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Playstation 3

Archivierte Anleitung

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Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Playstation3vector.png Sonys Next Generation-Spielkonsole kann weit mehr als nur Spiele. Dank der OpenPlatform ist sie schon darauf vorbereitet, alternative Betriebssysteme auf der Festplatte zu installieren und zu betreiben. Das Sony XMB-Betriebssystem der Playstation 3 stellt lediglich eine Oberfläche für das Abspielen von Blu-Ray Discs, das Ausführen von Spielen sowie einen simplen Internetbrowser bereit. Der PowerPC-basierte Cell-Prozessor ist jedoch extrem leistungsfähig und kann speziell bei aufwändigen Berechnungen sein Potenzial voll entfalten. Leider setzt der Hersteller vor die Ubuntu-Installation etwas höhere Hürden als vor eine konventionelle Installation.

Achtung!

Mit dem Erscheinen der Firmware 3.21 am 01. April 2010 wird die Linux-Unterstützung von Sony eingestellt {en}. Allen Benutzern wird dringend geraten, ihre Daten vor dem Firmware-Upgrade zu sichern, da nach dem Upgrade kein Zugriff mehr auf die Linux-Installation mehr besteht.

Installation

Es gibt speziell auf die Bedürfnisse der Playstation 3 angepasste Ubuntu-CDs, die wie die PowerPC-Version von der Community gepflegt werden. Die Installation unterscheidet sich nach der Vorbereitung der Playstation nicht von der normalen Installation. Eine Installation von Hardy Heron ist nicht möglich.

Hinweis:

Aufgrund diverser Schwierigkeiten gibt es seit Ubuntu 8.04 (Hardy Heron) keine funktionierende Live-CDs. Der momentane Entwicklungsstatus von Ubuntu auf der Playstation 3 wurde auf der Ubuntu-cell Mailingliste zusammengefasst {en} .

Hinweis:

Für die Playstation 3 Slim gilt dieser Artikel nicht mehr, da Sony die Möglichkeit bei der Slim unterbindet andere Systeme zu installieren.

Partitionierung der Festplatte

Vor der Installation muss erst einmal etwas Platz für Ubuntu geschaffen werden. Dies erledigt man in den System-Einstellungen im Festplatten-Dienstprogramm. Dort hat man die Möglichkeit, 10 oder 50 GB für Ubuntu (hier "anderes System" genannt) zu reservieren. Das XMB-System sollte erhalten bleiben, da sonst keine Möglichkeit mehr besteht, Firmware- und andere Updates einzuspielen sowie Spiele auf der Playstation zu betreiben. Vor dem Formatieren müssen alle gespeicherten Spielstände und Medien wie Photos und Videos auf einen USB-Stick gesichert werden, da sie beim formatieren der Platte komplett verloren gehen. Im Playstation Shop gekaufte Titel können einfach kostenlos erneut heruntergeladen werden.

Hinweis:

Die Rootpartition darf nicht auf einer Partition mit ext4 Dateisystem sein. Der kboot-Bootloader unterstützt ext4 noch nicht (Stand 9.10 Karmic Koala).

Installieren des kboot-Images

Die Playstation benutzt zum Starten des Linux-Kernels den kboot-Bootloader. Das kboot-Image befindet sich bereits auf der CD und kann von dieser installiert werden. Hierzu wählt man in den System-Einstellungen "Anderes System installieren". Die Playstation durchsucht daraufhin alle angeschlossenen Medien und installiert das gefundene Image.

Starten der CD

Die Playstation bietet beim Start keine Auswahl des zu startenden Systems an. Um die Ubuntu-CD zu booten, muss in den System-Einstellungen "Anderes System" als Standardsystem ausgewählt werden. Die Playstation startet daraufhin mit dem zuvor installierten kboot-Bootloader, der dann die Ubuntu-CD startet.

Benutzung/Konfiguration

Playstationspezifische Hilfsprogramme

Speziell für die Playstation 3 gibt es eine Sammlung nützlicher Kommandozeilen-Helfer. Sie befinden sich im Paket

  • ps3pf-utils

und können leicht über die Paketverwaltung installiert [1] werden.

Bildschirmauflösung konfigurieren

Die Bildschirmauflösung wird über den Kernelparameter video gesteuert, sowohl des HDMI- wie auch des AVmulti-Ausgangs. Beim Booten des Kernels gibt man z.B. video=ps3fb:mode:4 an, um eine 1080i-Auflösung zu erreichen. Die für die jeweilige Auflösung benötigte Zahl kann man sich anhand folgender Tabelle errechnen:

Videomode ID Auflösung Videomode ID Auflösung
0 automode 12 SXGA
1 480i, YUV 60Hz 13 WUXGA
2 480p, YUV 60Hz 33 480i, RGB 60 Hz
3 720p, YUV 60Hz 34 480p, RGB 60Hz
4 1080i, YUV 60Hz 35 720p, RGB 60Hz
5 1080p, YUV 60 Hz 36 1080i, RGB 60Hz
6 576i, YUV 50Hz 37 1080p, RGB 60Hz
7 576p, YUV 50Hz 38 576i, RGB 50 Hz
8 720p, YUV 50 Hz 39 576p, RGB 50Hz
9 1080i, YUV 50 Hz 40 720p, RGB 50Hz
10 1080p, YUV 50 Hz 41 1080i, RGB 50 Hz
11 WXGA 42 1080p, RGB 50 Hz

Möchte man den Fullscreen-Modus erzwingen, zählt man zur Videomode-ID 128 hinzu. Der Fullscreen-Modus erzeugt jedoch meist ein Bild, das über den Bildschirmrand herausragt.

Kennt man die Auflösung des Fernsehers nicht, so stellt man den Modus auf 0. Der Kernel versucht dann, den maximal möglichen Videomodus selbst zu ermitteln. Den aktiven Videomodus kann man sich mit dem Befehl

ps3videomode  

ausgeben lassen.

Soundausgabe aktivieren

Zur Aktivierung der Soundausgabe muss in der Datei /etc/modules [3] das entsprechende Modul aktiviert werden. Dazu deaktiviert man das Standardmodul snd_powermac, falls es dort eingetragen ist, und ersetzt es durch das PS3-Soundmodul snd_ps3. Die editierte Datei sieht dann so aus:

# /etc/modules: kernel modules to load at boot time.
#
# This file contains the names of kernel modules that should be loaded
# at boot time, one per line. Lines beginning with "#" are ignored.

fuse
# snd_powermac
snd_ps3

Bootloader konfigurieren

Der Bootloader kboot ist in der Lage, neben Linux-Systemen auch das Sony-Betriebssystem XMB zu starten. Hierzu gibt es den Befehl ps3-boot-game-os. Um das XMB-System als Bootoption zur Verfügung zu haben, muss man die Konfigurationsdatei /etc/kboot.conf editieren [3]. Hierfür sind Root-Rechte nötig. Eine Beispielkonfiguration könnte dann so aussehen:

message=/etc/kboot.msg
default=linux
timeout=100
linux='/boot/vmlinux initrd=/boot/initrd.img root=/dev/ps3da1 quiet splash video=ps3fb:mode:4'
xmb='ps3-boot-game-os'
old='/boot/vmlinux.old initrd=/boot/initrd.img.old root=/dev/ps3da1 quiet splash video=ps3fb:mode:4'

Hinweis:

Alternativ kann auch die UUID verwendet werden.

Am kboot-Prompt kann man mit der Tab ⇆ -Taste durch die Bootoptionen navigieren. Die Namen der Optionen werden dabei in alphabetischer Reihenfolge angezeigt und können mit der -Taste gestartet werden.

Rückkehr in das XMB-System

Während des Betriebs von Ubuntu kann man mit dem Befehl [2]

sudo boot-game-os  

in das XMB zurückkehren.

mplayer-ps3

Hinweis:

Da die spezielle Anpassung des mplayers für die PS3 und die dafür benötigten Pakete nicht direkt von Canoncical stammen, sondern von Entwicklern, die ihre Freizeit dafür verwenden, kann es sein, dass sich die Versionen der Pakete bzw. binaries schnell ändern oder veralten und somit die Installation wie beschrieben nicht funktioniert. Diese Anleitung richtet sich insofern an erfahrenere Benutzer.

Unter der regulären Installation von Ubuntu laufen Filme relativ langsam. Abhilfe schafft ein spezielles mplayer-ps3 Paket. Im Prinzip kann man die Installation wie folgt vornehmen. Zunächst installiert man das Paket libspe2 bzw. libspe2-2:

sudo apt-get install libspe2 

Nun installiert man noch die beiden Pakete libps3fb und spu-medialib:

wget http://linux.yes.nu/PS3Ubuntu/files/libps3fb_0.1r114-2_powerpc.deb
sudo dpkg -i libps3fb_0.1r114-2_powerpc.deb
wget http://linux.yes.nu/PS3Ubuntu/files/spu-medialib_0.1r122-1_powerpc.deb
dpkg -i spu-medialib_0.1r122-1_powerpc.deb  

Anschließend lädt man das mplayer-ps3 binary herunter: http://proxima.isp.tula.ru:20080/mplayer-ps3/mplayer-ps3-29546-090904.zip und entpackt es. Das entpackte binary kopiert man dann z.B. nach /usr/local/bin.

mplayer-ps3 kann allerdings nicht im grafischen Modus gestartet werden. Außerdem muss es wegen der Zugriffsrechte des PS3-Framebuffers mit sudo-Rechten ausgeführt werden.

sudo mplayer-ps3 -vo ps3 -ao alsa -fs datei.avi 

Dies startet den mplayer im Vollbildmodus und mit alsa als Soundausgabemodul.

Quellen:

Bekannte Probleme

Installation bleibt hängen

Bei der Installation von der Live-CD ist es möglich, dass sich die Installation ca. bei 15% aufhängt und nicht mehr reagiert. Grund dafür ist ein Mangel an Arbeitsspeicher, der die Installation zum permanenten Auslagern zwingt. Abhilfe schafft hier, alle während der Installation nicht benötigten Prozesse zu beenden. Zur Installation sollte deshalb vorzugsweise die Alternate-CD benutzt werden, welche weniger Ressourcen benötigt.

Ubuntu startet nicht

Nach einer Installation von der Alternate-CD kann es passieren, dass Ubuntu nicht startet. Stattdessen wird ein busybox-Terminal mit der Fehlermeldung

/bin/sh: can´t acess tty: job control turned off 

angezeigt. Die Alternate Installation hat die Partition, von der gestartet werden soll, fehlerhaft in den Bootloader kboot eingetragen. Um in das System zu kommen, muss man am kboot-Prompt folgende Zeile eingeben:

mnt/root/boot/vmlinux initrd=mnt/root/boot/initrd.img root=/dev/ps3da1 

Um diese Zeile nicht jedes Mal neu eingeben zu müssen, sollte anschließend die /etc/kboot.conf wie oben beschrieben abgeändert werden [3].

WLAN funktioniert nicht

WLAN funktioniert ab Ubuntu 9.04 (Jaunty Jackalope) ohne zusätzliche Konfiguration, auch mit WPA-Verschlüsselung.

Monitorauflösung - Vollbild funktioniert nicht

Es kann sein, dass es nach dem Umstellen der Anzeige auf Vollbild zu Darstellungsfehlern kommt. Dies ist zumeist der Fall, weil einige Teile des Bildes außerhalb des vom Fernsehgerät darstellbaren Bereichs liegen. Ein Workaround zur Lösung des Problems ist hier {en} beschrieben.

Diese Revision wurde am 5. Juni 2011 17:44 von Shakesbier erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Hardware, Installation, PlayStation