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Anmerkung: Artikel ist nicht mehr auf dem neusten Stand, z.B. ist xorg.conf nicht immer notwendig.
Nach der Installation von Ubuntu ist die erste Frage meist, wie man die Bildschirmauflösung korrekt einstellt. Die Hardwareerkennung von Ubuntu ist zwar sehr gut, aber dennoch kann es vorkommen, dass die Auflösung nicht richtig eingestellt ist, d.h. dem für die Ausgabe zuständigen XServer müssen die richtigen Einstellungen mitgeteilt werden. Ist der richtige Grafiktreiber installiert gibt es dazu diverse Möglichkeiten.
Seit Ubuntu 7.10 Gutsy Gibbon verwendet Ubuntu einen (teilweise) selbstkonfigurierenden XServer, der Teile der Datei xorg.conf gar nicht mehr benötigt. Mit Ubuntu 8.04 Hardy Heron und späteren Versionen wurde die Selbstkonfiguration weiter ausgebaut. Daher sollte man ab Ubuntu 8.04 immer zuerst die Lösung via GUI bzw. mit Hilfe eines Kommandozeilen-Tools versuchen, bevor man die xorg.conf von Hand editiert.
Mitunter klappt die Auflösung, aber nach einem Neustart ist sie wieder verschwunden. Hier sollte man unter
"System -> Einstellungen -> Bildschirmauflösung"
die gewünschte Auflösung noch einmal auswählen und den Haken bei "Zur Vorgabe machen" aktivieren. Nach dem "Anwenden" bleibt die gewünschte Auflösung bei einem Neustart erhalten.
Unter KDE kann die Auflösung im K-Menü unter
"Systemeinstellungen -> Monitor & Display"
eingestellt werden.
Im Einstellungsmanager unter
"Applications -> Einstellungen -> Einstellungsmanager -> Anzeige" (bis Gutsy)
"Applications -> Andere -> Bildschirme und Grafik" (ab Hardy)
die Auflösung einstellen und mit "OK" übernehmen.
Mit Hilfe des Programm RandR kann man die Bildschirmauflösung via Kommandozeile um- bzw. einstellen.
Startet keine Desktopumgebung nach Start des XServers, bleibt die anfangs von ihm gewählte Auflösung erhalten. Deshalb muss man diese Auflösung anpassen, will man z.B. IceWM oder GDM in einer bestimmten Auflösung starten. Um dies zu erreichen, setzt man die Option PreferredMode im Monitorabschnitt der /etc/X11/xorg.conf [4]:
Section "Monitor" Identifier "Configured Monitor" Option "PreferredMode" "1280x1024" EndSection
Unter Intrepid Ibex wird die Bildschirmauflösung nicht in der xorg.conf gespeichert sondern in der Datei ~/.config/monitors.xml
Bei PCs ohne Monitor, die ausschließlich über VNC betrieben werden, ist die Bildschirmauflösung auf 800x600 eingestellt. Das System wählt diese Einstellung, da beim Bootvorgang kein Monitor gefunden wurde. Hier kann es helfen, eine xorg.conf mit folgendem Inhalt zu benutzen:
Section "Device" Identifier "VNC Device" Driver "vesa" EndSection Section "Screen" Identifier "VNC Screen" Device "VNC Device" Monitor "VNC Monitor" SubSection "Display" Modes "1024x768" EndSubSection EndSection Section "Monitor" Identifier "VNC Monitor" HorizSync 30-70 VertRefresh 50-75 EndSection
Als erstes benötigt man ein spezielles Programm, um die Werte für den Framebuffer der Karte auslesen zu können. Dafür wird das Programm hwinfo aus den Ubuntu-Quellen verwendet. Dazu installiert [1] man das Paket
hwinfo (universe [3])
Sobald das Programm installiert ist, kann man die Framebufferwerte im Terminal [2] auslesen:
sudo hwinfo --framebuffer
Man sollte dann so etwas sehen:
Mode 0x0300: 640x400 (+640), 8 bits Mode 0x0301: 640x480 (+640), 8 bits Mode 0x0303: 800x600 (+800), 8 bits Mode 0x0305: 1024x768 (+1024), 8 bits Mode 0x0307: 1280x1024 (+1280), 8 bits Mode 0x030e: 320x200 (+640), 16 bits Mode 0x030f: 320x200 (+1280), 24 bits
Um die Schrift auf gewöhnlichen Monitoren nicht zu verzerren, wählt man einen "8 bits" Wert. Möchte man eine Auflösung von 1024x768 haben, dann sollte die Wahl "0x0305" sein. Man notiert also den Modus und öffnet dann die menu.lst in einem Editor mit Rootrechten [4]: Jetzt wird der Abschnitt gesucht:
## additional options to use with the default boot option, but not with the ## alternatives ## e.g. defoptions=vga=791 resume=/dev/hda5 # defoptions=quiet splash
oder einen ähnlichen. Hinter "splash" schreibt man nun noch "vga=0x0305". Das Zeichen "#" muss unbedingt stehen bleiben. Das ganze sieht dann so aus:
## e.g. defoptions=vga=791 resume=/dev/hda5 # defoptions=quiet splash vga=0x0305
Nach dem Speichern muss man noch den Bootloader (GRUB) aktualisieren (neu schreiben) , das macht man mit dem Befehl [2]:
sudo update-grub
Danach führt man ein Neustart durch und erfreut sich an einer höheren Auflösung.
Manchmal ist der voreingestellte Grafiktreiber auch nicht dazu fähig, eine große Auflösung oder hohe Frequenzen zu unterstützen. Hier hilft es den korrekten 3D-beschleunigten Grafiktreiber für die Grafikkarte zu installieren:
Grafikkarten/ATI - fglrx-Treiber installieren
Grafikkarten/Nvidia - nvidia-glx-Treiber installieren
Matrox-Grafikkarten - mtx-Treiber installieren
Intel Grafikkarten - 915resolution installieren
Weitere Anleitungen findet man auf der zugehörigen Grafikkarten-Seite.
Wie in der Einleitung bereits erwähnt benutzen die neueren Ubuntus einen selbstkonfigurierenden XServer. Daher kann es sein, dass einige der unten genannten Änderungen keine Wirkung zeigen, da die Einträge ignoriert werden.
Alle Änderungen werden an der XServer-Konfigurationsdatei unter /etc/X11/xorg.conf vorgenommen. Meistens reicht es aus, einfach nur den XServer neu einzurichten, man muss die Datei nicht zwingend per Hand editieren. Daher sollte die halb-automatische Einrichtung auch immer erste Wahl sein. Vor der Bearbeitung sollte aber immer eine Sicherungskopie erstellt werden wie in dem Artikel beschrieben. Alternativ kann man auch den XServer grafisch einrichten, um die Angaben zu tätigen.
Oft ist es auch so, dass die gewünschte Auflösung unter der Ubuntu Live-CD richtig angezeigt wird. Falls das der Fall sein sollte, kann man die xorg.conf der Live-CD auf ein Medium z.B. USB-Stick sichern und die eigene xorg.conf damit überschreiben. Aber Achtung: Man sollte darauf achten, dass der Grafiktreiber derselbe ist!
Oft reicht es, die korrekten Bildwiederholraten in der xorg.conf einzutragen. Diese bestehen aus einer vertikalen Frequenzangabe in Hertz (Hz) und einer horizontalen Angabe in Kilohertz (kHz). Die Angaben findet man unter Umständen an einer der folgenden Stellen:
im Handbuch des Monitors
auf der Webseite des Herstellers
auf der Rückseite des Monitors
in einer Windows-Treiberdatei (die man ggf. auf der Webseite des Herstellers bekommt)
im Web bei MonitorWorld
mit dem Befehl
sudo ddcprobe | grep monitorrange
Falls der Befehl nicht funktioniert, muss man zuerst das Paket
xresprobe
nachinstallieren [1]. Diese Daten sind in der Form
Section "Monitor"
Identifier "Standardmonitor"
Option "DPMS"
HorizSync 30.0 - 96.0
VertRefresh 50.0 - 160.0
EndSectionim Abschnitt "Monitor" einzutragen. Damit der Monitor die Frequenzraten auch benutzt und nicht intern eigene weitergibt, hilft es oft die Option "UseEdidFreqs" in der Sektion "Device" zu setzen:
Section "Device"
Identifier "Nvidia 7600GS"
Driver "nvidia"
...
Option "UseEdidFreqs" "no"
EndSectioneinzutragen.
Bei Nvidia-Grafikkarten kann außerdem das Problem auftreten, dass unter GNOME in der GUI keine korrekte Bildwiederholrate angezeigt wird. Hier hilft die Option "DynamicTwinView" "0" ebenfalls in der oben genannten "Device" Sektion. Leider verliert man hierdurch auch die Möglichkeit, eine einzelne Ausgabe ("X Screen") beliebig auf mehrere Bildschirme zu verteilen.
Section "Device"
Identifier "Nvidia 7600GS"
Driver "nvidia"
...
Option "DynamicTwinView" "0"
EndSectionAlternativ lässt sich bei Verwendung von "DynamicTwinView" die tatsächliche Bildwiederholrate auch direkt über den Treiber ermitteln und ausgeben:
nvidia-settings -q RefreshRate
DynamicTwinView bietet die Möglichkeit, eine einzelne Ausgabe ("X Screen") auf mehrere Bildschirme zu verteilen. Die Bildwiederholrate wird unter X meist mithilfe der RandR-Erweiterung des XServers ermittelt. Gegenwärtig ist RandR noch nicht in der Lage, einzelne "X Screens" zu handhaben, die auf mehrere Bildschirme verteilt sind. Nvidia umgeht diese Einschränkung durch Verwendung eines "MetaModus", die Ermittlung der Bildwiederholrate mittels RandR schlägt daraufhin jedoch fehl.
Hilft dies auch noch nicht, sollte man darauf achten, dass man auch den zugehörigen Modus in der xorg.conf in der Display-Subsection eingetragen hat. Hierzu den XServer einrichten und die gewünschte Auflösung angeben oder diese einfach bei allen Auflösungstiefen angeben. Es kann wichtig sein, den Modus nicht nur bei 24bit einzutragen, selbst wenn man diese Tiefe als Standard eingestellt hat.
Das genaue Gegenteil entfernt alle anderen, nicht erwünschten Modi. Diese können einfach aus der xorg.conf entfernt werden.
Die letzte Möglichkeit ist das Erzwingen einer Auflösung bzw. Bildwiederholrate mit den XServer Modelines. Hier einfach nur der Anleitung folgen.
Diese Revision wurde am 24. Januar 2010 um 23:49 Uhr
von Heinrich Schwietering erstellt.
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