Manche Benutzer bemäkeln an der GNOME-Desktopumgebung, dass sie sich nicht so individuell anpassen ließe, wie zum Beispiel die KDE-Desktopumgebung. Das ist jedoch nicht wirklich wahr. Die Möglichkeiten sind vorhanden, nur sind die GNOME-Entwickler der Meinung, dass ein Großteil der Benutzer diese Möglichkeiten überhaupt nicht braucht. Denn eines der Ziele von GNOME ist es Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit zu betonen. Die Software soll "einfach funktionieren“ ohne dass man tausend Optionen anklicken kann bzw. muss.
Möchte man dennoch an Stellschrauben von GNOME drehen, so kann man entweder Konfigurationsdateien bearbeiten oder verschiedene Programme benutzen. Diese sind jedoch zum Teil nicht in den Paketquellen enthalten und es ist nicht auszuschließen, dass die Änderungen, die diese Programme vornehmen, nicht auch an irgendeiner Stelle in Konflikt mit GNOME selber kommen könnten.
Der Konfigurationseditor ist ein Teil der GNOME-Desktopumgebung. Er gibt einem die Möglichkeit, zahlreiche Einstellungen an GNOME und GNOME-Programmen zu bearbeiten, die über die normalen Konfigurationsdialoge der besseren Übersicht wegen nicht enthalten sind. Es handelt sich meist um Optionen, die allein für fortgeschrittene Benutzer von Bedeutung sind.
Der Menüeintrag für den Konfigurationseditor ist von Haus aus deaktiviert, man kann ihn jedoch über den Menüeditor wieder aktivieren. Alternativ lässt sich der Konfigurationseditor über die Tastenkombination
Alt +
F2 und Eingabe von gconf-editor starten. Da die Einstellungen benutzerspezifisch sind, sollte man den gconf-editor nicht mittels sudo - also Root-Rechten - starten, man würde die falschen Einstellungen bearbeiten.
Die Einstellungen sind in einer Baumstruktur organisiert. Relevant ist normalerweise der Zweig "apps". Hinweise zu einzelnen Optionen finden sich in den entsprechenden Artikeln.
Die Einstellungen werden in xml-Dateien unter ~/.gconf gespeichert und können dort im Problemfall auch von Hand bearbeitet oder selektiv gelöscht bzw. umbenannt werden.
Ubuntu Tweak
ist ein Programm mit dem man verschiedene Konfigurationen, die in Ubuntu nicht einfach zu erreichen sind, über eine einheitliche Oberfläche schnell und bequem einstellen kann.
Unter anderem lassen sich Details zu Compiz, Nautilus, der Energieverwaltung, der Sitzungsverwaltung, GNOME selber und noch eine Reihe weiterer Optionen vornehmen. Hierbei ist zu betonen, dass Ubuntu Tweak nicht tief in das System eingreift.
Alle diese Einstellungen könnte man auch über den Konfigurationseditor von GNOME machen. Ubuntu Tweak dient nur als vereinfachte Oberfläche. So ist es unwahrscheinlich, dass es zu Problemen durch Ubuntu Tweak kommt. (mehr)
GNOME Color Chooser
ermöglicht es, die Farbdarstellung für viele Komponenten im GNOME-Desktop zu ändern. So ist es möglich, die Farben des Hintergrundes, der Fensterdekorationen sowie der Tooltips zu ändern. Desweiteren kann man die Größe der Widgets, also von Schaltflächen oder Scrollbalken, anpassen und noch vieles mehr.
GNOME Configurator
fasst viele Einstellungsmöglichkeiten in einem Programm zusammen. So lässt sich das Verhalten von Menüleisten definieren, die Farben anpassen und individuelle Einstellungen für das GNOME-Panel definieren, sowie erweiterte Einstellungen für GNOME-Programme wie Epiphany, Galeon, Nautilus und den Fenstermanager Metacity vornehmen.
Das Programm ist nicht in den Paketquellen von Ubuntu vorhanden. Das bedeutet, dass man es selber kompilieren muss. Die folgenden Pakete inklusive aller Abhängigkeiten sind notwendig um GNOME Configurator erfolgreich kompilieren zu können.
libgtk2.0-dev
libgnomeui-dev
Anschließend kann man wie unter [2] beschrieben das Programm kompilieren und installieren. Danach kann man es aus dem Menü heraus unter
"Anwendungen -> Systemwerkzeuge -> GNOME Configurator"
starten.
Preferences Hide and Seek
ist ebenfalls ein Programm, das viele Einstellmöglichkeiten zentral zusammenfasst. Mit Hide and Seek kann man das Verhalten des Desktops konfigurieren, Einstellungen zu Metacity und dem GNOME-Panel vornehmen und sogar verschiedene Effekte von Compiz komfortabel verwalten.
Das Programm ist nicht in den Paketquellen von Ubuntu vorhanden. Das bedeutet, dass man es selber kompilieren muss. Die folgenden Pakete inklusive aller Abhängigkeiten sind notwendig um den GNOME Configurator erfolgreich kompilieren zu können.
libgtk2.0-dev
libgconf2-dev
Anschließend kann man wie unter [2] beschrieben das Programm kompilieren und installieren. Danach kann man es aus dem Menü heraus unter
"System -> Einstellungen -> Hidden Preferences"
starten.
GNOME Color Chooser und GNOME Configurator fügen oftmals Daten zu den Dateien
~/.gtkrc-2.0
~/.gtkrc-2.0-gnome-color-chooser
oder allgemein
~/.gtkrc-2.0*
im Homeverzeichnis hinzu. Wechselt man das Theme und die individuellen Anpassungen passen nicht mehr zum neuen Theme, so kann man diese Dateien gefahrlos löschen und somit die Anpassungen rückgängig machen.
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