Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.
Die Analyse des belegten Speicherplatzes einer Festplatte kann sehr wichtig sein. So kann man schnell herausfinden, ob bestimmte Benutzer durch riesige Datenmengen die Festplatte füllen oder warum einer Festplatte immer wieder der Platz ausgeht (beispielsweise weil eine Logdatei eines falsch konfigurierten Serverdienstes riesige Ausmaße annimmt). In der Windows-Welt kennt man dazu Programme wie TreeSize, SequoiaView oder WinDirStat. Unter Linux gibt es sehr gute und leistungsfähige Alternativen.
Baobab
ist ein graphisches Programm für den GNOME Desktop zur Analyse der Belegung von Partitionen auf lokalen oder entfernten Datenträgern. Baobab ist in der Lage, angegebene Verzeichnisse oder ganze Dateisysteme zu scannen, um eine graphische Baumansicht zu erstellen, inklusive der Anzeige des Platzverbrauches der Datei bzw. des Verzeichnisses. Das Programm besitzt zudem die Möglichkeit, nach Dateien zu suchen und Änderungen am Homeverzeichnis oder in jedem eingebundenem Laufwerk in die Analyse aufzunehmen.
Filelight
zeigt die Festplattenbelegung unter KDE in einer innovativen Art und Weise an. Ausgehend von / (Wurzel des Dateisystems) wird jedes Verzeichnis aus dem Verzeichnisbaum als Fläche dargestellt. Je größer die Fläche, desto größer ist der Inhalt des Verzeichnisses. Baobab hat diese Ansicht übernommen.
Graphical Disk Map
(GdMap) ist ein GTK+-Programm, das alle Dateien eines bestimmten Verzeichnisses oder einer ganzen Partition in Form von verschiedenfarbigen Kästchen darstellt. Je größer die Datei, desto größer das Kästchen. Somit eignet sich das Programm gut zum Aufräumen von Datenträgern.
Mit GdMap kann man die Ordner und Dateien zwar anzeigen lassen, jedoch nicht öffnen. Es ist rein zum Betrachten der Dateigrößen geschaffen. Man kann die durch ein Suffix gekennzeichneten Dateitypen einzeln einfärben und das Einfärben der Verzeichnisebenen einschränken.
KDirStat
ist ebenfalls ein Programm, das alle Dateien eines bestimmten Verzeichnisses oder einer ganzen Partition in Form von verschiedenfarbigen Kästchen darstellt. Je größer die Datei, desto größer das Kästchen. Somit eignet sich das Programm gut zum Aufräumen von Datenträgern. Das Programm kombiniert die Ansicht von Baobab mit der von GdMap. Es bindet sich gut in die KDE-Desktopumgebung ein.
Der Vorteil an KDirStat ist, dass man Dateien bei Bedarf direkt aus KDirStat heraus löschen bzw. bearbeiten kann. So kann man einen Platzfresser schnell ausmachen und gleich beseitigen.
Der Konqueror besitzt eine integrierte Funktion zur Belegungsanalyse. Diese lässt sich einfach mit
"Ansicht -> Anzeigemodus -> Dateigrößen-Ansicht"
einschalten. Dateien und Verzeichnisse werden dann durch Rechtecke unterschiedlicher Größe dargestellt, wobei die Größe der Dateigröße entspricht. Die verschiedenen Farben der Rechtecke stehen für die Verzeichnistiefe.
Die Rechtecke können genau wie Symbole angeklickt werden – auch mit Rechtsklick – wobei dann die Konqueror-typischen Aktionen wie "Ordner wechseln", Kontextmenü etc. ausgeführt werden können.
Wer eine desktop- und plattformübergreifende Alternative sucht, wird beim englischsprachigen JDiskReport
fündig. Einzige Voraussetzung ist ein installiertes Java. Das Programm braucht nur heruntergeladen
und entpackt werden. Der Programmstart erfolgt über die Datei jdiskreport-1.3.2.jar.
Grafisch werden nur einfache Balken- und Kreisdiagramme geboten. Allerdings gibt es nette Kleinigkeiten wie eine Größenverteilung einzelner Dateien, eine Gruppierung nach Alter oder die Angabe eines benutzerdefinierten Befehls. Sämtliche Auswertungen können auch gedruckt werden.
Steht z.B. auf einem Server keine graphische Oberfläche zur Verfügung, so kann man sich auch über das Terminal helfen. Hierfür stehen die beiden Befehle
zur Verfügung. Sie sind fester Teil jeder Linux-Distribution.
Discus
versucht, die Ergebnisse von df übersichtlicher auszugeben. So erscheint die Ausgabe farbig, man sieht Balkendiagramme usw.
Das Programm lässt sich über die Paketquellen von Ubuntu installieren. Folgendes Paket wird benötigt [1]:
discus (universe)
Nach der Installation kann man Discus im Terminal [2] über folgenden Befehl starten:
discus
Mount Total Used Free Prcnt Graph / 7.81 GB 3.61 GB 4.20 GB 46.2% [*****-----] /sys 0 GB 0 GB 0 GB 0.0% [----------] /boot 0.19 GB 0.06 GB 0.13 GB 33.0% [***-------] +media/data 269.98 GB 124.10 GB 145.88 GB 46.0% [*****-----] /home 465.75 GB 10.49 GB 455.25 GB 2.3% [----------]
NCurses Disk Usage
(ncdu) basiert – wie der Name bereits vermuten lässt – auf NCurses und stellt in der Konsole eine interaktive Übersicht über den Speicherplatz-Verbrauch in einem Ordner bereit. Das Programm kann also als übersichtlichere Alternative zu du betrachtet werden.
Ncdu lässt sich über die Paketquellen von Ubuntu installieren. Folgendes Paket wird benötigt [1]:
ncdu (universe)
Nach der Installation kann man ncdu im Terminal [2] durch Eingabe des folgenden Befehls starten:
ncdu
ncdu 1.3 ~ Use the arrow keys to navigate, press ? for help --- /usr/src/linux-git ----------------------------------------- 394.2MB [##########] /.git 169.7MB [#### ] /drivers 77.1MB [# ] /arch Total disk usage: 737.5MB Apparent size: 737.5MB Items: 29671
Im Konfigurationseditor unter "/apps/gnome_settings_daemon/plugins/housekeeping/free_size_gb_no_notify" lässt sich der ganzzahlige Wert freien Festplattenplatzes in GB angegeben, bei dessen Unterschreitung Ubuntu eine Warnmeldung ausgibt. Unter "/apps/gnome_settings_daemon/plugins/housekeeping/" finden sich weitere Einstellmöglichkeiten, die auf Prozentwerten basieren.
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