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JAlbum

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

./jalbum-icon.png JAlbum {en} ist eine Anwendung zum Erstellen von Web-Fotoalben. Viele Teile von JAlbum sind Open Source und stehen unter der LGPL Lizenz {en}, aber der sog. "Core" (= der Kern) der Anwendung ist Closed Source. Da das Programm auf Java basiert, kann es plattformübergreifend eingesetzt werden. Derzeit stehen Übersetzungen der englischen Programmoberfläche in 32 verschiedenen Sprachen zur Verfügung.

Die Fotoalben können mittels Vorlagen ("Skins") sehr flexibel gestaltet werden. Einige Vorlagen werden bei der Installation bereits mitgeliefert, weitere stehen über die Homepage zur Verfügung. Folgende Funktionen {en} stehen zur Verfügung:

  • Bilder können entweder als komplette Ordner oder auch als Einzelbilder zum Album hinzugefügt werden

  • Unterstützung von "Drag&Drop"

  • Bilder werden automatisch verlustfrei gedreht, skaliert und können mit einem Wasserzeichen versehen werden

  • Hinzufügen von Bild-Kommentaren sowie Audio-Aufnahmen

  • Anzeige von Exif-Daten im Fotoalbum

  • Web-Diashows

  • Bestellformulare zur Bestellung von Ausdrucken von verschiedenen Dienstleistern

  • bequemes Hochladen ("Upload") mit integrierter FTP-Anwendung (inkl. intelligenter Aktualisierungsfunktion!)

Zum Hochladen eines fertigen Albums (im HTML-Format) ins Internet wird sog. Webspace benötigt. Manche Internet-Provider stellen ihren Kunden diesen automatisch – wenn auch meist in der Größe eingeschränkt – zur Verfügung. Wer partout keinen Hoster finden kann, der kann auch auf eine Adresse in der Form "mein_name.jalbum.net" ausweichen. Dazu ist allerdings eine – derzeit noch kostenlose – Registrierung notwendig. Leider sieht es so aus, dass dieses Angebot wie viele andere auch durch Werbeeinblendungen finanziert wird. Empfehlenswert ist auf jeden Fall ein gründliches Studium der AGB {en} !

Ein Fotoalbum kann alternativ auch auf CD oder DVD gebrannt werden und so unter verschiedenen Betriebssystemen genutzt werden. Zum Betrachten des Fotoalbums ist kein Java notwendig, ein Webbrowser reicht zur Anzeige völlig aus. Weiterhin steht im Programm ein integrierter Webserver zur Verfügung, dessen Nutzung aber fundierte Netzwerk-Kenntnisse erfordert.

Auch die Programme F-Spot (GNOME), digiKam (KDE) und Picasa können Fotoalben im HTML-Format erstellen, besitzen allerdings kein integriertes FTP-Programm.

Voraussetzungen

JAlbum setzte früher zwingend eine installierte und aktive Java-Laufzeitumgebung (JRE) von Sun (mind. Version 1.5 bzw. 5) voraus [1]. Das bis Ubuntu 9.10 vorinstallierte OpenJDK reichte bis zur Version 8.8 von JAlbum nicht aus! Ab Juni 2010 ist diese Einschränkung hinfällig – das Programm kann mit beiden Java-Varianten genutzt werden.

Wie man eine Laufzeitumgebung installiert, ist im Artikel Java/Installation beschrieben.

Hinweis:

Java kann zu Problemen mit aktiviertem Compiz führen. Ein Lösungsvorschlag findet sich unter Compiz/Problembehebung. Ansonsten müssen die Desktopeffekte zur Installation und zum späteren Gebrauch abgeschaltet werden.

Installation

Die Installation ist in drei Varianten möglich:

  1. Installation mittels Fremdpaket (.deb)

  2. mit dem Installationsassistenten

    • nur für den aktuellen Benutzer

    • systemweit

  3. manuelle Installation für den aktuellen Benutzer via .zip-Datei

Empfohlen wird die Installation mittels Fremdpaket, die nicht nur einfach und bequem ist, sondern auch eine problemlose Deinstallation ermöglicht. Eine vorab geforderte Registrierung ("Sign up") beim Download über die Homepage ist für die Nutzung des Programms nicht erforderlich und kann übersprungen werden ("Skip this step").

Fremdpaket

Seit Mai 2010 stehen erstmals fertige Pakete für Ubuntu zur Verfügung. Bei dieser Installationsvariante wird automatisch ein entsprechender Programmstarter angelegt. Die aktuelle JAlbum-Version kann als Jalbum for Linux (.deb for Ubuntu, Debian etc.) {en} {dl} heruntergeladen werden.

Hinweis!

Fremdpakete können das System gefährden.

Gestartet wird JAlbum über den Menüeintrag "Anwendungen -> Grafik -> JAlbum".

Installationassistent

Die aktuelle JAlbum-Version kann als Jalbum for Linux (.bin for other distributions) {en} {dl} heruntergeladen werden.

Hinweis!

Fremdsoftware kann das System gefährden.

In einem Terminal [2] die heruntergeladene Datei mittels

chmod u+x ./Jalbuminstall.bin  

ausführbar [3] machen und danach mit

sh ./JAlbuminstall.bin  

JAlbum_7.4_installation.png

den Installationsassistenten starten. Dieser ist menügeführt und verlangt einige zusätzliche Angaben:

  • Pfad zur Java VM angeben, z.B. /usr/lib/jvm/java-6-sun/jre/bin

  • Ein Verzeichnis, in dem JAlbum und Skins installiert werden soll, z.B. ~/bin/jalbum

  • Einen Ordner, in dem Links zum Starten von JAlbum abgelegt werden soll, z.B. ~/bin

Hinweis:

Zur systemweiten Installation wird der Installationsassistent mit sudo sh ./Jalbuminstall.bin gestartet. Hierbei wird auch der Pfad zur Java VM automatisch gefunden. Als Speicherort empfiehlt sich dann /opt/jalbum (siehe opt).

manuelle Installation

Alternativ ist unter http://jalbum.net/software/download/current/ {en} {dl} auch eine .zip-Datei erhältlich, die nur entpackt werden braucht [4]. Für die Nutzung durch einen einzelnen Benutzer bietet sich z.B. ~/bin/jalbum als Speicherort an.

Anschließend kann ein Programm-Starter bzw. ein Menüeintrag [5] angelegt werden. Als Befehl sollte die Datei startjalbum.sh benutzt werden (die Option "Befehl in einem Terminalfenster ausführen" aktivieren!). Ein Symbol für den Menüeintrag kann frei gewählt werden – der am Anfang des Artikels abgebildete Frosch ist beispielsweise eine Möglichkeit.

JAlbum kann aber auch ohne Programm-Starter mit dem folgenden Befehl:

java -Xmx400M  -jar ~/bin/jalbum/JAlbum.jar 

in einem Terminal ausgeführt werden [6] (der Pfad zur .jar-Datei ist je nach Speicherort anzupassen).

./JAlbum_7.4_fresh_no_content.png

Benutzung/Konfiguration

Prinzipiell erfolgt die Erstellung eines Fotoalbums in 5 Schritten:

  1. Bilder auswählen

  2. Vorlage auswählen

  3. Album erstellen

  4. Vorschau (Layoutkontrolle im Browser)

  5. Veröffentlichen (im Internet)

wobei statt Veröffentlichen – unter Zuhilfenahme externer Brennprogramme – stattdessen auch eine CD/DVD erstellt werden kann. Hierbei reicht es aus, den Inhalt des Unterordners Name des Fotoalbums/album zu brennen (der Speicherort lässt sich mit F4 in den Album-Einstellungen festlegen).

Der große Vorteil einer solchen CD/DVD im HTML-Format ist ihre Plattformunabhängigkeit – auf dem Zielsystem wird nur ein Browser benötigt. Ausnahme: es werden Vorlagen mit Flash verwendet - dann wird diese Multimedia-Komponente ebenfalls auf dem Zielsystem vorausgesetzt.

Vorlagen

Einige Vorlagen werden mit der Installation bereits mitgeliefert. Die Community hat jedoch unter http://jalbum.net/skins/ {en} eine Vielzahl von weiteren Skins erstellt. Die dort angebotenen Skins können einfach heruntergeladen und installiert werden. Unter Umständen muss aber darauf geachtet werden, unter welcher Lizenz ein Skin angeboten wird und ob der Skin zur installierten JAlbum-Version kompatibel ist. Überblick der verfügbaren Skins {en}

Um einen Skin zu installieren, wird die heruntergeladene .zip-Datei in das entsprechende Skin-Verzeichnis des Programms entpackt [4], beispielsweise ~/bin/jalbum/skins.

Programmoberfläche

Die Programmoberfläche selbst unterstützt Anpassungen an verschiedene Desktop-Umgebungen. Für Ubuntu bietet sich die Oberfläche GTK+ an. Im Menü "Tools -> Optionen" diese Ansicht auswählen, um das bekannte "GNOME Look&Feel" zu erreichen.

./JAlbum_7.4_project_GTK.png

Deinstallation

Falls man die Installation mittels Fremdpaket durchgeführt hatte, verwendet man zur Deinstallation die Paketverwaltung. Bei den anderen Installationsvarianten wird JAlbum durch einfaches Löschen des entsprechenden Installationverzeichnisses vom System entfernt. Anschließend den Starter im Anwendungsmenü entfernen.

Probleme und Lösungen

Sun Java VM

Die häufigsten Probleme bereitete bis zur Version 8.8 eine "nicht-Sun" Java Version. Dies wurde u.a. vom Installationsassistenten mit einer Fehlermeldung bemängelt. In diesem Fall musste die Sun Java VM nachinstalliert und als primäre Java VM gesetzt werden.

Arbeitsspeicher

Anspruchsvolle Java-Programme benötigen generell viel RAM – je mehr, desto besser. Im oben angegebenen Befehl werden mit der Option -Xmx400M für die JVM 400 MB Arbeitsspeicher (RAM) reserviert (Java-Standard: 64 MB). Bei weniger als 400 MB leidet die Programmgeschwindkeit enorm (bis hin zur Unbenutzbarkeit).

Diese Revision wurde am 5. Dezember 2011 um 01:17 Uhr von aasche erstellt.
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