Es gibt unter Linux zwei sehr populäre Grafikbibliotheken (GUI-Toolkits): das von KDE verwendete Qt und das von GNOME, Xfce und LXDE genutzte GTK. Beide verwenden verschiedene Themen, die zueinander nicht kompatibel sind.
Prinzipiell kann man KDE-Programme auch direkt unter GNOME ausführen. Wenn man diese Programme installiert, werden auch automatisch die benötigten KDE-Bibliotheken mit installiert. Dies ruft bei manchen Anwendern Widerwillen hervor, da die notwendigen Pakete relativ groß sind. Dazu muss man allerdings sagen, dass einige Anwendungen wie z.B. Kid3 auch ohne die KDE-Bibliotheken funktionieren. Andere Programme wie digiKam können so installiert werden, dass die sich Abhängigkeiten in Grenzen halten.
Man merkt aber schnell, dass sich KDE-Anwendungen optisch ziemlich schlecht in GNOME integrieren. Es handelt sich um das gleiche Problem, wenn man GNOME Anwendungen unter KDE verwenden will. Das muss aber nicht sein. Mit ein bisschen Konfigurationsarbeit fügen sich KDE-Anwendungen nahtlos in GNOME ein.
Für KDE 4 bzw. Programme, die eine Qt4-Oberfläche besitzen, gibt es QGtkStyle
. Das Programm verleiht KDE-Anwendungen das Aussehen des gerade genutzten GTK-Themas. Seit Ubuntu 9.04 Jaunty Jackalope kommt dieser Style standardmäßig zum Einsatz und es ist keine weitere Anpassung nötig. Falls doch, kann zum Aktivieren in Qt4-Anwendungen qtconfig installiert [1] und gestartet [2] werden:
qt4-qtconfig
oder für ältere Qt3-Programme
qt4-qtconfig
polymer (universe)
Wenn KDE nicht installiert ist, fehlen die KDE-Sprachpakete. Man kann sie aber einfach nachinstallieren:
language-pack-kde-de
Nun sind die Programme "eingedeutscht" – sofern eine deutsche Übersetzung vorliegt.
Damit KDE-Anwendungen und ihre grafischen Elemente korrekt dargestellt werden können, müssen einige Komponenten der Desktop-Umgebung installiert werden. Dies kann man über die Installation [1] des Pakets
systemsettings
erreichen. Dieses Paket enthält unter anderem die KDE Systemeinstellungen. Zusätzlich werden die benötigten KDE-Pakete mit installiert. Sofort nach der Installation dieses Paketes sehen KDE-Anwendungen "besser" aus. Möchte man die Anzeige noch ändern und sollte im GNOME-Menu kein KDE-Einstellungsprogrammeintrag existieren, so kann man das Programm im Terminal über:
systemsettings
ausführen, um an die KDE-Systemeinstellungen zu gelangen. Falls das Programm mit der folgenden Meldung startet:
Das Programm Systemeinstellungen kann keine Ansichten finden, so dass nichts angezeigt werden kann.
hilft es, mit dem folgenden Befehl direkt die Style-Ansicht der KDE-Systemeinstellungen zu öffnen:
kcmshell4 style
Innerhalb der Systemeinstellungen können nun Einstellungen vorgenommen werden, so dass sich KDE Anwendungen gut in GNOME einfügen. Wer das unter Ubuntu übliche Thema "Human" nutzt, kann unter
"Erscheinungsbild -> Stil"
den Stil "Plastik" auswählen und unter
"Erscheinungsbild -> Symbole"
das Icon-Thema "Human". Diese beiden Stile passen recht gut zum "Human"-Thema von Ubuntu. Nutzt man ein anderes Thema, so kann man sich auf kde-look.org
umsehen, ob man ein zum GNOME-Thema passenden KDE-Stil findet.
Ab Ubuntu 9.04 gibt es prinzipiell bereits einen speziellen KDE-Stil, welcher die Fensterelemente mittels GTK darstellt, so dass KDE-Anwendungen genau wie GNOME-Anwendungen aussehen. Der Stil ist standardmäßig leider nicht mit installiert, weshalb neben dem oben aufgeführten Paket systemsettings noch ein weiteres Paket installiert werden muss:
kdeartwork (ab Ubuntu 10.04 in universe)
Dieses ist ein Metapaket, welches eine Reihe von Paketen mit zusätzlichen Stilen, Bildern etc. mitbringt. Anschließend kann in den KDE System Settings (welche sich unter Anwendungen -> Systemwerkzeuge befinden) unter
"Erscheinungsbild -> Stil"
der Stil "GTK+" ausgewählt werden. Die Icons kann man wie oben über
"Erscheinungsbild -> Symbole"
auf "Human" einstellen.
Ab Ubuntu 9.10 Karmic Koala heißen die Icons "Humanity".
Diese Revision wurde am 6. Mai 2011 um 22:21 Uhr
von aasche erstellt.
Dieser Seite wurden folgende Begriffe zugeordnet:
Desktop, GNOME
2004 – 2011 ubuntuusers.de • Einige Rechte vorbehalten