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dvgrab ist ein Programm, mit dem DV oder HDV (MPEG2-TS) Video- und Audiodaten von einem digitalen Camcorder via IEEE1394-Verbindung (auch bekannt als FireWire) importiert werden können. Die Daten werden in einer oder mehreren Dateien gespeichert und können später mit einem Videobearbeitungsprogramm weiter verarbeitet werden. dvgrab kann den Camcorder fernsteuern, aber zeigt das Videomaterial nicht auf dem Bildschirm an.
In manchen Fällen kann es sein, dass die grafische Oberfläche ein Video nicht aufnehmen kann. In diesem Fall kann man es mit dvgrab auf der Konsole probieren. Voraussetzung ist jedoch, dass die entsprechenden Kernelmodule für die IEEE1394-Schnittstelle geladen sind und man die erforderlichen Zugriffsrechte auf die Module besitzt. Anleitung diesbezüglich im Artikel Kino.
Zuerst muss man das Paket
dvgrab (universe, [2])
installieren [1].
Damit man nicht nur als Superuser auf die Kamera zugreifen kann, muss der normale Nutzer auch Lese- und Schreibrechte auf die Schnittstelle haben. Falls der normale Nutzer z.B. zur Gruppe 'users' gehört, dazu im Verzeichnis /dev den Befehl
sudo chown :users raw1394
eingeben. Gegebenenfalls der Gruppe Lese- und Schreibrechte geben
sudo chmod g+rw raw1394
Falls auf die Schnittstelle dv1394 zugegriffen wird, das Gleiche für diese Schnittstelle tun.
Unter Ubuntu 9.04 sind keine weiteren Schritte (Laden von Modulen usw.) notwendig, um per Kommandozeile von der Kamera die Videos auszulesen.
Am besten eignet sich dazu der interactive Modus [3]:
dvgrab -i
Nach dem Starten kann man sich mit ? eine kurze Hilfe anzeigen lassen, die so aussieht:
q=quit, p=play, c=capture, Esc=stop, h=reverse, j=backward scan, k=pause l=forward scan, a=rewind, z=fast forward, 0-9=trickplay, <space>=play/pause
Das eigentliche Aufnehmen startet man also mit der Taste C. Dabei werden im Home-Verzeichnis AVI-Dateien angelegt. Jeweils bei 1 GB wird eine neue Datei erzeugt.
Ist das Ende des Bandes erreicht, muss man noch Esc drücken, damit die letzte Datei ordnungsgemäß geschlossen wird. Erst dann wird der AVI-Header geschrieben und die Datei ist benutzbar!
In neueren Versionen werden standardmäßig DV-Dateien mit den Rohdaten erzeugt. Um wieder DV-AVI-Dateien zu bekommen startet man dvgrab mit dem Befehl
dvgrab -i -f dv2
Alle Programmparameter erhält man mit
dvgrab --help
Die interessantesten sind:
--autosplit - Trennt nach Szenen. Jede Unterbrechung in der Aufnahme erzeugt eine neue Datei.
--timestamp - Fügt in den Dateinamen das Datum der Aufnahme ein.
Die weitere Verarbeitung der Dateien kann man dann wieder mit einem grafischen Programm durchführen, siehe Videobearbeitung.
Diese Revision wurde am 24. Februar 2011 23:10 von Shakesbier erstellt.
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Shell, Multimedia, Video
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