Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.
Java 3D ist eine Erweiterung für Java
und fügt Java 3D-Funktionen basierend auf OpenGL hinzu.
Dieser Artikel beschreibt allgemein die Installation von Java 3D(bzw. die OpenSource-Variante »3D Graphics API für die Java-Plattform«) und im Besonderen die Integration in Eclipse um eigene Java 3D-Programme schreiben zu können. Es wird dabei vorausgesetzt, dass Java von Sun Microsystems (Oracle) bzw. OpenJDK bereits installiert ist. Die Installation von Java wird ausführlich im Wikieintrag zu Java erklärt.
Standardmäßig ist nur die freie GNU Implementation von JAVA(GIJ) unter Ubuntu installiert. Die Java Version von Sun oder des OpenJDK Projekts muss also normalerweise nachinstalliert werden. In den Beispielen wird davon ausgegangen, dass Sun Java/OpenJDK in der Version 6 installiert ist.
Die aktuelle Version von Java 3D ist die 1.5.2 ( Stand: September 2011 ). Leider befindet sich Java 3D noch nicht in den Paketquellen, weshalb eine manuelle Installation nötig ist. Dabei handelt es sich eigentlich nur um das Entpacken einiger weniger Dateien in die richtigen Verzeichnisse.
Zunächst benötigt man von https://java3d.dev.java.net/binary-builds.html
das Archiv java3d-1_5_2-linux-i586.zip ( java3d-1_5_2-linux-amd64.zip falls man einen amd64 Prozessor verwendet ).
Das Archiv speichert man im Verzeichnis /tmp.
Ab Hardy Heron 8.04 steht auch eine frei Alternative zu Sun Java mit OpenJDK zur Verfügung. Hier wird nun beschrieben, wie man Java 3D bei Verwendung von OpenJDK installiert.
OpenJDK sind die von Sun freigegebenen Quellen von Java und daher vollständig zu Sun Java kompatibel.
cd /tmp unzip java3d-1_5_*.zip cd java3d-1_5_* unzip j3d-jre.zip sudo cp lib/ext/* /usr/lib/jvm/java-6-openjdk/jre/lib/ext/ sudo cp lib/i386/* /usr/lib/jvm/java-6-openjdk/jre/lib/i386/
Falls amd64 verwendet wird, muss als letzter Befehl folgendes eingegeben werden:
sudo cp lib/amd64/* /usr/lib/jvm/java-6-openjdk/jre/lib/amd64/
Um Probleme beim Ausführen von Java 3D-Programmen zu vermeiden sollte Sun Java/OpenJDK als Standard-VM [2] festgelegt werden.
Dies erreicht man, indem man im Terminal [1] folgendes eingibt:
sudo update-alternatives --config java
Vor einem Test muss der Webbrowser eventuell neu gestartet werden. Für einen ersten Funktionstest von Java 3D kann man diese Testseite
aufrufen.
Zum Programmieren empfiehlt es sich ebenfalls den Sun Java-Compiler/OpenJDK-Compiler javac als Standard festzulegen.
sudo update-alternatives --config javac
Wenn man eine ATI-Grafikkarte verwendet, erhält man beim Ausführen von Java 3D-Programmen folgende Warnung:
java java3DProgramm Java 3D WARNING : reported GLX version = 1.2 GLX version 1.3 or higher is required The reported version number may be incorrect. There is a known ATI driver bug in glXQueryVersion that incorrectly reports the GLX version as 1.2 when it really is 1.3, so Java 3D will attempt to run anyway.
Wenn das Java 3D-Programm trotzdem ausgeführt wird, kann man diese Fehlermeldung einfach ignorieren. Läuft das Java 3D-Programm aber nicht, dann unterstützt die (wohl ältere) verwendete Grafikkarte bzw. der verwendete Treiber kein GLX 1.3 und muss gegen eine neuere Grafikkarte ausgetauscht werden. Vorzugsweise von Nvidia oder Intel, da diese eine bedeutend bessere Ubuntu-Unterstützung bieten als ATI.
Da Sun Java/OpenJDK schon installiert ist, sollte man Eclipse auch damit ausführen, da sich Eclipse damit bedeutend schneller anfühlt und unschöne Fehlermeldungen in Eclipse vermieden werden. Dafür bieten sich zwei Vorgehensweisen an:
Option 1: Man gibt jedesmal beim Starten von Eclipse die VM direkt über den Kommandozeilenparameter -vm an.
/usr/bin/eclipse -vm /usr/lib/jvm/java-6-sun/bin/java
bzw für OpenJDK:
/usr/bin/eclipse -vm /usr/lib/jvm/java-6-openjdk/bin/java
Option 2: Man trägt in die Datei /etc/eclipse/java_home an erster Stelle die Java-VM/OpenJDK-VM ein. Denn Eclipse verwendet immer die erste funktionierende VM, die es in dieser Liste findet. Dazu öffnet man /etc/eclipse/java_home in einem Editor mit Root-Rechten [3] und trägt vor allen anderen Einträgen
/usr/lib/jvm/java-6-sun
bzw für OpenJDK:
/usr/lib/jvm/java-6-openjdk
ein.
Um die in Eclipse für Java gewohnte kontextsensitive Hilfe auch für Java 3D-Methoden angeboten zu bekommen muss die Java 3D-Dokumentation und der Java 3D-Quellcode in Eclipse eingebunden werden. Dafür besorgt man sich erst einmal von https://java3d.dev.java.net/binary-builds.html 
j3d-1_5_1-src.zip
vecmath-1_5_1-src.zip
java3d-1_5_1-api-docs.zip
und speichert sie im Verzeichnis /tmp.
Dann öffnet man ein Terminal [1] und kopiert die Dateien:
cd /tmp sudo cp j3d-1_5_?-src.zip /usr/lib/jvm/java-6-sun/ sudo cp vecmath-1_5_?-src.zip /usr/lib/jvm/java-6-sun/ sudo unzip /tmp/java3d-1_5_?-api-docs.zip -d /usr/share/doc/
Für OpenJDK muss /usr/lib/jvm/java-6-sun/ gegen /usr/lib/jvm/java-6-openjdk/ ausgetauscht werden.
Danach sieht das ganze so aus:
| Archiv | Java3D | (für Java 6) gespeichert in | (für OpenJDK 6) gespeichert in |
| j3d-1_5_1-src.zip | Quellcode | /usr/lib/jvm/java-6-sun/ | /usr/lib/jvm/java-6-openjdk/ |
| vecmath-1_5_1-src.zip | Quellcode | /usr/lib/jvm/java-6-sun/ | /usr/lib/jvm/java-6-openjdk/ |
| java3d-1_5_1-api-docs.zip | API Dokumentation | /usr/share/doc/java3d-1_5_1-api-docs | /usr/share/doc/java3d-1_5_1-api-docs |
Der Quellcode muss nicht entpackt werden. Eclipse kann auch direkt aus den Archiven lesen. Das gilt auch für die API-Dokumentation, allerdings ist es von Vorteil diese zu entpacken, da sie so einfacher im Webbrowser zu öffnen ist und man einfacher Lesezeichen auf Seiten in der API-Dokumentation setzen kann.
Im nächsten Schritt muss man Eclipse diese Dokumentation bekannt machen. Dazu startet man Eclipse und wählt im Hauptmenü "Window -> Preferences..." aus. Die Einstellungen von Eclipse öffnen sich und unter "Java -> Installed JREs" findet man die Eclipse bekannten Java Versionen(JREs). Dort sollte z.B. java-6-sun-1.6.0.03 stehen. Diesen Eintrag wählt man an und klickt rechts auf "[Edit...]". Jetzt sieht man eine Liste mit den JRE system libraries. Darunter sollten sich diese 3 Einträge befinden:
/usr/lib/jvm/java-6-sun-1.6.0.03/jre/lib/ext/j3dcore.jar
/usr/lib/jvm/java-6-sun-1.6.0.03/jre/lib/ext/j3dutils.jar
/usr/lib/jvm/java-6-sun-1.6.0.03/jre/lib/ext/vecmath.jar
Nun wählt man j3core.jar (j3dutils.jar, vecmath.jar) aus und klickt rechts auf "[Javadoc Location...]". Dort trägt man den Pfad zur API-Dokumentation file:///usr/share/doc/java3d-1_5_1-api-docs oder ersatzweise den Link zur Online-API-Dokumentation http://download.java.net/media/java3d/javadoc/1.5.0-latest/index.html ein.
Dann klickt man für j3core.jar (j3dutils.jar) rechts auf "[Source Attachment...]". Dort trägt man den Pfad zum Quellcode (englisch: Sourcecode) /usr/lib/jvm/java-6-sun/j3d-1_5_1-src.zip ein.
Für vecmath.jar trägt man als Quellcodepfad "/usr/lib/jvm/java-6-sun/vecmath-1_5_1-src.zip" ein.
Sollte man einen neueren Quellcode (z.B. j3d-1_5_2-src.zip) verwenden, muss man natürlich den Pfad anpassen.
Für OpenJDK muss der Pfad auf /usr/lib/jvm/java-6-openjdk/vecmath-1_5_1-src.zip angepasst werden.
Für 3D-Programme ist es außerordentlich wichtig die Systemressourcen gut auszunutzen. Darum soll dieser Abschnitt dabei helfen Java 3D-Programme optimal auszuführen.
Ob die OpenGL-Beschleunigung für ein laufendes Java 3D-Programm aktiviert ist, lässt sich durch
jinfo -sysprops <PID des JavaProgramms> | grep sun.java2d.opengl
herausfinden. Die <PID des JavaProgramms> erfährt man durch:
top -c | grep java
Wenn das jinfo Kommando auf ein Java 3D-Programm angewendet wird, kann das System abstürzen.
Java 3D
- Hauptseite des Java 3D-Projekts
Java 3D Test
- Zum Überprüfen, ob Java 3D korrekt installiert wurde
Diese Revision wurde am 28. September 2011 16:57 von Andreas B. erstellt.
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Programmierung, Java
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