ubuntuusers.de

ubuntuusers.deWikiAdobe Reader

Adobe Reader

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

./adobereader_logo.png Der Adobe Reader {de} ist ein PDF-Betrachter von Adobe, dem Unternehmen, das das Format PDF ursprünglich entwickelt hat und weitere Software dazu vermarktet. Der Adobe Reader ist keine freie Software, aber kostenlos erhältlich – im Gegensatz zum kommerziellen Adobe Acrobat, mit dem sich PDF-Dateien erstellen und bearbeiten lassen.

Achtung!

Mit den ab Adobe Reader 8.x und 9.x eingeführten JavaScript-Funktionen und der Flash-Unterstützung traten gehäuft Sicherheitslücken auf. Offene Schwachstellen können dazu führen, dass bereits beim einfachen Betrachten einer .pdf-Datei mit dem Acrobat Reader das System kompromittiert wird. Siehe dazu auch den Abschnitt Sicherheitsaspekte.

Gewarnt werden muss besonders vor der letzten verfügbaren Linux-Version 9.5.5, da Adobe die Entwicklung eingestellt hat und zahlreiche gemeldete Sicherheitslücken nicht mehr behebt! Neuere Versionen wie Adobe Reader X bzw. XI sind nicht für Linux erhältlich.

Installation

Bis einschließlich Ubuntu 13.04 lässt sich der Adobe Reader in der Version 9.5.5 installieren. Zuerst muss die Paketquelle Canonical Partner eingebunden werden. Nach dem Aktualisieren der Paketquellen kann das Paket für die englischsprachige Version installiert werden [1] (eine deutsche Version ist ab Adobe Reader 9.5.4 nicht mehr vorhanden):

./adobereader8.png

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install acroread 

sudo aptitude install acroread 

Jetzt kann man den Adobe Reader aus dem Menü über "Büro -> Adobe Reader" starten. Beim ersten Start müssen die Lizenzbedingungen akzeptiert werden.

Manuell

Adobe bietet den Download des Adobe Readers 9.x für Linux über die eigenen Webseiten nicht mehr an. Man kann das Programm bei Bedarf aber noch in einer englischen Version vom Adobe FTP-Server herunterladen und manuell installieren [2]. Vor der Installation muss grundsätzlich eine evtl. vorhandenen ältere Version deinstalliert werden. Der Standardinstallationspfad lautet /opt/Adobe/Reader9/.

Hinweis!

Fremdpakete können das System gefährden.

32-Bit

  1. Herunterladen: AdbeRdr9.5.5-i386linux_enu.deb {dl}

  2. Installieren:

    sudo dpkg -i AdbeRdr9.5.5-1_i386linux_enu.deb 
  3. Wenn dabei Abhängigkeitsfehler auftreten:

    sudo apt-get -f install 

64-Bit

Die 64-Bit-Version liegt nicht als DEB-Paket vor. Wer diese ausprobieren möchte (empfohlen wird die Nutzung der 32-bit-Version), wird ebenfalls auf dem FTP-Server fündig: AdbeRdr9.5.5-i486linux_enu.bin {dl}. Nach dem Herunterladen muss die Datei noch ausführbar gemacht werden, bevor man den Installationsassistenten aufrufen kann:

chmod u+x AdbeRdr9.5.5-1_i486linux_enu.bin
sudo ./AdbeRdr9.5.5-1_i486linux_enu.bin 

Falls das Programm nicht gestartet werden kann und eine Fehlermeldung wie

"error while loading shared libraries: libgdk_pixbuf_xlib-2.0.so.0: cannot open shared object file: No such file or directory"

erscheint, fehlt das Paket ia32-libs:

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install ia32-libs 

sudo aptitude install ia32-libs 

Ab Ubuntu 13.10 installiert man mangels ia32-libs ersatzweise folgende Pakete:

  • libgtk2.0-0:i386

  • libgdk-pixbuf2.0-0:i386

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install libgtk2.0-0:i386 libgdk-pixbuf2.0-0:i386 

sudo aptitude install libgtk2.0-0:i386 libgdk-pixbuf2.0-0:i386 

Wer einen Programmstarter benötigt, muss diesen selbst erstellen.

Sicherheitsaspekte

Mit den in Adobe Reader 8.x und 9.x eingeführten JavaScript-Funktionen und der Flash-Unterstützung treten vermehrt Sicherheitslücken auf. Dies kann dazu führen, dass bereits beim einfachen Betrachten einer .pdf-Datei mit dem Acrobat Reader das System kompromittiert werden kann. Daher wird empfohlen, JavaScript in den Einstellungen des Programms generell abzuschalten. Alternativ kann man auch nur einzelne JavaScript-Funktionen deaktivieren. Eine JavaScript-Blacklist befindet sich in der Datei /opt/Adobe/Reader9/Reader/GlobalPrefs/reader_prefs. Dort kann man beispielsweise folgende Zeile hinzufügen:

1
/JavaScriptPerms [/c << /BlackList [/t (Doc.printSeps) ] >> ]

Allerdings darf nicht verschwiegen werden, dass viele .pdf-Formulare zwingend auf JavaScript-Unterstützung angewiesen sind bzw. im einzelnen geprüft werden muss, ob und wie sich derartige Änderungen auf PDF-Dokumente auswirken.

Ein Deaktivieren der ebenfalls sicherheitskritischen Flash-Unterstützung im Reader ist nicht vorgesehen, allerdings kann man die zuständige Datei libauthplay.so.0.0.0 manuell löschen. Im Zweifelsfall sollte man auf eine der freien Alternativen {de} bzw. auf die im Artikel PDF genannten Programme ausweichen. Aber auch hier ist darauf zu achten, die Alternativen durch Aktualisierungen aktuell zu halten.

Problembehebung

Bei der Nutzung von Unity wird zwar das AdobeReader-Menü in das Globalmenü portiert, allerdings sind die Menü-Punkte nicht lesbar. Um das Menü im Programmfenster zu nutzen, editiert man die Datei /opt/Adobe/Reader9/bin/acroread mit Root-Rechten in einem beliebigen Editor. Jetzt fügt man unter den Kommentarzeilen (Zeilen mit "#") folgende Zeile ein:

1
export UBUNTU_MENUPROXY=

Graues Fenster

./adobereader8_einstellungenbrowser.png

Ein bekannter Fehler ist ein leeres graues Fenster beim ersten Start von Adobe Reader 8. Um den Fehler zu beheben, schließt man die die bereits geöffnete PDF-Datei (nicht das Programm) und gibt den Pfad zur libgtkembedmoz-Datei an. Diese Bibliothek ist Teil des Mozilla-Web-Browsers und ist in jedem Mozilla-basierten Browser enthalten. Typische Programm-Ordner sind daher /usr/lib/firefox, /usr/lib/seamonkey, /usr/lib/thunderbird oder /usr/lib/mozilla.

Man navigiert zu den Internet-Einstellungen "Bearbeiten -> Voreinstellungen -> Internet" und trägt den Pfad ein. Im Falle von Mozilla Firefox also /usr/lib/firefox. Siehe dazu auch das nebenstehende Bildschirmfoto.

Fehler beim Druckvorgang

Der Adobe Reader nutzt standardmäßig lpr aus dem Paket cups-bsd. In manchen Paketversionen fehlt offenbar diese Abhängigkeit. Dann erhält man die Fehlermeldung:

"Fehler beim Druckvorgang. Prüfen Sie, ob der Drucker mit dem Computer verbunden ist."

Abhilfe schafft die Installation des folgenden Pakets:

  • cups-bsd

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install cups-bsd 

sudo aptitude install cups-bsd 

PDF-Portfolios

Mit PDF-Portfolios {de} bietet Adobe die Möglichkeit an, in eine Datei mit der Endung .pdf alle möglichen Fremdformate einzubinden. Eine ähnliche Technik gab es früher schon mal unter dem Namen "Microsoft Office Sammelmappe", um Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien in einer Datei abspeichern zu können. Wer experimentieren möchte, kann dies mit folgender Beispieldatei tun: combine-pdf-files-portfolio-sample.pdf {dl}. Ein Indiz für eine solche Datei kann die Versionsangabe "1.7" sein:

file combine-pdf-files-portfolio-sample.pdf 

Ausgabe:

combine-pdf-files-portfolio-sample.pdf: PDF document, version 1.7

Zur Anzeige eines PDF-Portfolios wird der Adobe Reader X oder neuer benötigt, der für Linux nicht verfügbar ist. Zumindest die Programme Okular und Master PDF Editor können aber die enthaltenen Dateien (Anhänge) extrahieren.

Diese Revision wurde am 29. Juli 2014 13:54 von aasche erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Büro, unfreie Software