Monkey's Audio
ist ein verlustfreies Kompressions-Format für Audio-Dateien ähnlich dem FLAC-Codec, es produziert Dateien mit der Endung .ape. Um diese Dateien unter Linux verwenden zu können, muss Monkey's Audio Codec (MAC) installiert werden. Einige Anwendungen wie soundkonverter oder gnormalize können (oder konnten) über Plugins mit .ape-Dateien umgehen, sie benötigen dazu aber ebenfalls den Codec; ein gstreamer-Plugin
für .ape-Dateien wird offensichtlich nicht mehr weiterentwickelt.
Das Format ist für Linux daher nicht allzu interessant, manchmal geschieht es aber doch, dass man auf eine Monkey's Audio-Datei stößt und sie unter Linux verwenden möchte. Das Projekt MAC-PorMAC_SDK_399.zip, das bisher den Codec für Linux bereitgestellt hat, ist wegen lizenzrechtlicher Probleme bei SourceForge
entfernt worden. Daher ist es notwendig, den Codec aus dem Quellcode für Windows mitsamt eines Patches selbst zu kompilieren.
Der Quellcode kann auf der Seite von Moneky's Audio
heruntergeladen werden. Das Archiv in einen beliebigen Ordner entpacken [1].
Der Patch für Linux ist unter toxygen.net
erhältlich und muss in dasselbe Verzeichnis kopiert werden, in das auch das Code-Archiv entpackt worden ist.
Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die Versionsnummer des Programm-Codes mit derjenigen des Patches übereinstimmt. Bsp.: MAC_SDK_399.zip und MAC_SDK_399_Linux.diff
Für das Patchen muss folgendes Paket installiert[2] werden:
patch
Zum Patchen des Codes muss in einem Terminal [3] zuerst in dasjenige Verzeichnis gewechselt werden, in welches das Archiv entpackt und der Patch gespeichert worden ist. Danach ist folgender Befehl auszuführen (je nach Speicherort mit Root-Rechten):
patch -p0 < MAC_SDK_399_Linux.diff
Für das Kompilieren[4] müssen folgende Pakete installiert werden:
g++
nasm
Zudem ist im Unterordner /Source/Shared die Datei CircleBuffer.h zu editieren [5]. In den beiden Inline-Funktionen muss dort in einem Editor der Eintrag CCircleBuffer:: entfernt werden. Nun wird ins Unterverzeichnis /Source gewechselt. Dort kann nun mit make das Programm kompiliert werden [4] (da es sich um ein gepatchtes Win-Programm handelt, ist weder ./configure noch make install, bzw. checkinstall notwendig oder sinnvoll).
Alternativ kann man die nötigen Pakete für Monkey's Audio auch über Rarewares Debian-Paketquellen installieren. Informationen dazu finden sich auf rareware.org
.
Im Debian Multimedia Repository
findet man verschiedene Debian-Pakete, welche sich auch unter Ubuntu installieren lassen.
Fremdpakete können das System gefährden.
Anstatt zu Kompilieren kann man sich auch das .deb-Paket installieren [6]. Man kann es von iinet.net.au
herunterladen.
Hier zusätzlich noch eine 64-bit-Version
für 10.04 Lucid Lynx aus einem PPA.
So braucht in den nachfolgenden Anleitungen statt /PFAD/ZUM/ARCHIV/Source/mac nur noch mac eingegeben zu werden.
Der Kompilierungsvorgang hat im Unterordner /Source eine Datei namens mac erstellt, diese muss als erstes ausführbar gemacht werden [7]:
chmod +x /PFAD/ZUM/ARCHIV/Source/mac
Nun können nach folgendem Schema .ape-Dateien in .wav-Dateien umgewandelt werden (-d steht für decompress):
/PFAD/ZUM/ARCHIVE/Source/mac /PFAD/ZUR/AUSGANSDATEI.ape /PFAD/ZUR/AUSGABEDATEI.wav -d
Oder für alle .ape-Dateien in einem Verzeichnis:
for f in *.ape; do /Weg/zum/Archiv/Source/mac "$f" "`basename "$f" .ape`.wav" -d; done
Natürlich geht auch das umgekehrte, was aber wegen der mangelnden Kompatibilität zu Linux-Audioplayern nicht zu empfehlen ist. Als verlustfreies Kompressions-Format steht hier FLAC zur Verfügung. Wer dennoch .ape-Dateien erstellen will, kann mit der Option -c (für "compress") mit 1000, 2000, ..., 5000 den Komprimierungsgrad angeben (1000 = schwach, 5000 = sehr stark - die Umwandlung dauert entsprechend):
/PFAD/ZUM/ARCHIV/Source/mac /PFAD/ZUR/AUSGANGSDATEI.wav /PFAD/ZUR/AUSGABEDATEI.ape -c2000
Manchmal kommt man zu .ape- zusammen mit .cue-Dateien. Auch hier muss die .ape-Datei zuerst in ein .wav umgewandelt werden, bevor dann beispielsweise mit bchunk die umgewandelte .wav zusammen mit der .cue-Datei in einzelne .wav-Tracks aufgeteilt werden kann (wer die wav-Dateien in mp3 umgewandelt hat, kann dasselbe mit mp3splt vornehmen).
Ein sehr bequemes Tool zum Schneiden der .wav-Datei anhand der .cue-File ist K3b. Hierbei wird einfach über K3b die .cue-Datei geöffnet ("File -> Open" und unten bei "Filter" die Bezeichung "K3b Pojekt" durch den allgemeinen Ausdruck "*.*" ersetzen, dann werden alle im Ordner enthaltenen Dateien angezeigt). Nachdem die .cue-Datei geöffnet wurde, können über "Project -> Convert Tracks" das gewünschte Format (wave, mp3, ogg) gewählt, sowie der Zielordner für die Dateien bestimmt werden.
Perl Audio Converter kann .ape-Dateien direkt en- und dekodieren
Rarewares Debian Reposority
- Bietet u.a. Pakete für Monkey's Audio 
Diese Revision wurde am 11. April 2012 03:14 von Kuttel Daddeldu erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen:
Multimedia
2004 – 2012 ubuntuusers.de • Einige Rechte vorbehalten