ubuntuusers.de

Externe Laufwerke statisch einbinden

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Das Problem bei externen Festplatten oder Laufwerken, die per USB angeschlossen werden, ist, dass der Einhängepunkt variieren kann. Je nachdem, ob vll. zuvor ein anderes USB-Gerät eingebunden wurde, landet dieses dann einmal bei /dev/sda, ein anderes Mal bei /dev/sdb. Hat man nun Verweise bzw. Links auf diese Platte, können diese dann nicht mehr aufgelöst werden, wenn sich der Zielort ändert. Für diesen Grund kann man die externen Platten statisch einbinden. Sobald das Gerät eingehängt wird, wird der Einhängepunkt nicht dynamisch vom System vergeben, sondern aus der Datei /etc/fstab genommen. Ein weiterer Grund, externe Laufwerke statisch einzubinden ist, dass sie beim Systemstart automatisch gemountet werden können, sofern sie dauerhaft angeschlossen sind.

Für eine statische Einbindung ist es notwendig, dass Laufwerke bzw. Partitionen auf Laufwerken über eindeutige Bezeichner identifiziert werden können. Bei vielen ist dies über eine hardwareseitige UUID gegeben. Ansonsten kann die Partition auch explizit mit einem Label versehen werden.

Vorbereitung

Für die Identifikation der USB-Platten benötigt man das Programm blkid aus dem Paket [1]

  • libblkid1

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install libblkid1 

sudo aptitude install libblkid1 

Einbindung per LABEL

Labels sind frei wählbare Bezeichnungen der Laufwerke. Da diese vom Benutzer festgelegt werden, müssen diese nicht eindeutig sein (trotzdem zu empfehlen!). Als Standard ist das Label meist nicht gesetzt. Labels haben zudem den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu den Zahlenkolonnen der UUID einen Wiedererkennungswert haben.

LABEL festlegen

Im Terminal [2] kann man mit

sudo blkid 

herausfinden, ob ein Label gesetzt ist. Bei der Ausgabe

/dev/sdb2: LABEL="riese" UUID="bc4d5343-aa78-4910-aa1e-8b2ea7f9d82f" SEC_TYPE="ext2" TYPE="ext3"

erfährt man, dass es sich um eine ext3-Partition handelt, die über den Gerätenamen /dev/sdb2 ansprechbar ist und das Label riese hat. Beim Eintrag

/dev/sda1: UUID="10BF-F2D6" SEC_TYPE="msdos" TYPE="vfat"

ist also für die Windowspartion noch kein Label gesetzt. Den Gerätenamen muss man sich merken. Es wird im Folgenden der Einfachheit halber immer /dev/sda1 angenommen.

Falls kein Label gesetzt ist, kann man dies gemäß diesem Artikel tun. Eine Überprüfung mit blkid zeigt, ob das Label richtig gesetzt wurde:

/dev/sda1: UUID="10BF-F2D6" LABEL="NEUES_LABEL" SEC_TYPE="msdos" TYPE="vfat"

Laufwerk eintragen

Unter neueren Ubuntu-Versionen ist der folgende Schritt nur notwendig, wenn die Partition beim Systemstart nicht automatisch gemountet werden soll, oder der Wunsch besteht, die Mountoptionen anzupassen.

Für mit Label versehene Partitionen wird automatisch ein Mountpoint unter /media erstellt, der den Namen des Labels trägt. Dies hat zudem den Vorteil, dass ein mit Label versehener USB-Stick beispielsweise auf jedem Rechner anhand dieses Labels erkannt wird, ohne dass er explizit eingetragen werden muss.

Danach öffnet man die Datei /etc/fstab in einem Editor mit Root-Rechten [3] und fügt den folgenden Eintrag hinzu:

LABEL=NEUES_LABEL          /media/usb1     auto    rw,user,noauto  0       0

Der Einhängepunkt /media/usb1 muss dabei existieren bzw. vorher erstellt werden. Die Optionen können entsprechend angepasst werden. Zum Beispiel, falls die Partition beim Systemstart automatisch gemountet werden soll, einfach nur defaults. Die Optionen für Windows-Partitionen, als die USB-Sticks oder externe Festplatten meistens werksseitig formatiert sind, können im Artikel Windows-Partitionen einbinden nachgelesen werden. Der Aufbau der Datei /etc/fstab wird im Artikel fstab beschrieben.

Falls man Probleme unter GNOME/Nautilus bekommt (z.B.: Nautilus zeigt das Laufwerk doppelt an), kann man Partitionen auch direkt über ihren Label-Pfad ansprechen. Hier am Beispiel einer externen Festplatte:

/dev/disk/by-label/NEUES_LABEL    /media/usb1   auto    rw,user,noauto  0       0

selbiges sollte auch für UUID gehen, wobei der Pfad dann /dev/disk/by-uuid/<DEINE_UUID> ist.

Einbindung per UUID

Die Einbindung per UUID ist sicherer als mit bloßen Labels, da die ID meistens eindeutig ist. Bei Labels kann das nicht zwingend garantiert werden.

UUID bestimmen

Man öffnet ein Terminal [2] und gibt dort

sudo blkid 

Die Ausgabe sieht z.B. so aus:

/dev/fd0: UUID="E0B4-1F9A" SEC_TYPE="msdos" TYPE="vfat"
/dev/sda1: UUID="10BF-F2D6" SEC_TYPE="msdos" TYPE="vfat"
/dev/sdb1: UUID="0000-0000" SEC_TYPE="msdos" TYPE="vfat"

Es fällt hier auf, dass auch das Floppy-Laufwerk eine UUID besitzt. Zusätzlich hat das eine USB-Gerät keine gültige ID, was mit 0000-0000 gekennzeichnet wird. Dieses sollte man also nicht per ID einbinden, sondern hier besser das Label benutzen. Das Vorgehen für einen Eintrag in die fstab ist oben beschrieben, ein Eintrag für /dev/sda1 aus der Ausgabe könnte z.B. so aussehen:

UUID=10BF-F2D6     /media/usb1    auto    rw,user,noauto    0    0

udev-Regeln als Alternative

Eine Alternative ist die Möglichkeit diese statische Einbindung mit den sogenannten udev-Regeln zu verwirklichen. Alle notwendigen Informationen stehen in dem Wiki-Artikel.

Diese Revision wurde am 15. Januar 2012 22:20 von Heinrich Schwietering erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: System