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Jitsi

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

sc_logo.png jitsi {en} (früher SIP Communicator) ist ein sehr vielseitiges Kommunikationsprogramm, das in Java programmiert ist. Damit ist es portabel und kann unter allen gängigen Betriebssystemen ausgeführt werden. Trotzdem sind nicht alle Routinen in Java geschrieben. Die zeitkritischen Teile wie z.B. die Audio- und Videocodierung sind als native Routinen ausgeführt. Das sichert eine brauchbare Performance auf gängiger Hardware.

Jitsi.png

Unterstützte Protokolle

Jitsi ist seit März 2012 aus der Beta-Phase heraus und unterstützt bislang folgende Dienste:

sc_roster.png

Merkmale

Derzeit sind Gespräche zwischen jitsi-Clients über SIP oder Jingle möglich. Diese werden standardmäßig verschlüsselt. Es sind auch Jingle-Verbindungen zu Empathy möglich - diese allerdings unverschlüsselt. Dabei können Videos oder die Bildschirminhalte übertragen werden.

Letztere sind technisch gesehen Videos - anders als bei Empathy, welches dafür VNC benutzt. Fernsteuerung funktioniert bislang nur mit zwei jitsi-Clients. Während einer Konversation können diese Dienste ein oder ausgeschaltet werden, was jitsi zu einem flexiblen Werkzeug zur Online-Zusammenarbeit macht.

Die Bild- und Tonqualität ist Dank Breitbandcodecs sehr gut.

Jitsi ist (Stand Februar 2011) der einzige funktionstüchtige Jingle Client für Windows. Die anderen Programme, die audiovisuelle Kommunikation über Jabber versprechen, haben diese Funktionalität bislang entweder explizit nicht in Windows (Pidgin) oder sie funktionieren einfach nicht (Gajim).

Funktionen

  • Telefonie über SIP und Jingle

  • Videoübertragung in hoher Qualität

  • sichere mit OTR verschlüsselte Textnachrichten in allen Protokollen

  • Freigabe des eigenen Bildschirmes und Fernsteuerung durch die Gegenseite (über SIP und Jingle)

  • verschlüsselte Medien (Ton, Video, Bildschirm)

  • Audiokonferenzen mit mehreren Teilnehmern (sowohl SIP als auch Jingle)

  • NAT - Durchgang mit STUN, TURN, ICE und JingleNodes sorgt dafür, dass auch Gespräche über mehrere Router hinweg ohne Zwischenstelle möglich sind.

  • Konfiguration vom Server aus (dort Provisioning genannt)

  • Echo und Geräuschunterdrückung

Angekündigte Funktionen

  • Kompatibilität mit GoogleTalk (Audio und Video)

  • Einbinden von externen Adressbüchern

  • IRC-Protokoll-Unterstützung

  • Video- und Bildschirmkonferenzen mit mehreren Teilnehmern

Voraussetzungen

Das Programm erfordert eine Java-Laufzeitumgebung (JRE), welche mindestens der Version 1.6 (Java 6) oder neuer entsprechen sollte. Unter Ubuntu 12.04 funktioniert das Programm mit OpenJDK 7.

Installation

Von jitsi {en} werden DEB-Pakete {dl} angeboten. Die unterstützten Ubuntuversionen und Architekturen werden aufgelistet. Nachdem man sie für die korrekte Ubuntuversion und Architektur geladen hat, müssen DEB-Pakete noch installiert werden.

Hinweis!

Fremdpakete können das System gefährden.

Die Installation über das Fremdpaket fügt automatisch eine Fremdquelle {en} hinzu. Aktualisierungen werden nach der Installation also normal über die Paketverwaltung angeboten.

Konfiguration und Bedienung

Kontaktliste

Der Sofortnachrichtendienst ist recht einfach und geradlinig. Vorhanden sind alle Funktionen, die man von einem solchen Programm erwarten würde:

  • Hinzufügen von Kontakten

  • Ordnen in Gruppen

  • Chat beginnen

Zusätzlich dazu gibt es noch weitere praktische Funktionen:

  • Zusammenfassen von Kontakten zu Metakontakten

  • Einfaches Suchen in der Kontaktliste durch Tippen im Suchfeld oberhalb der Liste

  • direktes Anrufen (Ton, Bild und Bildschirmfreigabe)

  • Gesprächsliste

  • verpasste Anrufe

Chat-Fenster

sc_chat.png Zusätzliche Funktionalität wird im Chat Fenster zur Verfügung gestellt:

  • Audioverbindung aufbauen

  • Videoverbindung aufbauen

  • Bildschirm zum Gesprächspartner freigeben

  • Verbindungsverlauf - die Nachrichten der vergangenen Tage

  • Einstellungen

  • Datei schicken (allerdings noch Inband-Dateitransfer über Jingle; ist in Arbeit)

  • Blättern im Chat - zurück

  • Blättern im Chat - nach vorn

  • Verschlüsselte Verbindung mit Off the Record aufbauen

Gesprächsfenster

sc_videotelefon.png

  • Lautstärkeregler für Mikrofon und Lautsprecher

  • Einfacher Klick auf die Mikrofontaste aktiviert die Stummschaltung

  • Wählscheibensymbol zum Versenden von DTMF (funktioniert mit Asterisk erst, wenn dort in sip.conf folgender Eintrag konfiguriert ist: dtmfmode=rfc2833)

  • Telefonkonferenz weitere Personen mit ins Gespräch nehmen (nur Audio im Moment, Video versprochen)

  • Gespräch pausieren

  • Gespräch als MP3-Datei aufnehmen (wurde noch nicht getestet)

  • eigene Kamera aktivieren und Bildtelefongespräch aufbauen (geht aus dem Audio heraus)

  • eigenen Bildschirm der anderen Seite zur Verfügung stellen (man kann aktivieren, dass die Gegenstelle auch Tastatur und Maus bedienen kann)

  • Anrufweiterleitung

  • Vollbild für Video

Konfiguration

Konfiguration der Server-Verbindungen auf einer Übersichtsseite. Diese erscheint auch, wenn man Jitsi zum ersten Mal aufruft.

Problembehebung

sipgate "Message too big"

Bricht der Gesprächsaufbau mit der Fehlermeldung

"Message too big"

ab, so müssen die Video-Codecs H.264 und H.263 in Jitsi deaktiviert {en} werden. Als Video-Codec kann stattdessen VP8 aktiviert werden. Mit diesem sind dann auch Videokonferenzen mit dem SIP-Protokoll über sipgate möglich.

Kamera wird nicht erkannt "Kein Gerät"

Wird die Kamera im Einstellungsmenu Video nicht gefunden ("Kein Gerät"), hilft es evtl. jitsi mit der folgenden Zeile neu zu starten: LD_PRELOAD=/usr/lib/i386-linux-gnu/libv4l/v4l2convert.so jitsi

Diese Revision wurde am 9. Mai 2014 13:47 von frustschieber erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Jabber, Kommunikation, Java, voip