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Freenet

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

freenet-logo

„Ich sorge mich die ganze Zeit um mein Kind und das Internet, obwohl sie zu jung ist um sich schon eingewählt zu haben. Dies ist worum ich mir Sorgen mache: Ich mache mir Sorgen, dass sie in 10 oder 15 Jahren zu mir kommen wird und sagt: ‚Papa, wo warst du als sie dem Internet die Pressefreiheit nahmen?‘“ -- Mike Godwin, Electronic Frontier Foundation

Mit diesem Zitat wird man auf der Startseite des Projekts Freenet begrüßt. Es verdeutlicht zugleich den Gedanken und die Zielsetzung hinter den Anstrengungen: Freenet {en} ist ein dezentrales_Netzwerk, das Menschen den anonymen sowie sicheren Informations- und Datenaustausch ermöglicht. Es bietet unter anderem Funktionen, um

  • Seiten und Inhalte anonym und zugleich zensurresistent zu veröffentlichen

  • sich mit anderen Menschen auszutauschen (z.B. durch FMS)

  • Anonymes File-Sharing zu betreiben (mit Thaw, über Freesites oder FreemulET)

  • Anonyme E-Mail-Kommunikation zu nutzen (möglich durch Freemail)

  • Anonym zu chatten (mithilfe von FLIP)

  • Anonyme und verteilte Dateisysteme zu erstellen (FNFS)

Jeder Teilnehmer des Freenet ist zugleich Förderer dessen, indem er Teile des Netzwerks verschlüsselt auf seinem eigenen PC speichert. Es würde hier zu weit führen, die Funktionsweise von Freenet im Detail zu erklären, da der Aufbau komplex ist. Förderlich zur Nutzung ist jedoch ein Verständnis davon, dass jede Datei in Freenet mit einem Schlüssel verbunden ist, der sich u.a. über den Browser nach diesem Schema aufrufen lässt:

http://localhost:8888/[Freenet-Schlüssel]

Weiterführende Informationen auch speziell zum Aspekt der Schlüssel bieten Wikipedia, die offizielle Freenet-Dokumentation {en} sowie besonders das FreenetWiki. {en} Ultimate_Freenet_Index-klein.png

Voraussetzung

Neben einer möglichst schnellen Internet-Verbindung (mindestens DSL ist hierbei am besten geeignet) benötigt Freenet ein installiertes Java. Im Normalfall genügt also, sofern Java noch nicht auf dem System installiert ist, die Installation[1] des Pakets

  • openjdk-6-jre (universe [2])

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png

Installation

Da Freenet (u. a. aufgrund der stetigen Entwicklung und häufigen Aktualisierungen) nicht in den Paketquellen verfügbar ist, bieten die Freenet-Entwickler auf der Seite des Projekts ein Installationsprogramm an.

Mit einem Klick auf Freenet installieren {dl} öffnet sich im Web-Browser ein Dialogfeld mit der Möglichkeit, den Link mit Java 6 Web Start auszuführen. Nachdem man dies bestätigt hat, erscheint der Installationsassistent.

Hinweis!

Fremdsoftware kann das System gefährden.

Im ersten Schritt erfolgt die Auswahl der Sprache, wobei man "deu" wählt und auf "OK"' klickt. Im nächsten Schritt lässt sich ein frei wählbarer Installationspfad auswählen. Die Standard-Einstellung kann hierbei so belassen werden, gleiches gilt im nächsten Schritt für die Auswahl der Installationspakete. Nach zwei weiteren Klicks auf "Weiter" und der abschließenden Meldung, dass die Installation erfolgreich abgeschlossen wurde, ist die Installation beendet.

Alternative Installation

Mit den folgenden Befehlen im Terminal[5] lädt man sich die aktuelle Version von Freenet herunter und installiert diese:

wget http://downloads.freenetproject.org/alpha/installer/new_installer.jar
java -jar new_installer.jar  

Um Freenet nun zu starten, genügen diese Befehle:

cd ~/Freenet
./run.sh start 

Sobald Freenet erfolgreich gestartet wurde öffnet sich der Web-Browser, in dem man die Einstellungen vornehmen kann.

Konfiguration

Nach der Installation sollte sich automatisch ein Firefox-Fenster (für Freenet wurde dazu automatisiert ein eigenes Firefox-Profil erstellt) mit einem Konfigurations-Assistenten öffnen. Geschieht dies nicht, kann man den Assistenten auch manuell aufrufen.

Hinweis:

Um den Grad der Anonymität erheblich zu erhöhen, sollte man im Laufe der Zeit auf der Freundes-Seite gegenseitig mit Freunden die Referenz austauschen und dort einfügen. Hat man mindestens 5 Freunde, so kann der "unsichere Modus" abgeschaltet werden. Doch auch im "unsicheren Modus" erhöht sich die Anonymität mit der Anzahl der verbundenen Freunde.

Die anzugebenden Informationen zur Verbindungs-Geschwindigkeit und verfügbaren Arbeitsspeicher werden im Assistenten ausreichend erklärt und daher hier nicht näher beschrieben. Hat man die Konfiguration beendet, so kann man abschließend noch auf der Konfigurationsseite die Sprache auf Deutsch umstellen, falls dies noch nicht automatisch geschehen ist und andere grundlegende Einstellungen vornehmen.

FMS

Wiki/Icons/Tango/internet-news-reader.png FMS steht für "Freenet Message System" und bietet anonyme Diskussionsforen. Um trotz Zensurresistenz Attacken zu erschweren, beinhaltet FMS das Prinzip des Netz des Vertrauens. Man gibt also an, inwieweit man persönlich einem Kommunikationspartner in der Hinsicht vertraut, dass dieser nicht spammt. Dies ist ein geringer (nicht zwingender) Mehraufwand für die Nutzer, stärkt dabei aber das System in seiner Integrität.

FMS befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase und wird aktiv weiterentwickelt. Zu beachten ist außerdem, dass es einige Minuten bis zu Stunden dauern kann, bis ein Beitrag in einem Board erscheint. Für Funktions-Tests ist daher das Board "test" gedacht.

Experten-Info:

FMS ist eine Neuentwicklung nach Frost, einem Messageboard, das mit DoS-Attacken zu kämpfen hatte und bis heute geflooded wird. Daher kann FMS (und ab dem kommenden Freenet 0.8 mit dem Plugin "Freetalk") als Nachfolger von Frost angesehen werden.

Installation

Hinweis:

Nutzt man ein 64-bit-Ubuntu, so muss nach Installation der Abhängigkeiten wie im Abschnitt Manuell kompilieren beschrieben mit einer manuellen Kompilierung verfahren werden.

Abhängigkeiten auflösen

FMS benötigt die "Poco C++-Bibliothek". Je nach verwendeter Ubuntu-Version muss hier unterschiedlich vorgegangen werden:

Ab Ubuntu 9.04

Ab Ubuntu 9.04 muss nur dieses Paket installiert werden:

  • libpoco-dev

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png

Ubuntu 8.04

Die Poco-Bibliothek kann in dieser Version entweder aus den Quellen {dl} bezogen oder über Debian-Pakete {dl} installiert werden.

Hinweis!

Fremdpakete können das System gefährden.

Manuell kompilieren

Für eine Kompilierung von FMS sollte (nach Auflösung der Abhängigkeiten wie oben beschrieben) den Hinweisen auf der für die Kompilierung erstellten Seite gefolgt werden.

Start

Nachdem FMS als "Linux i386 Binary" von der Projektseite (zu finden auf der Unterseite "Prototype") geladen wurde (auf der Freenet-Startseite befindet sich immer ein aktueller Link zur FMS Freesite), muss das Paket nur noch entpackt werden [6] und die Datei fms mit einem Klick oder über das Terminal[5] ausgeführt[3] werden.

Hinweis:

Es empfiehlt sich, für FMS einen Menü-Eintrag zu erstellen oder direkt in den Autostart einzutragen. Ein Beenden von FMS ist über das Webinterface auf http://127.0.0.1:8080 möglich.

Erst-Einrichtung

Die Verwaltung von FMS geschieht über den Browser. Die Adresse dazu lautet http://localhost:8080.

Hier muss zunächst über "Create Identity" eine Identität angelegt werden. Durch das einmalige Lösen von sog. Captchas im Menüpunkt "Announce Identity" wird das Erstellen von Nachrichten in FMS ermöglicht. Es kann jedoch 1-2 Tage dauern, bis die Identität dem Netzwerk bekannt ist. Auf der Seite "Local Identities" kann überprüft werden, ob die Identität bereits freigeschaltet ist. Ein lesender Zugriff auf das Nachrichten-System ist jedoch auch ohne bestätigte Identität möglich.

Experten-Info:

Der Mechanismus der Captchas dient einzig dazu, den Nutzer als Mensch zu identifizieren und dadurch sicherzustellen, dass kein Roboter zahlreiche Identitäten erstellt.

Client-Einrichtung

Anstatt FMS über die mitgebrachte Oberfläche unter http://127.0.0.1:8080 zu verwenden, lässt sich auch jeder normale Usenet-Client verwenden: Exemplarisch am Mail- und News-Client Thunderbird soll die Einrichtung von FMS gezeigt werden.

Nachdem man im Menü "Bearbeiten" auf den Menüpunkt "Konten" geklickt hat, trägt man die Daten wie folgt ein:

  • "Newsgruppen-Konto"

  • Ihr Name: Frei wählbares Pseudonym

  • E-Mail-Adresse: Frei wählbar (z.B. eine Freemail-Adresse)

  • Newsgruppen-Server: localhost

  • Kontenbezeichnung: Frei wählbar (z.B. FMS)

  • Bearbeiten -> Konten -> FMS (Server-Einstellungen)

    • Port: 1119

    • Haken weglassen bei "Verschlüsselte Verbindung verwenden"

    • Haken bei "Beim Starten auf neue Nachrichten prüfen"

    • Haken bei "Alle 10 minuten auf neue Nachrichten prüfen"

    • Haken entfernen bei "Abfrage vor Download von mehr als 500 Nachrichten"

  • Mit "OK" bestätigen

Auf der linken Seite auf "FMS" klicken und dann "Newsgruppen abonnieren". Speziell zur Einrichtung mit Thunderbird existiert im Freenet auch ein Konfigurations-Video.

Thunderbird-Erweiterung

Für Thunderbird existiert zudem eine Erweiterung, die das Eintragen vom Grad des Vertrauens komfortabler gestaltet als über den Browser. Der Download ist im Freenet verfügbar.

Freemail

Wiki/Icons/Tango/internet-mail.png Freemail bietet anonyme E-Mail-Kommunikation innerhalb des Freenet-Netzwerkes. Es lässt sich so kein Rückschluss auf die reale Identität des Absenders oder Empfängers schließen. Zur Einrichtung klickt man sich über die Freenet-Startseite auf "Plugins -> Offizielles Plugin laden", wählt dort "Freemail" aus und klickt auf "Laden". Nach ein paar Sekunden erscheint in der Liste der Plugins nun "plugins.FreemailPlugin". Dort klickt man auf "Besuchen".

Erstellung eines E-Mail-Kontos

Das Formular benötigt für die Erstellung eines Mail-Zugangs drei Eingaben:

Erstellung eines Freemail-Accounts
Freemail-Seite Bedeutung Beispieleintrag
Name Benutzername hans-peter
Password Passwort Gbua%&rm!d95
Domain frei wählbare Domain freiheit

Die daraus resultierende Freemail-Adresse lautete nach dem Schema Name@Domain.freemail in diesem Beispiel: hans-peter@freiheit.freemail

Hinweis:

Für die erste Kommunikation mit einer anderen Person sollte von beiden Seiten aus die lange Freemail-Adresse benutzt werden, die in der automatisch zugesandten E-Mail nach der Einrichtung beschrieben ist.

Einrichtung des Mailprogramms

Freemail funktioniert mit jedem Mail-Client, der IMAP und SMTP unterstützt, damit ist es also auch mit den zwei unter Ubuntu beliebtesten Programmen Evolution und Thunderbird kompatibel.

Die Einstellungen lauten:

Für eingehende Mails:

  • Protokoll: "IMAP"

  • Server: "localhost"

  • Port: "3143"

Für ausgehende Mails

  • Protokoll: "SMTP"

  • Server: "localhost"

  • Port: "3025"

Detaillierte Informationen zur Funktionsweise und Einrichtung von Freemail gibt es auf der Freenet-Projektseite. {en}

Thaw

thaw-indexes.pngthaw-transfers.pngThaw {en} ist ein plattformunabhängiger Filesharing Up- und Download-Manager für Freenet. Er lässt sich über das Internet hier{dl} oder im Freenet hier{dl} herunterladen. In einer GNOME-Umgebung kann Thaw ganz einfach über einen Rechtsklick -> "Öffnen mit -> Sun Java 6" gestartet werden. Alternativ lässt es sich auch im Terminal[5] starten:

java -jar Thaw*.jar 

Die Bedienung von Thaw ist weitestgehend selbsterklärend und kann durch die drei Registerkarten "Transfers", "Indexes" und "Logs" getätigt werden.

FLIP

Es gibt ein noch junges Projekt, das das IRC-Protokoll über Freenet implementiert.

Installation

Um FLIP zu installieren, muss es zunächst von der Freesite heruntergeladen (flip-linux-ix86-bin-?.?.?.tar.gz) und entpackt werden. Danach genügt das Ausführen der Datei flip durch einen Klick oder ein Ausführen im Terminal[5].

Einrichtung

Nun kann ein IRC-Client der Wahl genommen werden. Ist Anonymität gewünscht, sollte natürlich ein anderer Nickname als für nicht-anonyme Chats gewählt werden. Folgende Angaben müssen für den IRC-Server eingetragen werden:

  • Server: "localhost"

  • Port: "6667"

Ist die Verbindung gelungen, sollte eine Meldung wie diese erscheinen:

* Welcome to the Freenet IRC network
* Your host is flip running version 0.0.6
* This server was created 2010-06-26
* flip 0.0.6 s v

Nun kann z.B. mit dem Kommando /list eine Liste der verfügbaren Kanäle abgerufen werden. Die Kanäle irc://localhost/#test oder irc://localhost/#freenet können erste Anlaufstellen sein. Zu beachten ist jedoch, dass Nachrichten momentan mit einer Verzögerung von 30 Sekunden bis zu mehreren Minuten gesendet und empfangen werden.

FNFS

FNFS ermöglicht Dateisysteme im Freenet.

Die Vorzüge eines Dateisystems sind laut Autor

  • Maximale Datei-Größe von 16EiB

  • Gesamter Speicherplatz ist nur durch die Gesamtheit des Speicherplatzes aller Knoten begrenzt

  • Möglichkeit, zu jeder bereits eingefügten Edition einer Datei zu gehen (so lang die Daten noch abrufbar sind)

  • Daten können auf jeden korrekten Freenet-Schlüssel zeigen (z.B. bereits eingefügte oder von anderen eingefügte Dateien)

  • Sein Dateisystem mit jedem in Freenet teilen (nur lesbar oder mit Schreibzugriff) oder es privat halten

Momentane Nachteile sind

  • Es ist langsam

  • Dateien können u.U. nicht abrufbar sein

  • benötigt einen lokalen Cache

Weitere Informationen und den Download findet man auf der FNFS-Seite im Freenet.

Um FNFS zu nutzen, muss das "Linux Binary" von der Seite heruntergeladen und anschließend entpackt[6] werden. Wird die entpackte Datei im Terminal[5] ausgeführt[3], werden die verfügbaren Optionen aufgelistet, etwa das Hinzufügen oder Entfernen eines Dateisystems.

Problemlösung

Freenet ist in der Programmiersprache Java implementiert und benötigt dieses, um korrekt zu funktionieren. Sollte es Probleme während der Installation bzw. nach dieser beim Start von Freenet geben, kann das Umschalten von OpenJDK-Java-Version auf die die Sun-Variante helfen. Die Installation[1] der Pakete

  • sun-java6-jre

  • sun-java6-bin

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png

und das anschließende Einstellen der Java-Version auf Suns Java 6 verhindert bereits im Vorfeld Probleme, die ansonsten auftreten könnten. Mehr Informationen gibt es auch auf einer Problemlösungs-Seite für Ubuntu 8.04-Benutzer im Freenet, die unten verlinkt ist. Mit der aktuellsten Version der Freenet-Software sollte es jedoch auch mit der offenen Variante OpenJDK keine Probleme mehr geben.

Diese Revision wurde am 10. Dezember 2011 um 22:41 Uhr von Heinrich Schwietering erstellt.
Dieser Seite wurden folgende Begriffe zugeordnet: Sicherheit, Netzwerk, Server, Kommunikation, Internet, Filesharing

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