BIOS aktualisieren

Achtung!

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Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.

Das BIOS ist das "Gehirn" eines Computers und erlaubt es dem Betriebssystem, mit der Hardware zu kommunizieren und umgekehrt. Eine Aktualisierung ("update") des BIOS ist oft sinnvoll, da die Kommunikation verbessert wird und zum Beispiel ACPI danach besser funktioniert. Auch werden oft neuere Prozessoren unterstützt und die Werte für schon bekannte CPUs optimiert, so dass sie mit geringerer Spannung laufen, somit weniger Hitze produzieren und der Rechner leiser ist. Generell sind BIOS-Aktualisierungen jedoch gedacht, um Fehler im BIOS zu beheben, falls etwas nicht oder nur unzuverlässig funktioniert, zum Beispiel die Lüfterregulierung oder das Booten von bestimmten Datenträgern.

Problematisch ist dies oft, da Hersteller meist keine BIOS-Aktualisierungen bereitstellen, die von Linux aus angewandt werden können. Außerdem ist es auch nicht ungefährlich, da der Flash-Vorgang auf gar keinen Fall unterbrochen werden darf, etwa durch einen Absturz oder Stromausfall. Aus diesem Grund raten viele Hersteller auch davon ab, solange keine in der Änderungsliste erwähnten Probleme gelöst werden, und geben normalerweise auch keine Garantie für den Fall, dass es nicht funktioniert.

Achtung!

Aus diesem Grund sind alle hier beschriebenen Methoden natürlich nur auf die eigene Gefahr hin anzuwenden. Eine fehlerhafte oder abgebrochene BIOS-Aktualisierung führt in der Regel dazu, dass der Computer gar nicht mehr startet.

Auch darf man natürlich auf keinen Fall ein falsches Image einspielen, auch "flashen" genannt (eine andere Revision des Boards oder gar eine falsche Hauptplatine ("Mainboard")). Dies hätte die gleiche Wirkung wie der Stromausfall, nämlich ein kaputtes Board, welches eine kostspielige Reparatur nach sich ziehen würde, falls überhaupt möglich.

Aktuelles BIOS anzeigen lassen

Zuerst muss man das benötigte Paket installieren [1]:

  • dmidecode

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png

Um dann die aktuelle BIOS-Version anzuzeigen, bedient man sich des Befehls [5]

sudo dmidecode -s bios-version 

Wer alle BIOS-Einstellungen einsehen möchte, lässt die Parameter weg.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sein BIOS zu aktualisieren, auf die im Folgenden kurz eingegangen wird:

Wiki/Icons/hd-windows.png

Natives Windows-Update

Diese Aktualisierungen, von Microsoft im besten Deutsch als "Updates" bezeichnet, stellen für den Linux-Nutzer den sprichwörtlichen "worst case" dar. Um sie installieren zu können, muss eine Windows-Version, meist XP oder Vista, installiert sein. Workarounds, wie beispielsweise eine portable Windows-Version, sind nicht empfehlenswert, da Fehler beim Update-Prozess eine Zerstörung des BIOS nach sich ziehen. Der PC, genauer gesagt das Mainboard, ist dann wahrscheinlich nur noch als Briefbeschwerer geeignet. Ein Update über Wine oder eine virtuelle Maschine ist nicht möglich und sollte auch nicht probiert werden, da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, auch damit das BIOS zu zerstören.

Sollte der Hersteller nur diese Art des Aktualisierung zur Verfügung stellen, hat man also nur die Wahl, eine Version von Windows zu installieren und danach wieder zu deinstallieren oder ganz auf die neue BIOS-Version zu verzichten. Man sollte den Hersteller auf jeden Fall anschreiben und ihn auf die Situation aufmerksam machen, dass es auch Nutzer anderer Betriebssysteme gibt, die ihr BIOS aktualisieren möchten.

Wiki/Icons/floppy.png

Boot-CD/Disketten-Image

Dies ist eine bessere Möglichkeit für den Linux-Nutzer und sollte bevorzugt gewählt werden, um sein BIOS zu aktualisieren. Der Hersteller bietet ein Image an, entweder als CD oder Diskette, welches man mit einem Brennprogramm brennt bzw. auf die Diskette überspielt.

Danach muss man in den Einstellungen seines BIOS, welche man meist durch Drücken von F2 oder F12 während des Startens des Computers erreicht, die Bootreihenfolge ändern, so dass der Rechner von CD oder Diskette bootet, und das BIOS wird automatisch aktualisiert.

Das BIOS-Abbild

Für die letzten beiden Möglichkeiten muss man das BIOS-Image (Image = Abbild, also eine Datei, die das BIOS in der Form beinhaltet, wie sie geflasht werden soll.) direkt zur Verfügung haben, also nicht nur eine .exe von der Hersteller-Homepage. An das Image zum Flashen kommt man, indem man sich die BIOS-Datei vom Hersteller lädt (falls die Dateiendung .exe ist, sind dies meist selbstentpackende Archive) und es entweder via Wine startet [4], wodurch es sich selbst entpackt oder die .exe/.zip Datei einfach mit dem Archivmanager öffnet und das Image extrahiert [3]. Dies ist meist eine 256, 512 oder 1024 KByte große Datei). Manchmal gibt es auch das BIOS Image direkt zum Herunterladen, dann muss man nichts mehr extra machen.

Mainboardwerkzeug und Medium

Falls das Mainboard diese Methode unterstützt, muss man das Image nur auf ein Medium kopieren (praktischer Weise werden dazu bevorzugt USB-Sticks verwendet, aber auch FAT32 formatierte Disketten oder Festplatten sollen funktionieren). Man startet den Rechner und drückt dann, je nach Mainboard, eine spezielle Taste (etwa Ende oder F7). Daraufhin startet das Werkzeug, man wählt das zu flashende Image aus, und schon kann man das neue BIOS flashen. Diese Methode bieten zum Beispiel Gigabyte (mittels Q-Flash {en}) und Intel (mittels F7 BIOS Flash Update {en}) an. Ob auch das eigene Mainboard diese Methode unterstützt, steht im Handbuch oder auf der Herstellerhomepage. Diese Methode ist auch sehr sicher und für Linux-Nutzer empfehlenswert.

Flashrom

Flashrom {en} ist Teil des Coreboot {en} Projekts (früher LinuxBIOS genannt), welches ein freies BIOS zur Verfügung stellen möchte, da die Entwickler mit den proprietären BIOSen der Hersteller oft nicht zufrieden sind. Diese sind zum Teil fehlerbehaftet, langsam und man ist auf die Unterstützung der Hersteller angewiesen. Auch ist die Situation sicherheitstechnisch nicht geklärt, da fast niemand weiß, was genau das BIOS eigentlich macht.

Flashrom ist das Programm, mit dem man sein BIOS aktualisieren kann, und es unterstützt {en} bereits eine Vielzahl von Boards und Chipsätzen. Flashrom ist in den Ubuntu-Paketquellen enthalten, es ist aber anzuraten, sich die neuste Version selbst zu kompilieren [6], da diese mehr Boards unterstützt. Wie das funktioniert und auch wie man Flashrom eigentlich benutzt, steht auf der Homepage {en} unter den Stichwörtern Installation {en} und Usage {en} erklärt. Falls man nicht kompilieren möchte, muss man zuerst das Ubuntu-Paket installieren [1]:

  • flashrom (universe[2])

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png

Nach der Installation ist Flashrom einsatzbereit, und man kann ein Abbild des BIOS als Sicherungskopie anlegen [5]

sudo flashrom -r sicherung.bin 

...oder ein neues BIOS flashen

sudo flashrom -wv neuesbios.bin 

Ob der eigene Chip erkannt wurde, zeigt dieser Befehl

sudo flashrom 

...und die Benutzung (auch auf der Homepage erklärt, auf jeden Fall vorher durchlesen!) der folgende:

sudo flashrom -h 

Beim Aktualisieren mittels Flashrom sollte man unbedingt Vorsicht walten lassen, da man problemlos falsche Images flashen kann. Dies kann ein Vorteil sein, wenn man zufälligerweise ein OEM-Board besitzt, welches ein baugleiches Marken-Mainboard als Pendant hat. Falls man so etwas in Erwägung zieht, sollte man jedoch wissen, was man tut. Falls sein eigenes Mainboard noch nicht unterstützt wird, kann man im IRC Channel #coreboot nach Unterstützung fragen. Bei dieser Methode hilft man der OpenSource-Gemeinde und lernt gleichzeitig etwas dazu. Für Profis und welche, die es werden wollen, empfehlenswert. Es besteht das Risiko, dass wegen unbekannter Softwarefehler der Flash-Vorgang nicht korrekt ausgeführt wird, was ein defektes Mainboard zur Folge hat, aber generell geht es ganz oder gar nicht.

Achtung!

Bei allen Methode sollten man natürlich das Image und ggf. die Einstellungen doppelt überprüfen, um unnötige Fehler zu vermeiden.


Diese Revision wurde am 7. Dezember 2011 um 11:44 Uhr von aasche erstellt.
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