Granola
ist ein in Python verfasstes Programm, das den Energieverbrauch des Rechners automatisch senkt. Das für Privatanwender kostenlose, proprietäre Programm verringert die CPU-Nutzung, ohne die Arbeitsgeschwindigkeit unter Belastung zu beeinträchtigen.
Genutzt wird dafür DVFS
("dynamic voltage and frequency scaling technology"), das auf den meisten neueren Rechnern (ca. seit 2005) einsetzbar sein sollte. Granola verwendet dazu cpufreq, das seit 2.6.9 im Linux-Kernel vorhanden ist. Inwieweit allerdings die auf der Webseite angegebenen Werte tatsächlich erreichbar sind, müsste ggf. überprüft werden. Das vorgegebene Einsparpotential erscheint zumindest sehr hoch. Granola läuft leider nicht mit allen CPU-Treibern des Linux-Kernels, Details findet man im Abschnitt Probleme.
In den Artikeln Strom sparen, Prozessortaktung und Prozessorspannung absenken werden weitere Verfahren und Hintergründe erläutert. PowerTOP und laptop-mode-tools beschreiben konkrete Programme aus den Paketquellen.
Das Programm ist nicht in den offiziellen Paketquellen enthalten.
Granola kann über eine Fremdquelle [1] bezogen werden:
Um aus der Fremdquelle zu installieren, muss man die folgenden Paketquellen freischalten:
Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.
deb https://download.miserware.com/linux/deb/ VERSION main
Um die Fremdquelle zu authentifizieren, kann man den Signierungsschlüssel mit folgendem Befehl importieren:
sudo apt-key adv --recv-keys --keyserver keyserver.ubuntu.com 11A8389C
Nun muss das Paket
granola-gui
für die Nutzung des Webinterfaces stattdessen
granola-stats
installiert [2] werden. Achtung: die beiden Pakete schließen sich gegenseitig aus.
Wer keine Fremdquelle verwenden möchte, kann die benötigten Pakete auch bei miserware.com
direkt herunterladen und installieren [3]. Es werden Pakete für 32- und 64-Bit-Versionen angeboten. Benötigt werden granola.*.deb und granola-gui.*.deb für die jeweilige Ubuntu-Version und Architektur. Wer die Ergebnisse für mehrere Rechner gemeinsam berechnet haben möchte, braucht statt des GUI-Pakets granola-stats.*.deb.
Das Programm findet sich in GNOME unter "Anwendungen -> Zubehör -> Granola"
Es besteht außerdem die Möglichkeit, auf der Seite des Herstellers ein Archiv herunterzuladen und Granola manuell zu installieren. Dazu lädt man auf der Herstellerseite
unten die passende Datei herunter. Das GUI-Paket ist optional und wird für das eigentliche Programm nicht benötigt. Nach dem Herunterladen und Entpacken der Datei muss man die Anweisungen in der INSTALL.txt-Datei (englisch) befolgen. Danach ist Granola installiert und kann mit dem Befehl granola im Terminal[3] gestartet werden.
Granola läuft nach der Installation ständig als Hintergrund-Prozess, um die Prozessoraktivität auf den tatsächlich nötigen Bedarf herabzusetzen. Konfiguriert werden kann es über die grafische Oberfläche. Dort lässt sich unter "Edit -> Einstellungen" festlegen ob der höchste Spareffekt ("Lowest Speed", bringt die höchste Einsparung, aber ggf. auch Leistungseinbußen mit sich), die Anpassung für den jeweiligen Gebrauch des Prozessors ("MiserWare") oder die Steuerung ganz ausgeschaltet werden soll ("Highest Power", dann allerdings ohne Spareffekt). Außerdem lässt sich über "Edit -> Account" auch ein Konto einrichten, über den die Gesamtersparnis mehrerer verwendeter Rechner über ein Webinterface auf der Projektseite kulminiert berechnet und angezeigt werden kann. Die Oberfläche lässt sich nach dem Start über ein unscheinbares Icon rechts im oberen Panel ein- und ausblenden.
Im Einstellungsdialog lässt sich die zu verwendende Währungseinheit (€, $ oder £) sowie die Kosten für eine Kilowattstunde angeben, die für die Hochrechnung der Einsparungen verwendet wird. Der CO²-Ausstoß kann in Kg oder lp. ausgegeben werden. Das Programm kann die Ersparnis entweder für die bisherige tatsächliche Nutzung ausgeben, oder das Ergebnis als Hochrechnung für ein Jahr Betriebsdauer.
Ausgegeben wird im Fenster dann die Einsparung in kWh, im Geldbetrag, sowie in eingesparter CO²-Emission, immer mit Angaben, was damit ansonsten bewirkt werden könnte. Außerdem zeigt Granola an, wieviel Prozent Energieeinsparung im Vergleich zur "ungesteuerten" Verwendung des Computers erfolgt; zudem wird hochgerechnet, wie hoch die CO²-Einsparung in Bäume umgerechnet die Benutzer bewirken werden - gut fürs Öko-Gewissen... (das Anzeigen dieser Anzahl funktioniert allerdings nur mit einer bestehenden Internetverbindung, das Programm ruft dazu in regelmäßigen Abständen trees.php?w
auf, auf der die aktuelle Berechnung ausgegeben wird).
Über den Befehl [4]
sudo watch -n 1 cat /sys/devices/system/cpu/cpu0/cpufreq/cpuinfo_cur_freq
lässt sich ausgeben, unter welchem Takt die CPUs laufen (hier die Ausgabe für den ersten Prozessor, für Mehrkern-Prozessoren muss cpu0 durch cpu1 etc. ersetzt werden, es wird aber immer nur für jeweils einen Kern angezeigt), die Ausgabe wird im Sekundentakt aktualisiert, und sollte bei Verwendung der Option "MiserWare" je nach Inanspruchnahme des Prozessors verändern.
Mit
watch -n 1 cat /proc/acpi/thermal_zone/*/temperature
wird die derzeitige Temperatur der CPUs im Sekundentakt ausgelesen, auch hier sollte bei niedrigeren Granola-Levels die Temperatur sinken.
Wie hoch die Einsparungen tatsächlich ausfallen, ist letztendlich wohl nur über die Verbrauchsmessung z.B. mit einem Energiemessgerät möglich. Viele Laptops nutzen von sich aus schon ähnliche Methoden zur Energieeinsparung, sodass die Ersparnis ggf. recht niedrig ausfällt.
Granola ist nicht kompatibel mit powernowd, da beide über DVFS die Taktfrequenz anpassen, und daher nicht gleichzeitig verwendet werden können. Um Granola nutzen zu können, muss ggf. vor Installation das Paket
powernowd
entfernt werden.
Die Treiber p4-clockmod, gx-suspmod, und cpufreq-nforce2 sind mit Granola nicht kompatibel (siehe FAQ
).
Das Paket granola entfernt beim Installieren die Start-/Stoppeinträge des ondemand-Daemons:
1 2 3 4 5 6 7 | # aus /DEBIAN/postinst # Turn off the ondemand governor (Ubuntu 9.04+) if [ -f /etc/init.d/ondemand ]; then /etc/init.d/ondemand stop || true update-rc.d -f ondemand remove || true fi |
Beim Deinstallieren des Pakets werden die Start-/Stoppeinträge nicht wieder hinzugefügt. Dadurch ist nach der Deinstallation des Programms der performance-Governor (die CPU läuft immer auf höchster Taktstufe) standardmäßig aktiv und der Stromverbrauch steigt erheblich. Einfache Abhilfe schafft die Neuinstallation des Pakets initscripts.
Hilfeseite
des Projekts
Benchmarking
(PDF-Dokument)
Blogeintrag
zu DVFS
Foren-Diskussion
bei chip.de
Beschreibung
auf softonic.de
Jupiter
- alternatives Programm als Panel-Applet für Net- und Notebooks
Diese Revision wurde am 7. Mai 2012 23:48 von ubot erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen:
unfreie Software, System, Taktfrequenz, CPU-Frequenz
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