Me TV ("it's TV for me computer") ist ein auf der GTK-Bibliothek basierender DVB-Spieler. Er wurde für den Einsatz auf einem Media-Center-PC entwickelt, der dennoch Zugriff auf die normalen Funktionen eines Computers bieten soll. Damit geht das Projekt einen anderen Weg als MythTV, ohne jedoch auf den Komfort einer gelungenen Integration in das System zu verzichten.
Das Programm bietet:
Unterstützung für DVB-T, DVB-C, DVB-S (ab Version 0.8.0) und ATSC
einen elektronischen Programmführer (EPG)
sofortige, zeitlich gesteuerte oder sich regelmäßig wiederholende Aufnahme
einen automatischen Sendersuchlauf
eine „Network Broadcast“-Funktion
Unterstützung für zweisprachige Sender und Untertitel
Folgendes Paket muss installiert [1] werden:
me-tv (universe)
Das Programm findet man anschließend im GNOME-Menü unter "Anwendungen -> Multimedia -> Me TV".
Da Me TV immer noch weiterentwickelt wird, kann die Installation einer neueren Version aus dem "Personal Package Archiv" des Entwicklers sinnvoll sein.
ppa:me-tv-development/ppa
Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.
Weitere Informationen bietet die
PPA-Beschreibung vom Benutzer/Team me-tv-development.
Die Installation erfolgt dann wie oben.
Damit das Programm gestartet werden kann, muss zunächst das Empfangsgerät angeschlossen (und unter Umständen konfiguriert) werden. Der erste Start wird unterbrochen von einem automatischen Sendersuchlauf. Es muss lediglich die gewünschte Region angegeben werden; eine entsprechende Senderliste wird automatisch unter ~/.local/share/me-tv/me-tv.db angelegt. Sollte die eigene Region nicht vorhanden oder die hinterlegten Werte nicht aktuell sein, erstellt man eine eigene Basisdatei z.B. de-Ddorf. Dazu muss man allerdings die Datei me-tv.db mit einem SQlite-Editor bearbeiten. Als weitere Möglichkeit kann eine bestehende Senderliste (channels.conf) importiert werden. Bis Version 1.0.1 wurden die Sender in der Text-Datei ~/.me-tv/channels.conf gespeichert.
Sollte die gespeicherte Liste ihre Aktualität verlieren oder eine andere Region betreten werden, muss die alte me-tv.db zunächst gelöscht oder umbenannt werden. Bei einem anschließenden Programmstart wird der oben beschriebene Sendersuchlauf erneut gestartet.
Über "Ansicht -> Einstellungen" können Einstellungen zu Me TV vorgenommen werden. Neben dem Aufnahmeordner können unter anderem Aufnahmeoptionen, Anzeigeoptionen des EPG und Streaming-Einstellungen verändert werden.
Nach dem Start [3] des Programms sollte zunächst der elektronische Programmführer (EPG) aktiviert und somit die Übersicht über sämtliche Sender im Empfangsgebiet gewährleistet sein. Abhängig von der Programmversion kann der EPG auch über "Ansicht -> Elektronischer Programmführer (EPG)" aktiviert werden. Durch einen einfachen Klick
auf den jeweiligen Programmnamen wird zwischen den verschiedenen Sendern gewechselt.
Um mehrere Sender in der EPG-Übersicht zu erhalten, erhöht man unter "Ansicht -> Einstellungen -> EPG-Sender pro Seite" die Anzahl gleichzeitig dargestellter Sender.
Die Broadcast-Funktion ermöglicht den TV-Stream über ein Heimnetzwerk zu verteilen – entsprechende Einstellungen sind ggf. vorzunehmen. Es ist sinnvoll, dafür ein Netzwerk mit einer Leistungsfähigkeit von mindestens 100 Mbit/s zu verwenden. Empfangen werden können die Streams z.B. mit VLC, XINE oder MPlayer.
Diese Funktion ist in Version 1.3.6 nicht mehr vorhanden!
In der Systemleiste nistet sich nach Programmstart ein
Symbol (Icon) ein. Ein Linksklick
auf dieses minimiert das Programm und deaktiviert den Ton, ohne die Aufnahme zu beeinträchtigen. Ein erneuter Linksklick
macht dies wieder rückgängig.
Es reicht nicht aus, das Programm über "Schließen" zu beenden. Dazu ist vielmehr ein Rechtsklick (
) auf das Symbol erforderlich.
Über "Ansicht -> Programmsuche" kann man im EPG nach gewünschten Fernsehsendungen suchen. Enthält ein Titel das Suchwort, wird die entsprechende Sendung farbig hervorgehoben.
Untertitel können über "Ansicht -> Untertitel" (de)aktiviert werden.
Um den Vollbildmodus zu (de)aktivieren, genügt ein Doppelklick
auf das Videofenster.
Eine weitere Variante des Umschaltens bildet der Schalter
"Kanaldurchlauf". Bei einer Betätigung wird die Liste der Sender – bis zur Deaktivierung der Funktion – jeweils für einige Sekunden durchgeschaltet. Man kann es somit als eine Art des automatischen Zappens betrachten.
Diese Möglichkeit ist in neuen Versionen nicht mehr vorhanden.
Sollte einer der Sender sein Programm zweisprachig ausstrahlen, besteht die Möglichkeit, über "Audio -> Zweikanalton" einen der beiden Sprachen bzw. Kanäle zu deaktivieren. Über "Audio -> Datenströme" kann die Tonspur gewechselt werden.
Zunächst sollte man sich entscheiden, welchen Aufnahmetyp man bevorzugt. Zur Auswahl stehen MPEG-TS und MPEG-PS, welches in den Einstellungen für alle weiteren Aufnahmen ausgewählt werden muss. Standard ist hierbei MPEG-TS (.ts). Aufnahmen dieses Typs müssen aber noch in MPEG-PS (.mpg) umgewandelt werden, um mit beliebigen Videoplayern abgespielt werden zu können (siehe auch Verarbeitung von Transportströmen).
Unter neueren Programmversionen werden Aufnahmen automatisch als Name der Sendung - Sender - Datum Uhrzeit.mpeg (MPEG-TS) gespeichert. Die oben genannte Auswahlmöglichkeit ist nicht mehr vorhanden.
Die sofortige Aufnahme kann einfach durch Betätigung des
"Aufnahme"-Schalters aktiviert werden. Die Aufnahme läuft bis zur erneuten Betätigung des Schalters. Aufgenommen wird das jeweils laufende Programm.
Um eine zeitlich gesteuerte Aufnahme zu starten, gibt es zwei Möglichkeiten: den Weg über die „Aufnahmeplanung“ und den EPG:
Nach Betätigung des Schalters "Aufnahmeplanung" kann man durch
"Hinzufügen" die erforderlichen Daten hinterlegen.
"Löschen" entfernt die angewählte Aufnahme. Ein Doppelklick
ermöglicht es, Details der Aufnahmeprogrammierung zu verändern.
Die zweite Möglichkeit bietet der elektronische Programmführer EPG: Durch einen einfachen Linksklick
auf die gewünschte Sendung öffnet sich ein Menü, in dem die Aufnahme ausgewählt werden kann. Die sich nun öffnenden Einstellungen entsprechen den bereits oben erwähnten, bieten jedoch den Vorteil, dass die jeweiligen Zeiten und der Dateiname bereits auf die gewünschte Sendung angepasst sind. Im Regelfall bietet es sich an, diese Variante zu bevorzugen.
Ebenfalls in diesem Menü befinden sich die Einstellungen für eine sich regelmäßig wiederholende Aufnahme. Unter Aufnahmetyp muss lediglich "Jeden Tag außer an Wochenenden", "Jeden Tag einschließlich Wochenende" oder "Jede Woche" gewählt werden.
Bei Problemen mit der Bildqualität von DVB-T könnten folgende Einstellungen helfen:
Video Driver: xv statt xshm
Deinterlace Type: tvtime statt standard
Um bei mehreren verwendeten Karten eine bestimmte anzuwählen, kann Me TV mit der Option --devices /PFAD/ZUM/GERÄT gestartet werden; z.B. --device /dev/dvb/adapter1/frontend0, um die zweite DVB-Karte anzusprechen. Es ist auch möglich, die Angaben für mehrere Karten zu kombinieren, z.B. um eine DVB-T- mit einer DVB-S-Karte gleichzeitig zu verwenden.
Falls während der TV-Wiedergabe der GNOME-Bildschirmschoner anspringt, kann das Programm Caffeine weiterhelfen.
Bei wenig Platz im eigenen Homeverzeichnis startet Me TV nicht (bzw. gibt nur irreführende Informationen aus). Abhilfe kann beispielsweise das Leeren des Papierkorbs schaffen.
Nach der Installation ist teilweise der elektronische Programmführer verborgen und so auch keine Kanalauswahl möglich. Das Problem kann behoben werden, indem mit dem Mauszeiger durch Drücken der linken Maustaste der obere Rand der unteren Leiste (Status bar) fixiert und nach oben geschoben wird.
Diese Revision wurde am 24. Januar 2012 um 18:06 Uhr
von Kuttel Daddeldu erstellt.
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