Glipper
ist ein Programm zur Verwaltung der Zwischenablage. Es kann als eine Art GNOME-Version des Programms Klipper, welches für KDE ausgelegt ist, gesehen werden. Glipper besitzt trotz des Namens keine Abhängigkeiten von GNOME-Bibliotheken, weswegen man es ohne Probleme auch mit anderen Fenstermanagern verwenden kann.
Glipper wird nicht mehr aktiv entwickelt. Sollte es zu Problemen kommen, lohnt sich ein Blick auf die Alternativen.
Die Zwischenablage, welche zum temporären Speichern von Texten dient, ist eine der nützlichsten Funktionen beim produktiven Arbeiten. Unter Linux, genauer gesagt dem XServer, gibt es von diesen Zwischenablagen sogar zwei:
Ersteres (Primary genannt) funktioniert, indem man einen bestimmten Text mit der Maus markiert. Eingefügt werden kann dieser Text mit Hilfe der mittleren Maustaste (
).
Zweitere (Default genannt) ähnelt der Zwischenablagenfunktion von Windows. Hier wird ein Text mit Hilfe von Strg + C kopiert, und mit Strg + V wieder eingefügt. Viele Programme bieten zudem die Möglichkeit, diese Funktion mit Hilfe des Kontextmenüs zu erreichen.
Das Programm Glipper greift dem Benutzer bei der Arbeit unter die Arme, indem es diese Zwischenablagen verwaltet und ihren Verlauf anzeigt. Der Benutzer hat dadurch die Möglichkeit, sich anzuschauen, welche Einträge vorher schon in der Zwischenablage waren. Er kann auch einen dieser Einträge auswählen, um ihn zurück in die Zwischenablage zu holen. Glipper ist auch konfigurierbar, so dass es nur eine bestimmte der oben genannten Zwischenablagen verwaltet.
Eine typische Situation könnte zum Beispiel folgendermaßen aussehen: Der Benutzer besucht eine Internetseite, und findet dort drei Wörter, welche er nicht kennt und später nachschlagen möchte. Zu diesem Zweck markiert er diese drei Wörter mit der Maus. Sie befinden sich jetzt im Verlauf von Glipper und können hinterher wieder abgerufen werden.
Des Weiteren ist Glipper in der Lage, Implementierungsschwächen des XServer Clipboards abzumildern. So passiert es zum Beispiel öfters, dass der Inhalt der Zwischenablage verloren geht, nachdem das Programm, aus dem der Inhalt stammt, beendet wurde. Glipper versucht, dies zu verhindern.
Es sollte aber auch nicht verschwiegen werden, dass Glipper nicht immer perfekt funktioniert. Dies hängt unter anderem mit der Inkonsistenz vieler Programme unter Linux zusammen, die die Zwischenablage auf andere Art bzw. nicht "richtig" benutzen. Probleme sind zum Beispiel mit OpenOffice.org zu beobachten.
Glipper ist in den offiziellen Paketquellen enthalten und kann über folgendes Paket installiert werden [1]:
glipper (universe [2])
Das Programm ist nach der Installation als Werkzeug für die Symbolleiste (Panel) zu finden. Per Rechtsklick auf das Panel und dem Befehl "Zum Panel hinzufügen" steht Glipper unter der Bezeichnung "Zwischenablagenverwalter" bereit.
Die Funktionsweise von Glipper ist relativ einfach verständlich. Nach dem Start des Programms erscheint im System-Tray ein neues Symbol.
Klickt man auf dieses mit der linken Maustaste (
), erscheint der Verlauf. Der Eintrag, welcher sich zur Zeit im Primary Clipboard befindet (markieren/
), wird von den anderen abgegrenzt dargestellt. Der Eintrag, der sich zur Zeit im Default Clipboard (
Strg +
C,
Strg +
V) befindet, wird blau dargestellt. Wenn man auf einen der Einträge klickt, wird dieser Eintrag der neue Inhalt der Zwischenablage.
Wenn man auf das Icon mit der rechten Maustaste (
) klickt, erscheint ein Popup-Menü, in welchem man unter anderem "Einstellungen" auswählen kann. Dort findet man Möglichkeiten, das Verhalten von Glipper zu ändern.
Diese Revision wurde am 8. November 2011 um 16:56 Uhr
von deidou erstellt.
Dieser Seite wurden folgende Begriffe zugeordnet:
Desktop, GNOME
2004 – 2011 ubuntuusers.de • Einige Rechte vorbehalten