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MP3Gain

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

./Logo.gif MP3Gain ist eine Software zur Analyse von MP3-Dateien um diese dann auf einheitliches Lautstärkeniveau zu bringen. MP3Gain unterstützt zwei Varianten von Normalisierungen, einmal die normale Normalisierung und ReplayGain. Für ReplayGain wird nur die Abweichung gemessen und dann im ID3-Tag hinterlegt, was nur auf Playern funktioniert, die ReplayGain unterstützen. Änderungen nach ReplayGain-Standard sind daher verlustfrei und reversibel. Die Steuerung des Programms folgt über das Terminal [2] oder wahlweise per GUI. Programme wie gtkpod greifen darauf zurück.

Installation

Folgendes Paket muss installiert [1] werden:

  • mp3gain (universe)

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png

Benutzung

Terminal

Um die Lautstärke anzupassen, öffnet man ein Terminal [2] und wechselt in den Ordner, in dem sich die Dateien befinden, z.B. /media/MP3, und führt folgenden Befehl aus:

mp3gain Beispiel.mp3         #Beispiel.mp3 messen und in den ID3 Tag eintragen (ReplayGain)
mp3gain -r Beispiel.mp3      #Beispiel.mp3 anpassen/normalisieren (Kein ReplayGain) (Titelanpassung, 89 dB)
mp3gain -r -d 3 -p *.mp3     #alle Dateien im Ordner anpassen (Kein ReplayGain) (Titelanpassung, 92 dB, Originaldatum) 
mp3gain -a *.mp3             #alle Dateien im Ordner anpassen (Kein ReplayGain) (Albumanpassung, 89 dB)  

Weitere mögliche Optionen:

MP3Gain
OptionBeschreibung
-aAlbumlautstärke automatisch anpassen
-cClipping-Warnungen ignorieren (nicht empfohlen!)
-d n Lautstärke von 89 dB um Wert n erhöhen (in 1,5 dB-Schritten)
-g nGain n hinzufügen ohne Analyse
-hVerfügbare Optionen anzeigen
-kTrack/Album-Gain automatisch verringern, um Clipping zu verhindern
-l 0 nZu Kanal 0 (linker Kanal) Gain n hinzufügen ohne Analyse (funktioniert NUR mit STEREO-Dateien, nicht Joint Stereo)
-l 1 nZu Kanal 1 (rechter Kanal) Gain n hinzufügen
-pErstellungsdatum beibehalten
-rLautstärke des Stücks/der Stücke automatisch anpassen (voreingestellte Lautstärke: 89 dB)
-TDatei direkt bearbeiten (ohne temporäre Datei)
-uÄnderungen rückgängig machen (anhand gespeicherter Tags)

Wenn man -r und -a angibt, wird nur das Zweite angewandt.

Sobald -r, -a, -g oder -l benutzt wird, wird kein ReplayGain verwendet, sondern normalisiert, was verlustbehaftet sein kann.

Eine detaillierte Auflistung aller Optionen findet man in den Manpages.

MP3Gain kann auch mit anderen Befehlen kombiniert werden, um z.B. alle Dateien in einer Verzeichnisstruktur anzupassen:

find %F -iname '*.mp3' -execdir mp3gain -p -d 3 {} \+ 

Dabei durchsucht find das Verzeichnis %F und darunter liegende Verzeichnisse nach MP3-Dateien (mit der Endung .mp3, ohne Beachtung der Groß/Kleinschreibung, also auch .Mp3, .MP3 etc.). Dann führt find in jedem Verzeichnis mit MP3-Dateien mp3gain mit den Parametern -p -d 3 aus.

Damit das ganze funktioniert, muss %F durch das Verzeichnis, in dem die MP3-Sammlung liegt, ersetzt werden.

Leider gibt es keinen Schalter für "nicht normalisieren, wenn Clipping auftritt". Daher muss man, wenn man MP3Gain mit den Parametern -p -r ausführt, u.U. öfters die Clipping-Warnung (mit Nein) beantworten. Will man aber nach dem oberen Muster die ganze MP3-Sammlung normalisieren ist das sehr ärgerlich. Es hilft folgender Trick:

find %F -iname '*.mp3' -execdir mp3gain -p -r {} \+ < nein.txt 

Das < nein.txt bewirkt, dass die Tastatureingaben an MP3Gain aus der Textdatei nein.txt gelesen werden. In diese schreibt man dann einfach sehr viele Zeilen mit einem "n":

n
n
n
...

Eine weitere Möglichkeit wäre, wenn man nur alle MP3s in einem Ordner messen will, in dem man sich gerade befindet (ReplayGain):

mp3gain *  

Falls der Ordner Unterordner enthält, in denen auch MP3s liegen die normalisiert werden sollen:

mp3gain */*  

usw.

Da nur ReplayGain genutzt wird, sollten keine Clipping Fehler/Warnungen auftreten.

./easymp3gain.jpeg
easyMP3Gain {en} {de}

GUI

easyMP3Gain

Seit 2008 gibt es die grafische Benutzeroberfläche easyMP3Gain. Es ist als Frontend für MP3Gain, VorbisGain und AACGain verwendbar. Somit können mp3-, ogg-, oga-, mp4- und m4a-Dateien bearbeitet werden (nicht jedoch aac). Das Programm ist vom Aussehen her an die Windows-Oberfläche angelehnt. Es sollte sich ziemlich intuitiv bedienen lassen. Das Programm gibt es im Moment kompiliert für GTK2 und Qt4.

Installation

Seit 10.04 Lucid Lynx befindet sich die GTK+-Version von easyMp3Gain in den Paketquellen und kann über folgendes Paket installiert werden:

  • easymp3gain-gtk (universe)

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png

Benutzer älterer Ubuntu-Versionen können sich von der Projektseite {en} ein fertiges DEB-Paket herunterladen und installieren [9]. Seit Version 0.4.0 braucht das deutsche Sprach-Paket nicht mehr extra dazu installiert werden. Seit Version 0.5.0 existiert eine für KDE-Benutzer interessante Qt4-Variante. Hierzu muss jedoch die Bibliothek libqt4intf installiert sein, welche ebenso als DEB-Paket unter anderem auf der easyMP3Gain-Projektseite verfügbar ist.

Hinweis!

Fremdpakete können das System gefährden.

Das Programm kann man über den Menüpunkt im GNOME-Menü oder KMenü oder durch Ausführen des Befehls [6]

easymp3gain 
Bedienung

Man fügt die zu bearbeitenden mp3-Dateien entweder durch das Menü "Datei -> Verzeichnis hinzufügen -> Datei(en) hinzufügen" oder durch Drag & Drop hinzu.

easyMP3Gain unterscheidet zwischen "Analysieren" und "Anpassen":

  • Analysieren

Dabei wird nur der Tag in der Datei gesetzt, dass sie leiser oder lauter abgespielt werden soll. Das Programm, mit dem die Datei später abgespielt wird, muss hierfür Replay Gain unterstützen.

  • Anpassen

Dabei wird die Lautstärke der Datei wirklich geändert. Die komplette Datei wird also neu geschrieben.

Es lassen sich sowohl einzelne Lieder, als auch ganze Alben analysieren oder anpassen. Bei ganzen Alben werden alle Dateien in einem Verzeichnis als ein Album aufgefasst und davon die Albumlautstärke ermittelt, die dann angepasst wird.

Möchte man nur bestimmte Titel oder Alben in der Liste bearbeiten, so markiert man diese vor dem Analysieren/Anpassen und wählt im Menü "Optionen -> Nur markierte verarbeiten".

./JavaMP3Gain.png
JavaMP3Gain {en}

JavaMP3Gain

Um diese grafische Oberfläche benutzen zu können, muss Java installiert sein. Nun lädt man von der Projektseite {en} die Datei JavaMP3Gain_Version.zip herunter und entpackt [3] diese.

Hinweis!

Fremdsoftware kann das System gefährden.

Im nächsten Schritt wechselt man auf das Terminal [2] und startet das Programm aus dem Ordner heraus in dem es sich befindet [4]:

java -jar JavaMP3Gain.jar 

Mehrbenutzersystem

Um das Programm für alle Benutzer verfügbar zu machen:

sudo mkdir /opt/JavaMP3Gain
sudo cp JavaMP3Gain_VERSION /opt/JavaMP3Gain 

Nun einen Editor [5] mit Root-Rechten [9] öffnen und in die neue Textdatei folgenden Inhalt schreiben:

1
2
3
#!/bin/bash
cd /opt/JavaMP3Gain
java -jar JavaMP3Gain.jar

Diese im Verzeichnis /usr/local/bin unter dem Namen javamp3gain.sh abspeichern. Abschließend folgenden Befehl eingeben:

sudo chmod 755 /usr/local/bin/javamp3gain.sh 

Starten kann man das Programm nun mittels des Aufrufs javamp3gain.sh [6] aus dem Terminal heraus. Sofern man möchte kann man dies auch dem Menü [8] hinzufügen.

Bedienung

Die Bedienung des Programms ist intuitiv zu erfassen. Mit "Start" werden die Veränderungen angewendet.

JavaMP3Gain
OptionBeschreibung
Verzeichnis auswählenPfad in dem die MP3-Dateien liegen.
Rekursive AbarbeitungUnterordner werden eingeschlossen.
Gruppendatei-Bearbeitung anwendenAlben werden auf ein einheitliches Niveau gebracht.
Einzeldatei-Bearbeitung anwendenJede Datei wird angepasst - Album wird nicht berücksichtigt.
Vorschlag für VerstärkungdB anpassen - default: 89 dB
Weitere EinstellungenZusätzliche Einstellungsoptionen sind unter "Hilfe -> MP3Gain-Einstellungen" zu finden.

./QtGain.png
Hauptfenster von QtGain {en}

QtGain

Ein weiteres Frontend ist QtGain, welches MP3Gain (mp3), VorbisGain (ogg), AACGain (mp4/ m4a) und Metaflac (flac) unterstützt. Die GUI wurde dabei bewusst minimalistisch gestaltet und Dateien können über Drag & Drop einfach hinzugefügt werden, die Normalisierung geschieht ohne weitere Interaktion des Benutzers automatisch. Bereits normalisierte Dateien werden übersprungen, etwaige Fehler werden am Ende des Vorganges in einem Fenster angezeigt.

Mass-Renamer

QtGain kann ab Version 0.9.0 auch MP3-Dateien und Verzeichnisse selbstständig umbenennen, sofern id3v2 installiert ist und die MP3-Dateien ordentlich getaggt sind. Unter Einstellungen kann eine eigene Maske angegeben werden, nach welchem Schema die Dateien oder Verzeichnisse umbenannt werden sollen. Mit dieser Funktion können auch größere Sammlungen innerhalb kurzer Zeit komplett umbenannt werden.

Cover Arts Downloader

Es kann eine sehr mühselige Angelegenheit sein, Alben-Cover für eine größere Sammlung manuell heraussuchen zu müssen. Aus diesem Grund hat QtGain eine eigene Funktion bekommen, die automatisiert Alben-Cover aus dem Internet beziehen kann. Zur Auswahl stehen Amazon.com und die "Google Bildersuche". Die Bilder werden lokal in den jeweiligen Verzeichnissen gespeichert und am Ende wird eine Übersicht aller Bilder angezeigt. Sollte das gefundene Bild nicht gefallen, kann mit der rechten Maustaste ein anderes heruntergeladen werden oder man es von der Festplatte löschen lassen. Auch diese Funktion benötigt id3v2. Die Funktionen sind natürlich auch jederzeit abstellbar oder können je nach Wunsch getrennt aktiviert werden.

Zu den Einstellungen gelangt man durch das Kontextmenü über den Punkt "Configure", wo sich alle wichtigen Einstellungen vornehmen lassen. Installierte Replay-Gain-Tools werden mit einem grünen Häkchen angezeigt, nicht installierte haben ein rotes Icon.

Seit Lucid Lynx befindet sich QtGain in den Backports in Version 0.8.2, wer auf den Mass-Renamer und Cover Arts Downloader verzichten kann, kann diese Version ausprobieren. Wer jedoch die überarbeitete GUI sowie die neuen Features benutzen möchte, muss sich QtGain 0.9.0 manuell installieren.

Von der Projektseite {en} kann der Quellcode und fertige DEB-Pakete heruntergeladen werden, Fehler oder Wünsche können auch im entsprechenden Thread im Forum beschrieben werden, dort sind ebenfalls fertige DEB-Pakete vorhanden.

Hinweis!

Fremdpakete können das System gefährden.

Probleme und Lösungen

Segmentation Fault

Beendet sich MP3Gain reproduzierbar mit einem „Segmentation Fault” bei einer Datei, so liegt dies wahrscheinlich daran, dass die Datei 48 kHz (statt 44,1 oder weniger) hat. Mit 48 kHz Dateien kann MP3Gain nicht umgehen.

Ein zweiter Grund können fehlenden Schreibrechte für die Datei sein.

Diese Revision wurde am 5. Dezember 2011 um 16:58 Uhr von noisefloor erstellt.
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