Dieser Artikel beschreibt die Installation und Inbetriebnahme des Fritz USB-WLAN Stick von AVM. Es gibt diesen Stick in unterschiedlichen Varianten, die mittels ihrer USB-ID identifiziert werden können (siehe WLAN/Karten/AVM). Der neue Fritz!Stick-N wird in einem gesonderten Artikel behandelt.
Ab Ubuntu 8.10 Intrepid Ibex muss der Windowstreiber mit NdisWrapper verwendet werden. Weitere Informationen dazu sind in der nachfolgenden Tabelle und in den Ubuntu Versionshinweisen zu finden.
Sollte der Windowstreiber von AVM nicht funktionieren, gibt es noch die Möglichkeit, einen alternativen Treiber von Texas Instruments zu verwenden. Alle Treiberversionen unterstützen WEP-, WPA- und WPA2-Verschlüsselung. Verschlüsselung mit WPA und WPA2 ist dokumentiert.
Zusätzlich sind erweiterte Treiberoptionen und Problemlösungen beschrieben, die bei Übertragungsfehlern, Verbindungsabbrüchen und Installationsproblemen helfen können.
Die Konfiguration der Schnittstelle und die Einstellungen für die Verschlüsselung sind für alle Treiber identisch und werden im Abschnitt "Schnittstelle aktivieren" bzw. "WPA-Verschlüsselung aktivieren" erläutert. Der Linux-Treiber unterstützt bis Ubuntu 8.10 nur 32-Bit Systeme. Der 64Bit WindowsXP-Treiber funktioniert ab Ubuntu Gutsy Gibbon 7.10 mit NdisWrapper. Mehr Informationen zur 64bit Rechnerarchitektur. Ein passender Treiber kann im Forum heruntergeladen werden.
Getestete Geräteversionen: Stick-ID 057C:5601 und ID 057C:6201 mit Chipset TNETW1450 von Texas Instruments.
Systemanforderungen: Minimum 350 MHz CPU (getestet), USB-2.0 oder USB-1.1 Anschluss (mit verringerter Datenrate)
Ab Ubuntu Hardy-Heron 8.04 muss für alle 32-Bit Systeme ein Patch für den Linuxtreiber installiert werden. Eine entsprechende Beschreibung kann im Forum abgerufen werden. Es können auch ein paar Anpassungen am Quellcode des Treibers vorgenommen werden. Anschließend wird der Treiber wie beschrieben kompiliert und in das System eingebunden. Diese beiden Lösungsmöglichkeiten müssen nach einem Kernelupdate erneut durchgeführt werden. Für die Installation ist allerdings eine Internetverbindung notwendig.
Der Stick ist für 32-und 64Bit Systeme mit dem Windowstreiber und WLAN/NdisWrapper in Betrieb zu nehmen. Der Linux-Treiber ist nicht mehr im System enthalten und kann durch Verletzung der GPL
und weitere Fehler im Quellcode unter Intrepid-Ibex auch nicht kompiliert werden. Artikel dazu unter Heise online
.
| getestete Kombinationsmöglichkeiten ( Stand November 2009 ) | |||||
| Ubuntu | 6.06 | 8.04 | 8.10 | 9.04 | 9.10 |
| Treiber | |||||
| AVM Linuxtreiber 32bit | Ja | Ja3 | Nein4 | ||
| AVM XP-Treiber 32bit | Bedingt | Bedingt1 | Ja | Bedingt1 | |
| AVM XP-Treiber 64bit | Nein | Ja | Bedingt5 | ||
| alternativer Windows-Treiber 32bit | Ja | Bedingt1 | Ja | Bedingt1 | |
| Netzwerkmanager | |||||
| Networkmanager-gnome | Nein | Ja2 | Ja | ||
| kNetworkmanager | Bedingt | Ja2 | Ja | ||
| Wicd-Netzwerkmanager | Ja | Ja2 | Ja | ||
| manuelle Konfiguration | Ja | ||||
(Tabelle bitte ergänzen)
1 es wird durch ein Problem mit der Prozesspriorität ggf. keine IP-Adresse bei Verbindungsaufbau zugewiesen. Alternativ mit statischer IP-Adresse probieren.
2 die Netzwerkmanager funktionieren nicht mit jeder Rechnerhardware und Treiberkombination.
3 es muss ein Patch für das Treibermodul installiert werden. Siehe Hinweise zu Ubuntu 8.04
4 der AVM-Linuxtreiber ist nicht mehr kompatibel mit dem Kernel ab Version 2.6.25-*
5 die Treiberinitialisierung schlägt bei Systemstart oftmals fehl. Tritt der Fehler auf, muss ndiswrapper mit einem Patch manuell installiert werden. Siehe dazu im Abschnitt 64bit-System
Es können die aktuellen Treiber von AVM
für 32bit oder 64bit oder auch die Dateien von der beiliegenden Treiber-CD verwendet werden. Die *.exe-Datei muss vorab mittels Wine oder cabextract entpackt werden um an die benötigten Treiberdateien zu gelangen. Alternativ kann auch direkt der optimierte Windowstreiber für 32Bit installiert werden.
Eine besondere Konfiguration ist für die nachfolgenden Schritte nicht erforderlich. Im Homeverzeichnis über Terminal [2] zuerst einen neuen Ordner Fritz für die benötigten Dateien anlegen und das Treiberpaket dort ablegen.
mkdir Fritz # erstellt das Verzeichnis
Den Ordner Fritz vor dem Download als Zielverzeichnis auswählen, oder die Datei avm_fritz!wlan_usb_stick<Versionsnummer>.exe anschließen mit einem Dateimanager dorthin kopieren.
Aus den Treiberarchiven werden nur die Dateien fwlan.inf (fwlan64.inf für 64bit Systeme), fwlanusb.sys und FwUSB1b.bin benötigt. Die restlichen Dateien und Ordner können gelöscht werden.
Mit cabextract das Treiberpaket in den neuen Ordner Fritz extrahieren [2]:
cabextract Fritz/avm_fritz'!'wlan_usb_stick*.exe -d Fritz
Wine ist gemäß Wiki-Artikel vorab zu installieren. Das Treiberpaket herunterladen und wie oben beschrieben im zuvor erstellten Ordner Fritz ablegen. Die *.exe-Datei anschließend über Terminal [2] mit Wine installieren:
wine Fritz/avm_fritz'!'wlan_usb_stick*.exe
Fehlermeldungen des Installationsassistenten können ignoriert werden. Den automatisch startenden Einrichtungsmanager am Ende der Installation einfach abbrechen.
Die Dateien befinden sich nun im Homeverzeichnis im versteckten Ordner /.wine/drive_c/Programme/AVM_update/AVM_FRITZ!WLAN_USB_Stick... und sollten mit einem Dateimanager in das Verzeichnis Fritz kopiert werden.
USB-Stick anschließen und den Treiber gemäß dieser Anleitung installieren NdisWrapper. Die erforderlichen Programmpakete befinden sich auch auf der Ubuntu Installations-CD/DVD Im Ordner ~/pool/main/n/ndiswrapper.
Kontrolle ob der Treiber mit ndiswrapper in das System eingebunden ist. Einige Befehle im Terminal [2] erfordern root-Rechte [8]. Im Verzeichnis /etc/ndiswrapper/fwlan müssen sich diese Dateien befinden.
057C:5601.F.conf
057C:6201.F.conf
fwlan.inf (fwlan64.inf bei 64Bit Systemen)
fwlanusb.sys
fwusb1b.bin
Der entsprechende Terminalbefehl [2] dazu lautet:
find /etc/ndiswrapper/* # listet die installierten Dateien auf
Modul laden (bei der Treiberinstallation über das grafische Tool ndisgtk ist dies normalerweise nicht erforderlich)
sudo modprobe ndiswrapper # lädt ndiswrapper
Kontrollabfrage ob der Stick erkannt wurde:
ndiswrapper -l # Kontrolle des Treibers
Ist eine Schnittstelle wlan* vorhanden?
iwconfig # Schnittstelleninformationen abfragen
Wenn ja, funktioniert der Treiber. Mit dem Network-Manager kann nun versucht werden eine Verbindung aufzubauen.
Wenn nein, über die Kerneldiagnostik nach dem Fehler schauen:
dmesg | grep ndis # Kerneldiagnose mit Filter für ndiswrapper
Funktioniert der AVM-Windowstreiber nicht, siehe im Abschnitt "optimierter Windowstreiber".
Für das erfolgreiche Betreiben des Sticks unter 64bit muss der Quellcode von Ndiswrapper 1.55 angepasst und anschließend manuell kompiliert werden. Vorher müssen die die bereits installierten Ndiswrapper-Pakete und Treiber entfernt [1] werden. Quelle
.
Im Terminal:
sudo rmmod -f ndiswrapper # ndiswrapper entladen sudo rm -r /etc/ndiswrapper/* # vorhandene Treiber vollständig löschen sudo apt-get remove --purge ndiswrapper-common ndiswrapper-utils-1.9 # ndiswrapper-Pakete entfernen sudo rm -r /etc/modprobe.d/ndiswrapper # Alias-Tabelle zur Hardwareerkennung löschen
Zunächst muss der aktuelle Quellcode von Ndiswrapper
heruntergeladen und entpackt [5] werden.
Im Terminal:
wget http://dfn.dl.sourceforge.net/sourceforge/ndiswrapper/ndiswrapper-1.55.tar.gz tar -xzf ndiswrapper-1.55.tar.gz
Die Datei /ndiswrapper-1.55/driver/pe_linker.c muss angepasst werden. Dazu muss die Datei pe_linker.c.patch mit einem Editor [3] im Verzeichnis /ndiswrapper-1.55/driver erstellt werden. Folgender Inhalt ist einzufügen um eine Korrekturdatei (Patch) zu erzeugen:
--- ndiswrapper-1.55/driver/pe_linker.c 2009-06-29 04:09:26.000000000 +0200 +++ ndiswrapper-1.55p/driver/pe_linker.c 2009-09-07 12:19:10.000000000 +0200 @@ -450,6 +450,8 @@ " %d bytes", image_size); return -ENOMEM; } +// zero out memory +memset(image, 0, image_size); /* Copy all the headers, ie everything before the first section. */
Anschließend kann der Patch eingespielt werden:
patch ndiswrapper-1.55/driver/pe_linker.c ndiswrapper-1.55/driver/pe_linker.c.patch
Um die Treiber kompilieren zu können, müssen zuerst das Paket build-essential und die passenden Kernel-Header [6] installiert [1] werden.
linux-headers-Kernelversion
build-essential
Im Terminal:
sudo apt-get install --reinstall linux-headers-$(uname -r) build-essential
Anschließend Ndiswrapper kompilieren [7]:
cd ndiswrapper-1.55 # in das Quellverzeichnis wechseln make # Module bauen sudo make uninstall # alte Version aus dem Kernel entfernen sudo make install # neue Module in das System einbinden
Eventuell auftretende Warnungen beim Kompilieren können ignoriert werden, Fehler dürfen nicht auftreten!
Installation und Modulversion überprüfen:
modinfo ndiswrapper
Die neue NdisWrapper-Version 1.55 sollte jetzt angezeigt werden.
Hat alles funktioniert, kann der 64bit Treiber nun wie im ersten Abschnitt beschrieben entpackt und installiert werden.
Bei Problemen mit Verbindungsabbrüchen oder Abstürzen können die Treibereinstellungen angepasst werden. Folgende Werte in den Konfigurationsdateien unter /etc/ndiswrapper/fwlan können geändert werden. Je nach verwendetem Typ (ID) des Sticks die Datei 057C:5601.F.conf oder 057C:6201.F.conf editieren [3].
Folgender Befehl im Terminal [2] zeigt Informationen zu den angeschlossenen USB-Geräten an und gibt Auskunft über die ID des Gerätes:
lsusb
dot11FragmentationThreshold|4096
dot11RTSThreshold|4096
Die Werte heruntersetzen, z.B. 2048. Minimalwert ist 256. Bei geringer Signalstärke haben sich Werte um 1024 bewährt.
Mode4x|1
Aktiviert den Turbo-Modus, bzw. bei AVM den g++ Modus. Es wird versucht eine höhere Datenübertragung zu erzielen. Dieses Verfahren ist nicht genormt und manche Router haben damit Probleme.
Mögliche Werte:
Mode4x|1 = g++ Modus eingeschaltet
Mode4x|0 = g++ Modus ausgeschaltet
Fällt die Datenrate trotz guter Signalstärke regelmäßig ab, kann folgende Einstellung dafür überprüft werden.
dot11PowerMode|0
Mögliche Werte:
0 = immer volle Leistung (Continuous Access Mode)
1 = maximale Energiesparfunktion (Maximum Power Save) - Diese Einstellung kann zu Systemabstürzen und Verbindungsabbrüchen führen
2 = eingeschränkte Energiesparfunktion (Fast Power Save) - Diese Einstellung kann zu Systemabstürzen und Verbindungsabbrüchen führen
dot11NetworkType|3
Für ältere Router, die nur 802.11b/11 Mbit unterstützen und es Probleme mit dem Verbindungsaufbau gibt.
Mögliche Werte:
1 = Übertragung 802.11b bis 11 Mbit
3 = Übertragung 802.11b und g (automatisch) bis 54 Mbit
Geänderte Einstellungen können im laufenden Betrieb mit folgenden Befehlen im Terminal [2] übernommen werden:
sudo ifdown wlan0 # Schnittstelle abschalten sudo rmmod -f ndiswrapper # Treibermodul entladen sudo modprobe ndiswrapper # Treibermodul neu laden / Parameterübernahme sudo ifup wlan0 # Schnittstelle aktivieren
Nach erneuter Treiberinstallation oder einem Update des Treibers sind wieder die Vorgabewerte aus der verwendeten inf-Datei eingestellt.
AVM hat einen Linuxtreiber für den WLAN-Stick entwickelt. Die aktuelle Version 01.00.00 (Initial Release / Juli 2007) des Treibers unterstützt auch WPA(2) Verschlüsselung. Das Paket ist zwar für Suse-Linux ausgelegt, lässt sich aber unter allen Ubuntu-Versionen kompilieren und einbinden. Eine Installationsanleitung von AVM befindet sich in der Datei Liesmich.html des Treiberpakets. Die Vorgehensweise ist unter Punkt 3 "Installationshinweise für die Einbindung in andere Linux-Distributionen" zu finden.
Der Treiber funktioniert grundsätzlich, ist aber noch in der Entwicklung. Der Stick wurde erkannt, und es konnte eine verschlüsselte WPA-Verbindung aufgebaut werden. Es gibt jedoch noch kleinere Fehler wie z.B. die falsche Auswertung der Empfangsfeldstärke in der Netzwerküberwachung und beim Networkmanager.
Vorab müssen noch folgende Pakete installiert sein [1]:
gcc
gcc-3.3-base
build-essential
Ab Ubuntu Feisty Fawn 7.04 ist der benötigte C-Compiler bereits im System enthalten.
Je nach verwendeter Kernelversion [9] eine der Header-Dateien:
linux-headers-[Kernelversion]
Der entsprechende Terminalbefehl [2] zu Installation der Kernel-Header und des Pakets build-essential:
sudo apt-get install --reinstall build-essential linux-headers-`uname -r`
Ist eine Internetverbindung nicht direkt möglich, können die benötigten deb-Pakete auch von einer der offiziellen Paketquellen heruntergeladen werden. Siehe dazu auch Paketinstallation DEB.
Ab Ubuntu Gutsy-Gibbon 7.10 ist das Kernelmodul bereits im System enthalten (außer Server-und 64Bit-Versionen) und muss ggf. nur über den restricted-manager aktiviert werden. Gehe dann direkt zum Abschnitt Inbetriebnahme
Das Linux-Treiberpaket kann bei AVM
heruntergeladen werden. Danach muss das Paket im Homeverzeichnis entpackt [4] werden. Alle benötigten Dateien befinden sich nun im Ordner ~/fritz Die Installation erfolgt über das Terminal [2] Mit folgenden Eingaben wechselt man in das entsprechende Verzeichnis und startet die Installationsroutine:
cd fritz sudo ./install
Das Script install führt automatisch die Kompilierung [7] und das Einbinden des Treibers in das System durch. Für eine bessere Fehlerdiagnose können die einzelnen Schritte auch manuell durchgeführt werden.
cd fritz/src make sudo make install
Treten bei der Prozedur keine Fehlermeldungen auf, wurde der Treiber für das System aufbereitet und in den Kernel integriert. Eventuell angezeigte Warnmeldungen können ignoriert werden. Das neue Modul fwlanusb.ko ist unter /lib/modules/Verzeichnis_der_Kernelversion/extra zu finden.
Das Modul wird normalerweise beim Anschließen des WLAN-Sticks automatisch geladen. Eine neuere Stickversion mit der ID 057C:6201 wird kurz als virtuelles CD-Rom Laufwerk eingebunden. Nach ein paar Sekunden wird dieses Laufwerk mit der Ferlermeldung "unsafe device removal" aber wieder automatisch entfernt. Dadurch wird das Modul fwlanusb nicht immer automatisch geladen und die Netzwerkverbindung kann nicht aufgebaut werden.
Siehe dazu auch im Abschnitt "Probleme und Fehlerquellen" -> Verbindung und Hardwareerkennung
Ob das Modul geladen ist kann über das Terminal mit folgendem Befehl überprüft werden:
lsmod | grep fwlanusb
Das Modul sollte jetzt aufgelistet werden. Ansonsten muss es manuell geladen werden:
sudo modprobe fwlanusb
Jetzt sollte eine Verbindung aufgebaut werden.
Die normale Installation ist damit abgeschlossen. Gehe jetzt zum Abschnitt Inbetriebnahme
Treiberoptionen sind über iwpriv zugänglich. Eine Liste der möglichen Einstellungen erhält man im Terminal nach Eingabe des Befehls:
iwpriv wlan0
Ob z.B. der g++ Modus aktiviert ist zeigt folgender Befehl (Wert 1 = g++ ein / Wert 0 = g++ aus):
iwpriv wlan0 getgplusplus
Um diesen Modus abzuschalten wird folgendes eingegeben:
sudo iwpriv wlan0 setgplusplus 0
Ein Zugriff auf weitere Treibereinstellungen ist derzeit nur bei der Installation des Windows-Treibers mit NdisWrapper möglich.
Die weitere Entwicklung des Treibers und auch Erfahrungsberichte aus dem Forum sind zu verfolgen.
Ab Ubuntu Gutsy-Gibbon 7.10 sollte dieser Eingriff nicht mehr vorgenommen werden, da das Modul fest zum System gehört. Stattdessen kann bei Bedarf der Treiber gesperrt werden. Siehe dazu Blacklisting.
Die Installationspakete/Quelldateien (Ordner fritz) löschen.
Den Fritz USB-Stick abziehen und das Kernelmodul mit folgendem Befehl im Terminal [2] deaktivieren:
sudo rmmod fwlanusb
Dieser Artikel erfordert mehr Erfahrung im Umgang mit Linux und ist daher nur für fortgeschrittene Benutzer gedacht.
Der bei den folgenden Befehlen verwendete Ordnername "Verzeichnis_der_Kernelversion" ist natürlich durch den tatsächlichen Verzeichnisnamen/Pfad zu ersetzen!
Folgender Befehl gibt Auskunft über die verwendete Kernelversion:
uname -r
1. Unter /lib/modules/Verzeichnis_der_Kernelversion/extra das Kernelmodul fwlanusb.ko löschen.
sudo rm -i /lib/modules/`uname -r`/extra/fwlanusb.ko
Kernelmodul aus der automatischen Hardwareerkennung entfernen:
Bei unsachgemäßer Handhabung der folgenden Arbeiten besteht die Gefahr das System zu beschädigen! Vorab sollten die betroffenen Systemdateien deshalb gesichert werden!
sudo cp /lib/modules/`uname -r`/modules.usbmap /home/modules.usbmap.backup sudo cp /lib/modules/`uname -r`/modules.alias /home/modules.alias.backup
Nun können im Verzeichnis /lib/modules/Verzeichnis_der_Kernelversion/ die Dateien modules.alias und modules.usbmap mit root-Rechten [8] gefahrlos editiert [3] werden. Mit der Suchfunktion alle Zeilen und Einträge mit fwlanusb finden und diese mit einer # auskommentieren oder löschen. Änderungen abspeichern und das System neu starten.
Bei Fehlfunktionen der automatischen Hardwareerkennung können über diesen Befehl die Dateien wieder hergestellt werden:
sudo cp -i /home/modules.usbmap.backup /lib/modules/`uname -r`/modules.usbmap sudo cp -i /home/modules.alias.backup /lib/modules/`uname -r`/modules.alias
Der Fritz WLAN-Stick wird als wlan0-Schnittstelle in das System integriert.
Funktioniert der Treiber, gibt iwlist Auskunft über die in Reichweite befindlichen Funknetzwerke:
sudo iwlist wlan0 scan # Funknetze in der Umgebung suchen und anzeigen
Weitere Informationen liefert iwconfig:
iwconfig wlan0 # Schnittstelleinformationen abfragen
Siehe zu dem Thema auch wireless-tools
Die LED-Anzeige(n) am USB-Stick sollten jetzt aufleuchten. Ist das noch nicht der Fall, kann ein Neustart des Systems helfen. Ansonsten funktioniert der verwendete Treiber nicht oder die benötigten Module (fwlanusb bzw. ndiswrapper) sind nicht geladen.
Der Verbindungsaufbau erfolgt normalerweise mit dem NetworkManager. Der Manager hat manchmal Probleme mit unsichtbaren Netzen (ESSID-Broadcast ausgeschaltet) oder kombinierter Verschlüsselung WPA1/2. Der Router sollte bei Verbindungsproblemen auf reine WPA1 oder besser WPA2-Verschlüsselung eingestellt werden. Alternative zum Manager ist Wicd. Eine klassische manuelle Konfiguration kann mit einem Editor [3] über wpa supplicant und über die Datei interfaces erfolgen.
Um ein Problem mit dem verwendeten Treiber auszuschließen sollte zuerst eine unverschlüsselte Verbindung zum Router getestet werden.
Seit Ubuntu 8.04 wird beim Verbindungsaufbau wegen einer zu hohen Prozesspriorität von wpa_supplicant nicht immer eine IP-Adresse vom Router zugewiesen. Während des Verbindungsaufbaus kann die Priorität des Prozesses geändert werden. Siehe Shell/nice. Der Effekt muss nicht auftreten und ist auch von der Rechenleistung des Systems und der Anzahl weiterer Systemprozesse abhängig.
Für den Network-Manager, WICD und andere Manager kann ein im Hintergrund laufendes Skript getestet werden. Siehe dazu Skripte/WLAN-Prozesspriorität und folgenden Forenbeitrag.
Speziell der WICD-Netzwerkmanager kann angepasst werden, damit der Prozesspriorität automatisch ein entsprechend höherer Wert zugewiesen wird und der Verbindungsaufbau möglich ist. Siehe dazu folgenden Forenbeitrag.
Bei einer klassischen Konfiguration über die Datei interfaces kann die Priorität durch den direkten Aufruf von wpa_supplicant eingestellt werden. Hinweise dazu in folgendem Forenbeitrag
Folgende Konfigurationen und Systemereignisse können zum Absturz bzw. zum "Einfrieren" des Systems führen:
Abschaltung der USB-Anschlüsse durch die Stromsparfunktion
Bereitschafts- oder Ruhezustand des Systems
Bereitschafts- oder Ruhezustand des Systems beim Schließen des Laptopdeckels
USB-Anschluss liefert nicht genug Strom bei älteren Rechnern mit USB 1.1 Anschlüssen oder zusätzliche Geräte am USB-Port
Der Stick arbeitet im "high power-Modus" bis 500mA Stromaufnahme am USB-Port. Andere Geräte ohne eigene Stromversorgung, wie z.B. eine opt. Maus, Scanner oder ext. Festplatten sollten nicht am selben Port-Paar verwendet werden.
Bei Überschreitung des zulässigen Maximalstroms kann der USB-Controller die Versorgungsspannung abschalten. Verbindungsabbrüche oder Systemabstürze können die Folge sein. Alternativ kann der Stick über einen USB-Hub mit separater Stromversorgung angeschlossen werden.
Um die Stromaufname zu reduzieren kann der g++ Modus abgeschaltet, der Übertragungsmodus auf 802.11b bis 11Mbit herabgesetzt und die Größe der Datenpakete auf 1024 eingestellt werden. Der Stick erwärmt sich dann auch nicht mehr so stark. Die Akkulaufzeit bei Laptops wird dadurch ebenfalls etwas verlängert.
Der Fritz!Wlan USB Stick reagiert relativ empfindlich auf verschiedene USB Verlängerungskabel. Auf jeden Fall sollte ein USB 2.0 Kabel benutzt werden, damit sind mehrere Meter Kabel möglich.
Ist der Seitenaufbau fehlerhaft, unvollständig oder treten bei der Übertragung größerer Datenmengen und Downloads Verbindungsabbrüche auf, kann der MTU-Wert herabgesetzt werden. Bei manueller Konfiguration der Schnittstelle wird die Datei /etc/network/interfaces mit einem Editor [3][8] bearbeitet und folgende Zeile eingefügt:
pre-up ifconfig wlan0 mtu 1492
Alternativ kann der Parameter über das Startscript rc.local gesetzt werden.
ifconfig wlan0 mtu 1492 exit 0
Die Schnittstelle wlan0 ist ggf. anzupassen.
Überprüfung der Einstellungen im Treminal [2] mit
iwconfig wlan0
Der Stick kann auch an einer zusätzlichen PCI USB-Karte betrieben werden. Allerdings funktioniert damit nicht jeder Treiber.
| getestete Kombinationen ( Stand März 2008 ) | ||
| Treiber | Stick-ID 057C:5601 | Stick-ID 057C:6201 |
| AVM Linuxtreiber | Ja | Nein |
| alternativer Windowstreiber | Ja | Ja |
| AVM Windowstreiber | unbekannt | unbekannt |
Es kann durchaus sein, dass der Network-Manager die vorhandenen Netze auflisten kann, aber trotzdem immer die Signalstärke 0 anzeigt. Durch einen Fehler im AVM-Linuxtreiber wird die Feldstärke nicht richtig ausgewertet. Falls sich keine Verbindung aufbauen lässt, sollte man wie oben beschrieben den Network-Manager deinstallieren und das Netzwerk manuell einrichten.
Je nach verwendeter Ubuntu- und Treiber-Version wird das Netzwerk nach dem Systemstart nicht immer automatisch gestartet. Das kann auch an der vielzahl der unterschiedlichen Konfigurationsmöglichkeiten, am Networkmanager oder der Stick-Version liegen. Je nach verwendetem Treiber muss zuerst geprüft werden, ob das benötigte Kernelmodul automatisch geladen wird. Dies ist die Grundvoraussetzung. Dazu wird je nach installiertem Treiber einer der Befehle im Terminal eingegeben:
lsmod | grep fwlanusb # bei Verwendung des Linux-Treibers lsmod | grep ndiswrapper # bei Verwendung des Windowstreibers mit ndiswrapper
Das benötigte Modul sollte jetzt angezeigt werden. Fehlt die Ausgabe, ist das Modul noch nicht geladen. In diesem Fall kann ein zusätzlicher Eintrag für das benötigte Modul in die Datei /etc/modules gemacht werden. Dazu wird die Datei editiert [3][8] und der Modulname (fwlanusb oder ndiswrapper) am Ende eingetragen.
Wird trotz geladenem Modul automatisch keine Verbindung aufgebaut, kann ein Neustart der Schnittstelle oder des Netzwerks helfen. Dazu wird das Startscript /etc/rc.local editiert [3][8] und zur Initialisierung der Schnittstelle folgende Befehle eingetragen:
ifdown wlan0 sleep 1 ifup wlan0 exit 0
oder zum Neustart des Netzwerks:
/etc/init.d/networking restart exit 0
Siehe dazu auch rc.local
Eine neuere Variante des WLAN-Sticks von AVM mit der ID 056c:6201 wird kurzzeitig als CD-ROM-Laufwerk in das System eingebunden. Der automatische Start des Funknetzwerks wird damit verhindert. Das liegt an der "AVM Stick & Surf-Technologie". Der Stick hat einen kleinen Flash-ROM Bereich mit einem Startprogramm für die automatische Konfiguration des WLAN integriert. Daten für die Verschlüsselung können dort direkt über den USB-Anschluss einer Fritz-Box eingespielt werden. Die automatische Konfiguration des WLAN funktioniert aber nur unter Windows.
Der Stick aktiviert zuerst nur diesen Speicherbereich und das Gerät (Geräte-ID 056c:62FF) wird vom Linux-System als SCSI CD-ROM, Laufwerk scd0, in das System eingebunden. Nach Ablauf der vorgegebenen Zeit wird dieser Vorgang durch den Stick abgebrochen, und die "normale" WLAN-Funktion aktiviert (Geräte-ID 056c:6201). Das CD-ROM Laufwerk verschwindet mit der Systemmeldung "unsave device removal". Danach wird das Funknetzwerk automatisch gestartet. Dieser Vorgang kann nicht unterbunden werden. Es ist nur möglich, das automatische Einbinden als CD-ROM Laufwerk zu verhindern.
Das Problem kann durch einen kleinen Eingriff in das System umgangen werden.
Dazu muss mit Root-Rechten [3][8] die Datei 10-fritz_wlan.rules im Ordner /etc/udev/rules.d erstellt, und je nach verwendetem Gerätetreiber der entsprechende Text eingefügt werden:
# UDEV-Regel fuer ndiswrapper
# Fritz!WLAN USB-Stick Version ID 6201
# Verhindert die Einbindung als CD-ROM
# Stick-ID 6201
BUS=="usb", SYSFS{idProduct}=="6201", NAME="input/%k", RUN+="/sbin/modprobe ndiswrapper"
# Stick-ID 62FF
BUS=="usb", SYSFS{idProduct}=="62FF", NAME="input/%k", SYMLINK="FritzWLAN"# UDEV-Regel fuer Linuxtreiber
# Fritz!WLAN USB-Stick Version ID 6201
# Verhindert die Einbindung als CD-ROM
# Stick-ID 6201
BUS=="usb", SYSFS{idProduct}=="6201", NAME="input/%k", RUN+="/sbin/modprobe fwlanusb"
# Stick-ID 62FF
BUS=="usb", SYSFS{idProduct}=="62FF", NAME="input/%k", SYMLINK="FritzWLAN"
# UDEV-Regel fuer Fritz!WLAN USB-Stick Version ID 6201
# Verhindert die Einbindung als CD-ROM
# Stick-ID 62FF
SUBSYSTEM=="block", SYSFS{idProduct}=="62ff", ACTION=="add", OPTIONS+="ignore_device"Durch einen Neustart des Systems oder mit diesem Terminalbefehl [2] werden nach den Änderungsarbeiten die Dateien neu eingelesen:
sudo udevcontrol reload_rules
Ab Jaunty lautet der Befehl:
sudo /etc/init.d/udev reload
Siehe auch udev
Die Verwendung mit NdisWrapper wird empfohlen falls die AVM-Windowstreiber nicht funktionieren sollten. Es kann auch ausreichend sein, nur die optimierte Installationsdatei zu verwenden.
Aus dem Treiberpaket [4] werden die beiden Dateien FwUSB1.bin und TUSB_XP.sys benötigt. Die letztere muss in fwlanusb.sys umbenannt werden. Die Dateien des AVM-Treibers sind dann durch diese zu ersetzen. Damit die Installation funktioniert, wird noch die entsprechende Installationsdatei (inf-Datei/engl.Identity File) für den Treiber benötigt.
Kompatibler 32bit-Treiber für HNWU254G WLAN USB-Stick / externer Link Hamletcom.com
Treiberpaket (zip-Datei) 
Das Paket mit optimierter Installationsdatei kann auch hier
heruntergeladen werden.
Die Installationsdatei ist für die Verwendung unter Linux bereinigt und lässt sich auch mit den AVM-Windowstreibern verwenden, da es vorkommen kann, dass nach der Installation nicht alle Optionen in den Konfigurationsdateien unter /etc/ndiswrapper/fwlan zur Verfügung stehen. Um die Datei zu erzeugen, wird einfach eine leere Datei namens fwlan.inf erstellt, und der Text eingefügt. Diese Datei muss sich ebenfalls in dem Ordner mit den beiden Treiberdateien befinden. Dann kann der Treiber wie beschrieben installiert werden.
Benötige Werte für die Treiberoptionen können auch vorab in der fwlan.inf-Datei [3] angepasst werden.
Inhalt der inf-Datei:
[Version] Signature = "$CHICAGO$" DriverVer = Texas Instruments [Manufacturer] %V_AVM% = AVM [AVM] %FWLAN.DeviceDesc% = FWLAN, USB\VID_057C&PID_5601 %FWLAN.DeviceDesc2% = FWLAN, USB\VID_057C&PID_6201 [FWLAN.NT] BusType = 15 AddReg = Parameter Characteristics = 0x84 CopyFiles = Treiber [Treiber] Fwusb1b.bin fwlanusb.sys [Parameter] HKR, ,dot11SupportedRateMask,,"8" HKR, ,dot11BasicRateMask,,"1" HKR,NDI\params\Mode4x,ParamDesc,, "Mode4x" HKR,NDI\params\Mode4x,type,,"enum" HKR,NDI\params\Mode4x,default,,"1" HKR,NDI\params\dot11NetworkType,ParamDesc,, "Network Type" HKR,NDI\params\dot11NetworkType,type,,"enum" HKR,NDI\params\dot11NetworkType,default,,"3" HKR,NDI\params\dot11PowerMode,ParamDesc,,"Power Mode" HKR,NDI\params\dot11PowerMode,type,,"enum" HKR,NDI\params\dot11PowerMode,default,,"0" HKR, ,dot11DesiredChannel,,1 HKR, ,dot11DesiredBSSType,, "1" HKR, ,DisableSsidPending,, "1" HKR, Ndi\Params\dot11FragmentationThreshold, ParamDesc, ,"Fragmentation Threshold" HKR, Ndi\Params\dot11FragmentationThreshold, Type, , "int" HKR, Ndi\Params\dot11FragmentationThreshold, Default, , "4096" HKR, Ndi\Params\dot11RTSThreshold, ParamDesc, ,"RTS Threshold" HKR, Ndi\Params\dot11RTSThreshold, Type, , "int" HKR, Ndi\Params\dot11RTSThreshold, Default, , "4096"
Diese Revision wurde am 1. Februar 2010 um 19:42 Uhr
von elektronenblitz63 erstellt.
Dieser Seite wurden folgende Begriffe zugeordnet:
unfreie Software, Netzwerk, Internet
2004 – 2010 ubuntuusers.de • Einige Rechte vorbehalten