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Dualboot

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Nicht jeder Benutzer, der von einem anderen Betriebssystem auf Ubuntu umsteigt, kann oder will sofort auf sein altes Betriebssystem verzichten. Hier wird erläutert, wie man Dual- oder Mehrbootsysteme mit Ubuntu einrichtet und betreibt.

Installation von Ubuntu und Windows

Achtung!

Diese Anleitung wurde auch für eine nachträgliche Installation von Edgy Eft 6.10 in Kombination mit Vista getestet. Bitte hierzu auch in diesem Artikel den Abschnitt "Windows Vista" lesen. Die Installation von Dapper Drake 6.06 in Kombination wurde noch nicht getestet!

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Vorüberlegungen

Datenaustausch

Zum Datenaustausch zwischen Windows und Ubuntu empfiehlt es sich eine Partition anzulegen, auf die beide Betriebssysteme vollen Lese- und Schreibzugriff haben. Dies ist insbesondere nützlich, wenn man den gleichen Email-Client (z.B. Thunderbird: Mozilla plattformübergreifend nutzen) in beiden Systemen nutzen möchte. Seit Ubuntu 7.10 wird der Lese- und Schreibzugriff auf NTFS Partitionen voll unterstützt. So können Daten von Linux auch auf eine Windows-NTFS-Partition kopiert werden und umgekehrt. Desweiteren ist es auch möglich, von Windows aus auf ein Linux ext3-Dateisystem Lese- und Schreibzugriff zu kommen. Für ältere Versionen von Ubuntu empfiehlt sich eine Partition mit einem FAT32-Dateisystem.

Diese Aspekte sollte man bei der Partitionierung berücksichtigen.

Hinweis:

Dateien auf Partitionen mit FAT32-Dateisystem dürfen nur bis zu 4 GB groß werden, sind daher evtl. nicht für Videobearbeitung oder Lagerung solch großer Dateien geeignet.

Bei bestehender Windows-Installation

Datensicherung

Sollte man bereits eine oder mehrere Windows-Partitionen haben, empfiehlt es sich ein Backup wichtiger Daten zu machen. Dies ist immer wichtig, da man nie weiß, ob etwas schiefgeht. Es empfiehlt sich hierfür die Sicherung auf einem externen Medium wie CD, DVD oder USB-Laufwerk.

Partitionierung

Zunächst muss die Festplatte partitioniert werden. Dies funktioniert unter Windows mit Programmen wie Symantec Partition Magic oder GParted, welches in der Ubuntu Desktop-CD enthalten ist.

Konkrete Tipps zur Festplattenpartitionierung für Dualboot-Systeme finden sich im Artikel Partitionierung bei Dualboot-Systemen. Allgemeine Hinweise für Ubuntu finden sich hier.

Installation von Ubuntu

Die grafische Installation von Ubuntu wird hier eingehender erklärt. Alternativ kann man auch die textbasierte Alternate Installation nutzen.

Komplette Neuinstallation

Wichtig ist, dass man Windows als erstes Betriebssystem installiert, da die Windows-Installation den Masterbootrecord (MBR) wortlos überschreibt und damit andere Bootloader wie Grub löscht. Obwohl es grundsätzlich möglich ist, Grub wieder herzustellen, so kann dies jedoch schnell mit Arbeit in großem Umfang verbunden sein.

Partitionierung

Falls Windows neben Ubuntu installiert werden soll, so sollte man aus den bereits genannten Gründen zuerst Windows und dann Ubuntu installieren. Während der Installationsroutine der Windows-Installations-CD wird angeboten, Partitionen anzulegen.

Bei einer leeren Platte sollte man sich bereits im Vorfeld Gedanken über die Partitionierung machen. Hilfreiche Tipps hierzu finden sich im Artikel Partitionierung bei Dualboot-Systemen.

Installation von Windows

Vor der Installation von der Windows-Installations-CD muss sichergestellt werden, dass im BIOS des Systems die Bootreihenfolge so eingestellt ist, dass zuerst versucht wird von CD zu booten, bevor das Booten von der Festplatte versucht wird. Im Allgemeinen versuchen heutige Computer zuerst von CD aus zu booten, und es müssen keine Einstellungen im BIOS vorgenommen werden. Ist dies wider Erwarten nicht der Fall, so finden sich Informationen dazu in diesem Dokument und im Wiki. Nachdem das erledigt ist, legt man die Windows-CD in das CD-ROM-Laufwerk und startet den Computer neu. Nun wird von CD gestartet, und man muss den Anweisungen am Bildschirm folgen. (Ggf. kann es bei Windows XP von Nöten sein, auch gleich Service Pack 2 zu installieren, da es sonst beim Booten mit GRUB u.U. zu Fehlern kommen kann.)

Installation von Ubuntu

Die grafische Installation von Ubuntu wird hier eingehender erklärt. Alternativ kann man auch die textbasierte Alternate Installation nutzen.

Windows Vista

Ubuntu lässt sich nach der gleichen Methode auch ohne weiteres auf eine Festplatte mit bestehender Vista-Installation installieren. Dazu wie oben beschrieben vorgehen, GRUB erkennt die Vista-Partition und auch Vista als Betriebssytem. GRUB kann in den MBR installiert werden.Größere Probleme gibt es nur wenn man die Laufwerks-Verschlüsslung von Vista und das Service Pack 1 benutzt, wenn das der Fall ist lässt sich Vista nicht mit Grub starten, eine Lösung für das Problem gibt es bisher noch nicht.

Sollte nach der Installation von GRUB Vista beim Booten eine Fehlermeldung anzeigen (in der Art "windows\system32\bootloader.exe defekt"), so muss man Vista einmal von der Installations-DVD starten und anschließend die Vista-Installation reparieren. Dabei wird die Bootdatei von Vista neu erstellt, der MBR bleibt unberührt. Nach dem Neustart sollte sich Vista normal via GRUB starten lassen.

Spezialfälle

Zweite Windowsinstallation löschen

Ist auf der Festplatte, auf der Ubuntu installiert werden soll, bereits zweimal ein Windowsbetriebssystem installiert und soll eine der beiden Windowspartitionen gelöscht werden, um diese für Ubuntu nutzen zu können, so sollten zuvor, wie bereits geraten, auch die Daten der verbleibenden Windowspartition auf einem externen Speichermedium gesichert werden.

Desweiteren ist aber auch zu beachten, dass die Windowsinstallation, die als zweites auf der Festplatte installiert wurde (und die damit auf einer logischen Partition liegt), nur bootbar ist, solange die erste Windowsinstallation (auf einer primären Partition) noch vorhanden ist. Die zweite Windowsinstallation ist also nicht mehr nutzbar, wenn die erste Windowsinstallation gelöscht wird, um auf der freiwerdenden Partition beispielsweise Ubuntu zu installieren.

Eine Windowsinstallation auf einer logischen Partition ist also nur bootbar, solange eine zugehörige Windowsinstallation auf einer primären Partition vorhanden ist, bzw. die zugehörigen Windows-Bootdateien auf einer primären Partition liegen.

Beispiel

Beispiel zum 1.Spezialfall
1.Partition 2.Partition Kommentar
Ist-Zustand Windows 98 Windows XP Windows XP (auf logischer Partition) nach Windows 98 (auf primärer Partition) installiert
Ziel-Zustand Ubuntu Windows XP Windows XP nicht mehr bootbar und damit nicht mehr nutzbar

Bei diesem Spezialfall ist also zu raten, wenn Windows XP parallel zu Ubuntu genutzt werden soll, die vorhandenen Daten zuerst zu sichern und dann die Festplatte komplett zu formatieren. Danach können dann beide Betriebssysteme, wie oben beschrieben, neu installiert werden.

Problemlösung

Windows-Backup

Unter XP kann u.U. die Installation des Grub zu Problemen führen, sofern man fürs Backup auf das Windows-eigene ntbackup.exe zurückgreift und dabei die Option Systemstatus sichern nutzt. Dabei erstellt Windows nicht nur ein komplettes Daten-Backup (der Installationspartition) incl. der Registry, sondern sichert ebenfalls die Partitionstabelle. Und zwar auf Diskette, damit bei einem Crash der PC mittels einer XP-Boot-CD und der Diskette über "Automatische Systemwiederherstellung" wieder auf den Stand zum Zeitpunkt der Systemsicherung gebracht werden kann. Offenbar stört sich XP am Grub und bricht die Sicherung ab.

Als Alternative bietet sich, das Daten-Backup manuell zu erstellen und die Systemstatus-Dateien (i.e. Registry) ebenfalls manuell auszuwählen.

Diese Revision wurde am 24. September 2009 um 15:08 Uhr von chimp-champ erstellt.
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