Gnash
(dt. knirschen) ist eine freie Software, um das Abspielen von Flash-Dateien zu ermöglichen. Der Name steht für GNU und Flash und beschreibt, was Zähne tun, wenn man keine Flash-Datei abspielen kann, ohne proprietäre Software zu installieren. Ziel des Gnash-Projektes ist es, eine Alternative zum sehr weit verbreiteten, aber unfreien Adobe Flash zu bieten. Momentan kann sich Gnash aber noch nicht mit dem offiziellen Adobe Flash Player messen, weswegen von einem produktiven Einsatz abgeraten wird. Gnash befindet sich im Alpha-Stadium und alle Merkmale des Flash-Formates werden noch nicht unterstützt.
Da Gnash SWF-v7-konform ist, kann es aktuelle Flash-Filme abspielen. Es kann sowohl alleine als auch im Browser (Firefox, Mozilla, Konqueror, Opera) benutzt werden. Die Qualität der Ausgabe ist sehr hoch, da OpenGL verwendet wird. Außerdem unterstützt Gnash das XML-basierte Nachrichtensystem, Streaming und Flash Video.
Gnash hat im Vergleich zum unfreien Adobe Flash einen Vorteil: Es beherrscht VA-API
, hardwarebeschleunigte Wiedergabe von Flash Videos.
Somit können bei der Verwendung hardwarebeschleunigter Grafiktreiber hochauflösende Youtube-Videos auf schwächerer Hardware (z.B. Netbooks) flüssig wiedergegeben werden. Leider ist die in den Paketquellen verfügbare Version von Gnash ohne dieses Feature kompiliert vorzufinden und man muss dafür selber Hand anlegen, wie weiter unten beschrieben.
Funktionen:
kann viele aktuelle Flash-Filme abspielen
kann selbständig laufen, um Flash-Filme abzuspielen
unterstützt das Streaming von Videos von beliebten Videoportalen wie Youtube.com
läuft ebenso als Erweiterung in Firefox, Mozilla, Opera und Konqueror
benutzt OpenGL, um Grafiken zu rendern
Unterstützt VA-API
Gnash befindet sich in den Ubuntu-Paketquellen. Folgende Pakete müssen installiert [1] werden:
gnash (universe)
gnash-common (universe)
Falls eine andere Erweiterung für den Webbrowser installiert wurde, um Flash-Dateien abzuspielen (z.B. das Paket flashplugin-nonfree), muss diese erst entfernt [1] werden, damit es keine Komplikationen mit dem Webbrowser gibt.
Gnash mit VA-API Unterstützung muss selbst kompiliert[7] werden. Dazu müssen als Voraussetzung einige Pakete nachinstalliert werden:
sudo apt-get build-dep gnash
Nach dieser Installation wird noch Bazaar benötigt:
bzr
Anschließend werden die Pakete libva1 sowie libva-dev installiert[4], welche man am besten fertig von splitted-desktop.com
bezieht, Architektur beachten! Dann ist es noch wichtig, ob man ein ATI oder ein NVIDIA Backend nutzt, somit werden ggf. entsprechende unfreie
Treiber benötigt.
Für NVIDIA wird zusätzlich eine Version von vdpau-video* benötigt, auf splitted-desktop.com
zu finden,
für ATI eine Version von xvba-video*, am besten ebenfalls von splitted-desktop.com
.
Fremdpakete können das System gefährden.
Zunächst muss die neueste Version von Gnash heruntergeladen werden:
bzr branch http://bzr.savannah.gnu.org/r/gnash/trunk
In den dadurch neu erstellten Ordner wechseln und folgende Befehle ausführen:
./autogen.sh mkdir objs.vaapi cd objs.vaapi ../configure --enable-hwaccel=vaapi --enable-media=ffmpeg --enable-renderer=all --with-plugins-install=system --with-npapi-plugindir=/usr/lib/gnash make
Sollte alles fehlerfrei abgelaufen sein, kann Gnash und das Gnash-Browser-Plugin jetzt direkt installiert werden:
sudo make install sudo make install-plugin
Nach dem erfolgreichen Ablauf sollte sich die Datei libgnashplugin.so unter /usr/lib/gnash/ wiederfinden lassen. Damit auch Firefox merkt, dass das Gnash-Plugin verfügbar ist, ist ein symbolischer Link in das Mozilla-Plugin-Verzeichnis zu empfehlen:
sudo ln -s /usr/lib/gnash/libgnashplugin.so /usr/lib/mozilla/plugins/
Der Browser muss danach neu gestartet werden.
Google-Chrome findet das Plugin automatisch unter /usr/lib/gnash/. Damit Gnash auch mit der Hardware-Beschleunigung arbeitet, sollte man zwei Konfigurationsdateien in seinem Homeverzeichnis haben: .gnashrc und .gnashpluginrc, jeweils mit den gleichen beiden Zeilen als Inhalt:
set hwaccel vaapi set renderer opengl
Nun läuft Gnash hardwarebeschleunigt und es können u.a. hochauflösende Youtube-Videos abgespielt werden.
Achtung: Wenn man im Plugin mit einem
-Klick auf Einstellungen navigiert, wird .gnashpluginrc gnadenlos überschrieben
und man muss die beiden Zeilen von oben wieder per Hand anhängen!
Flash-Dateien können auch direkt im Browser angesehen werden, zum Beispiel Flash-Videos von Portalen wie Youtube. Dazu ist eine Installation der korrekten Erweiterung notwendig.
Mittlerweile kann Gnash auch Videos von Youtube problemlos abspielen. Allerdings hat es in älteren Versionen (ab 0.8.6 behoben) Probleme beim Anzeigen der Werkzeuge, weswegen das Spulen oder das Regeln der Lautstärke mit dem Youtube-Player erschwert wird. 
Anmerkung: Unglücklicherweise scheint die Frage "Läuft Youtube oder nicht?" nicht für alle Fälle klärbar. Auch wenn sich von seiten Youtubes etwas ändert, sind freie Player wie Gnash schnell im Abseits.
Da sich bei Gnash bisher noch um eine Alpha-Version handelt, gibt es einige Probleme, die beim Einsatz von Gnash auftreten. Beispielsweise kann beim Betrachten eines Filmes auf Videoportalen die Prozessorauslastung bis zu 90% ansteigen
(Cairo Rendering). Außerdem kann Gnash aufwändige Webseiten, die fast nur aus Flash bestehen, nicht anzeigen. Auch kann es sein, dass Firefox des öfteren abstürzt, wenn zu viele Flash-Seiten geöffnet sind.
Bei der Deinstallation sollte man darauf achten, den unfreien Adobe Flash-Player wieder zu installieren, möchte man weiterhin in den Genuss Flash-basierter Anwendungen kommen.
Film ab - Freier Player für Flash-Movies
- Artikel LinuxUser 01/2008
Lightspark – Ebenfalls eine Flash–Alternative
Für weitere Informationen zu VA-API: http://en.wikipedia.org/wiki/Video_Acceleration_API
.
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von christian667 erstellt.
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