eine Neuigkeit für Nutzer von 64-Bit Systemen: das Paket ia32-libs ist nun quasi überflüssig (Stichwort: Multiarch-Support). Dies kann aber bei Fremdpaketen zu Problemen führen, ein prominentes Beispiel ist Skype (bei der Version aus den offiziellen Paketquellen tritt das Problem nicht auf). Auch das Upgrade von Ubuntu 11.04 64-Bit kann betroffen sein.

Der neue Kernel 3.x hat allerdings auch einen für manche gravierenden Nachteil: das ReiserFS erfordert einen Kernelpatch, der für Kernel 3.x bisher nicht vorliegt (Stand: Dez. 2011).

Paketverwaltung

Das Software-Center ist nun nach Meinung von Canonical soweit gereift, dass es Synaptic als Paketverwaltung ablöst. Daher wird letzteres unter Ubuntu nicht mehr vorinstalliert. Xubuntu und Lubuntu besitzen jetzt ebenfalls ein Software-Center. Allerdings ist Synaptic leicht nachinstallierbar, da es weiterhin in der Paketquellen enthalten ist. Auch bei Kubuntu gibt es ein neues Programm: die Muon Suite (siehe unten).

Die Paketquelle backports ist nun per Voreinstellung aktiv. Allerdings gibt es Umstellungen für diejenigen, die Ubuntu schon längere Zeit nutzen. Einige Programme wurden aus den offiziellen Paketquellen entfernt. Dazu zählen beispielsweise:

Installationsmedien

Die Installationsmedien liegen nun als Hybrid-ISO-Images vor, was die Übertragung auf einen USB-Stick mit dd ermöglicht.

Ubuntu (Unity)

Standard-Desktop-Umgebung von Oneiric wird – wie schon in Ubuntu 11.04 – Unity sein und endgültig GNOME ersetzen. Als Alternative zum Standard-Unity-Desktop wird für leistungsschwächere Rechner Unity 2D angeboten, das auf mehr Hardware lauffähig sein soll. GNOME 2, das „klassische“ GNOME, das bei 11.04 noch als alternative Desktop-Umgebung genutzt werden konnte, entfällt ersatzlos. Stattdessen wird GNOME 3 in den Standard-Paketquellen enthalten sein. Einen detaillierten Überblick gibt es im Ikhaya-Artikel Die Neuerungen von Unity in Ubuntu 11.10 „Oneiric Ocelot“.

Firefox ist in der Version 7 enthalten, genauso wie Thunderbird, das Evolution als Standard E-Mail Client ersetzt. An Stelle von GDM wird LightDM neuer Display-Manager. Déjà Dup wird Standard-Datensicherungsprogramm. PiTiVi wird nicht mehr automatisch installiert.

Kubuntu (KDE SC)

Als Desktopumgebung von Kubuntu steht KDE SC in der Version Version 4.7 {en} zur Verfügung. Letzlich wurde im Entwicklungszeitraum sogar noch 4.7.1 {en}, veröffentlicht im September 2011, integriert. Die Notebookoberfläche {en} ist ohne weitere Zusatzpakete in den Systemeinstellungen verfügbar. Zusätzlich wurde der Medienspieler Amarok auf Version 2.4.3 {en} aktualisiert.

Achtung!

KMail wird auf KMail2 aktualisiert. Es wird daher dringend empfohlen, vor dem Upgrade eines Produktivsystems eine Sicherungskopie der persönlichen Daten von KMail, KOrganizer und KAddressBook zu erstellen, um der Möglichkeit eines Datenverlusts vorzubeugen. Mehr zu den Details auch auf Kmail 2.

Muon Suite

In Kubuntu 11.10 sind neue Werkzeuge zur Installation und Verwaltung von Software enthalten. Die Muon Suite {en} enthält sowohl einen Paket-Manager, die Muon Paketverwaltung, alsauch ein vereinfachtes Softwarecenter, die Muon Programmverwaltung. Beide zusammen ersetzen die bisherige Softwareverwaltung.

Low-Fat Settings

Über das neu hinzugefügte Paket kubuntu-low-fat-settings kann eine Sammlung von Einstellungen installiert werden, die eine Verringerung des Speicherverbrauchs und der KDE-Ladezeiten bewirken soll. Die Zielgruppe sind in 1. Linie Benutzer älterer Hardware. Dies wird beispielsweise. durch die automatische Deaktivierung der Arbeitsflächeneffekte oder verschiedener anderer Systemmodule (z.B. Nepomuk) realisiert und soll dazu beitragen Kubuntu auf älterer Hardware flüssiger laufen zu lassen.

Achtung!

Durch die Installation dieses Pakets werden ggf. vom Benutzer vorgenommene Systemeinstellungen überschrieben! Weitere Informationen gibt es in diesem Blogeintrag {en} .

Xubuntu (Xfce)

Xubuntu setzt wie der direkte Vorgänger auf Xfce 4.8. Auch hier wird der bisherige Displaymanager GDM gegen LightDM ausgetauscht. Bei den Anwendungsprogrammen ändert sich wenig:

Eine FAQ für Xubuntu 11.10 liefert einige Tipps zum neuen Release.

Lubuntu (LXDE)

Version 11.10 ist die erste Ausgabe von Lubuntu, die wie Kubuntu und Xubuntu offiziell von Canonical unterstützt wird. Damit einher geht die erstmalige Veröffentlichung einer Installations-CD für 64-Bit Systeme sowie einer Alternate-CD.

Ansonsten hat das Entwicklerteam um Julien Lavergne reine Produktpflege betrieben: die enthaltenen Programme wurden aktualisiert, weitere Neuerungen sind im Vergleich mit dem Vorversion kaum enthalten. Zur Steuerung der Energieverwaltung wird nun der neue Power-Manager von Xfce 4.8 als Ersatz für das GNOME-Pendant verwendet, als Mikroblogging-Client ist pidgin-microblog neu hinzugekommen. Als Displaymanager dient weiterhin LXDM. Der IRC-Client XChat wurde aus der Standardinstallation entfernt.

Damit bleibt Lubuntu seinen Zielen treu: eine sehr flinke Desktop-Umgebung, die insbesondere für den Einsatz auf älteren bzw. leistungsschwachen Rechnern optimal geeignet ist.

Diese Revision wurde am 26. Mai 2014 08:50 von aasche erstellt.
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